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Niederösterreichs Wissenschaftspreisträger 2004
Verleihung am 21. November in der Donau-Universität Krems
21.11.2004
Die diesjährigen Wissenschaftspreise des Landes Niederösterreich wurden am 21. November 2004 im Rahmen einer feierlichen Matinee in der Donau-Universität Krems verliehen. Ausgezeichnet wurden insgesamt neun Wissenschaftler und Erwachsenenbildner.
Die Preisträger kommen aus den Fachgebieten Botanik, Rechtswissenschaften, Literatur, Geschichte, Medizin und Erwachsenenbildung. Den Festvortrag hielt die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek Dr. Johanna Rachinger.

Preisträger des Jahres 2004

Foto: Andrea Müller ZOOM

Würdigungspreis Wissenschaft: Univ.-Prof. Dr. Marianne Popp
Würdigungspreis Wissenschaft: Univ.Prof. Dr. Rudolf Welser
Anerkennungspreis Geisteswissenschaften: Mag. Dr. Christoph Fackelmann
Anerkennungspreis Geisteswissenschaften: Mag. Dr. Ernst Langthaler
Anerkennungspreis Naturwissenschaften: Univ.Prof. Dr. Margarethe Geiger
Anerkennungspreis Naturwissenschaften: Ing. Karl Mechtler
Würdigungspreis Erwachsenenbildung: Prof. Adalbert Melichar
Anerkennungspreis Erwachsenenbildung: René Edenhofer
Anerkennungspreis Erwachsenenbildung: Dr. Margarete Kowall

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Adalbert Melichar
R. Welser (re.)
Marianne Popp
Gäste
J. Rachinger
Werner Fröhlich

Würdigungspreise gehen an Planzenökologin und Juristen

Die diesjährigen Würdigungspreise für Wissenschaft ergehen an Univ.-Prof. Dr. Marianne Popp und an Univ.-Prof. Dr. Rudolf Welser. Popp ist Professorin am Institut für Pflanzenphysiologie der Universität Wien und erforscht die Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf den pflanzlichen Stoffwechsel. Die Untersuchung der Folgewirkungen des erhöhten CO2-Haushalts in der Atmosphäre auf das Pflanzenwachstum und der Wechselwirkungen zwischen parasitären Pflanzen und ihren Wirten sind Schwerpunkte ihrer Arbeit. Die in Leonhard am Forst geborene Wissenschaftlerin ist weiters Vorstand des Vereins „dialog<>gentechnik“, der sich für eine offene Diskussion zwischen Forschung und Öffentlichkeit zum Thema Gentech-nologie einsetzt.

Der in Ybbsitz lebende Jurist Rudolf Welser ist als Ordinarius für bürgerliches Recht am Institut für Zivilrecht der Universität Wien tätig und zählt zu den renommiertesten Juristen Österreichs. Mit seiner Publikation „Grundriss des Bürgerlichen Rechts“ schuf Welser ein juristisches Standardwerk, seine veröffentlichten Forschungsergebnisse finden laufend Eingang in die österreichische Judikatur. Für die Bundesregierung leistete Welser Vorarbeiten zum Erbrechtsänderungsgesetz (1989), zur Gewährleistungsreform (2001) sowie zur Novelle des Erbrechts (2004). Bekannt ist Welser auch für seine humoristischen Betrachtungen der Juristerei: In bisher sieben veröffentlichten Bänden mit launigen Titeln wie „Käsegeruch ist erfahrungsgemäß unangenehm“ oder „Das allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch in zierlichen Reimen“ beschreibt Welser kuriose Passagen aus Judikatur und Literatur.

Josef Weinhebers Sprachkunst und das bäuerliche Leben in Niederösterreich

Für seine Dissertation „Die Sprachkunst Josef Weinhebers und ihre Leser. Annäherungen an die Werkgestalt in wirkunsgeschichtlicher Perspektive“ erhält Mag. Dr. Christoph Fackelmann den Anerkennungspreis in der Sparte Geisteswissenschaften. Fackelmann beschäftigt sich mit der Rezeptions- und Wirkungsgeschichte von Literatur. Seine intensive Forschungsarbeit am Nachlass des 1945 in Niederösterreich verstorbenen Lyrikers Josef Weinheber ermöglichen es, schriftstellerische Interaktionen aufzuspüren und der geistigen Landschaft Wiens und Niederösterreichs in den 30er und 40er Jahren Konturen zu verleihen.

