DEUTSCHENGLISH
Uni-News Archiv Veranstaltungen Newsletter upgrade Presse Jobangebote Mitteilungsblätter
Nachlass Ernst Kreneks kommt nach Krems
Musikwissenschaftliches Forschungszentrum nimmt im Jänner 2004 seinen Betrieb auf
22.10.2003
Im Jänner 2004 wird an der Donau-Universität Krems eine musikwissenschaftliche Institution von internationaler Bedeutung angesiedelt.
ZOOM
Ernst Krenek

Der umfassende und wertvolle Nachlass von Ernst Krenek, eines der bedeutendsten österreichischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, kommt an die Donau-Universität Krems, wo die Ernst-Krenek-Privatstiftung im neu adaptierten Mitteltrakt des Universitäts-Hauptgebäudes ihren operativen Sitz haben wird.

Der in Wien geborene Komponist musste 1938 vor den Nationalsozialisten fliehen und ging ins kalifornische Exil, wo er im Jahr 1991 im Alter von 91 Jahren starb. Seine Witwe und Rechtsnachfolgerin, Gladys N. Krenek, arbeitete seit langem an der Rückführung des Nachlasses in Kreneks Heimat. Diese Heimat hat das Werk Kreneks nun in Krems gefunden, einer Stadt, zu der er auch während seines Exils einen engen Bezug hatte: "Krenek und ich sind seit den 1950er Jahren ziemlich oft nach Österreich gekommen und auch immer wieder in die Wachau. Er war sehr, sehr gerne dort und insbesondere in Krems. Es ist vielleicht ein Zufall, aber ich finde es wunderbar, dass wir nun mit der Donau-Universität Krems verbunden sind", so Gladys Krenek.

Wesentlich beteiligt an der Ansiedlung der Krenek-Stiftung in Krems war Niederösterreich Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll: "Mit der Ernst-Krenek-Stiftung haben wir im wahrsten Sinne des Wortes einen dicken Fisch an Land gezogen, der die Kulturpolitik Niederösterreichs und vor allem die Stadt Krems weit über den nationalen Rahmen hinaus auf die internationale Ebene hebt." In diesem Zusammenhang kündigt Pröll die Etablierung eines musikwissenschaftlichen Schwerpunkts im Rahmen der Abteilung für Kulturwissenschaften der Donau-Universität Krems an: "Wir haben das Ziel, ein Zentrum für zeitgenössische Musik an der Donau-Universität Krems einzurichten."

Land und Bund unterstützen Krenek-Forschungszentrum

Das Forschungszentrum wird nicht nur an der Zusammenführung und Aufarbeitung des derzeit noch über ganz Europa und Amerika verstreuten Nachlasses von Ernst Krenek arbeiten, sondern setzt sich auch die Verbreitung von Kreneks Werken zum Ziel. Die Krenek-Materialien, die auch ein umfangreiches literarischen Werk umfassen, werden nach konservatorischen und archivarischen Gesichtspunkten bestmöglich untergebracht und neben der Forschung auch der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Finanziert wird die Ernst-Krenek-Stiftung teils aus den Tantiemen, die bis 2061 fließen, und teils aus den Subventionen von Bund und Land Niederösterreich in der Höhe von jährlich knapp 200.000 Euro. Das Land Niederösterreich übernimmt darüber hinaus die einmaligen Investitionskosten für die Einrichtung der nötigen Infrastruktur in der Höhe von einer Million Euro.

Link zum Thema

Ernst-Krenek-Institut