Der zweite Anerkennungspreis für Geisteswissenschaft geht an den Historiker Mag. Dr. Ernst Langthaler, Mitarbeiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Geschichte des ländlichen Raums. In seinen Beiträgen „Agrarwende in den Bergen“ und „Agrarwende in der Ebene“, die Langthaler für den zweiten Band des Standardwerks „Geschichte der österreichischen Land- und Forstwirtschaft“ verfasste, behandelt der Historiker die tief greifenden Veränderungen der bäuerlichen Lebenswelten Niederösterreichs im 20. Jahrhundert.

Anerkennung für medizinische Grundlagenforschung

In der Sparte Naturwissenschaft wird ein Anerkennungspreis an Univ.-Prof. Dr. Margarethe Geiger vergeben. Die in Klosterneuburg lebende Wissenschaftlerin betreibt medizinische Grundlagenforschung im Bereich der männlichen Unfruchtbarkeit. Die Auszeichnung erhält Geiger, die an der Medizinischen Universität Wien tätig ist, für ihren Forschungsbeitrag „Disruption of the protein C inhibitor gene results in impaired spermatogenesis and male infertility“.

Einen weiteren Anerkennungspreis für Naturwissenschaft erhält Ing. Karl Mechtler für seine Forschungen in der Genetik. Mechtler ist Spezialist für „Proteomics“, ein Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung jener Proteine auseinandersetzt, die für die Zellfunktionen verantwortlich sind. Mit einer neuartigen Technik, der Massenspektrometrie, ist es ihm gelungen, die für die Zellteilung wichtigen Seitenkettenmodifizierungen von Proteinen zu analysieren. Maßgeblich beteiligt war Mechtler auch an der Entdeckung eines Enzyms, das die Zugriffsrechte auf die gesamte Erbinformation, wie zum Beispiel die fehlgesteuerte Zellteilung von Tumorzellen, steuert.

Den Würdigungspreis für Erwachsenenbildung erhält Prof. Adalbert Melichar. Als Vorsitzender des Landesverbandes der niederösterreichischen Bibliothekare, Vorstandsmitglied der Niederösterreichischen Volkshochschulen, Gründer und Leiter der Volkshochschule Fischamend und Journalist erhält Melichar die Auszeichnung für sein langjähriges Engagement in der Erwachsenenbildung.

Anerkennungspreise für Erwachsenenbildung werden an René Edenhofer und Dr. Margarete Kowall verliehen. Edenhofer erforschte die Geschichte des in den 60er Jahren erstmals produzierten und inzwischen wieder entdeckten Lilienporzellans. Ein lebendiges Bild der bäuerlichen Lebensumstände und des gesellschaftlichen Wandels im 20. Jahrhundert beschreibt Margarete Kowall in ihrem Buch „Zeitreise Heimat“, das die Geschichte des Ortes Krumbach in der Buckligen Welt in Form von Erzählungen, Fotos, Briefen und Dokumente festhält.

Langjähriges Engagement in der Erwachsenenbildung wird gewürdigt

Den Würdigungspreis für Erwachsenenbildung erhält Prof. Adalbert Melichar. Als Vorsitzender des Landesverbandes der niederösterreichischen Bibliothekare, Vorstandsmitglied der Niederösterreichischen Volkshochschulen, Gründer und Leiter der Volkshochschule Fischamend und Journalist erhält Melichar die Auszeichnung für sein langjähriges Engagement in der Erwachsenenbildung.

Anerkennungspreise für Erwachsenenbildung werden an René Edenhofer und Dr. Margarete Kowall verliehen. Edenhofer erforschte die Geschichte des in den 60er Jahren erstmals produzierten und inzwischen wieder entdeckten Lilienporzellans. Ein lebendiges Bild der bäuerlichen Lebensumstände und des gesellschaftlichen Wandels im 20. Jahrhundert beschreibt Margarete Kowall in ihrem Buch „Zeitreise Heimat“, das die Geschichte des Ortes Krumbach in der Buckligen Welt in Form von Erzählungen, Fotos, Briefen und Dokumente festhält.

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Univ.-Prof. Dr. Marianne Popp
Univ.-Prof. Rudolf Welser
Mag. Dr. Christoph Fackelmann
Mag. Dr. Ernst Langthaler
Univ.-Prof. Dr. Margarethe Geiger
Ing. Karl Mechtler
Prof. Adalbert Melichar
René Edenhofer
Dr. Margarete Kowall