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| Neben Vorträgen von ExpertInnen aus dem In- und Ausland gab es Diskussionen und Workshops zu unterschiedlichen Aspekten dieses Themas. Letztlich ging es um die Frage, ob Lebenslanges Lernen an Hochschulen bereits gelebt wird oder ob es sich dabei noch um Zukunftsmusik handelt. |
Zentrales Thema im tertiären Bereich |
Schon in der Begrüßungsrunde wurde klar, dass Weiterbildung und Lebenslanges Lernen ein zentrales Thema im tertiären Bereich ist. Ada Pellert, AUCEN-Sprecherin und Vizerektorin der Donau-Universität Krems, bestätigte die wachsende Bedeutung dieses Themas in ihren einführenden Worten. Martin Netzer vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur berichtete, dass Strategien zur Umsetzung von Lebenslangem Lernen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene in Arbeit sind. Für Friedrich Faulhammer vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ist Lebenslanges Lernen in erster Linie auf europäischer Ebene ein wichtiges Thema, aber zunehmend auch an Universitäten und Fachhochschulen in Österreich. |
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Ist die Zeit reif für Lebenslanges Lernen? |
David Crosier, Bildungsexperte der EUA (European University Association) und Koautor des vor kurzem erschienenen „Trends V“-Berichts, stellte in seinem Vortrag die Frage, ob jetzt die Zeit für Lebenslanges Lernen gekommen sei. Das Thema sei in der Vergangenheit oft als die Zukunft der Weiterbildung gehandelt worden, aber, so Crosier, Lebenslanges Lernen ist bis heute noch nicht Realität. Nur für 17% der Hochschuleinrichtungen in Europa ist Lebenslanges Lernen ein wichtiges Thema, in Österreich sind es immerhin 40%, berichtete Crosier. Die größten Probleme sieht er in unklaren Vorgaben, widersprüchlichen Strategien, sinkenden Bildungsbudgets und der fehlenden Unterstützung seitens der Regierungen. Bildungsreformen seien zwar in ganz Europa im Gange, die Reformvorhaben aber oft nicht gut durchdacht oder nicht konsequent genug, so Crosier. In einigen Ländern Europas, allen voran Frankreich und in Skandinavien, funktionieren einzelne Konzepte gut, aber nirgends wird das Gesamtkonzept Lebenslanges Lernen durchgängig umgesetzt, kritisierte er. Vor allem sei der Informations- und Diskussionsprozess innerhalb der Gesellschaft meist nicht weit fortgeschritten. Crosier plädierte darauf, dass sämtliche Hochschuleinrichtungen Lebenslanges Lernen als zentrales Thema behandeln. Sein Resümee: die Zeit für Lebenslanges Lernen sei nun gekommen. |
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Strukturen und Rahmenbedingungen fehlen |
Erika Staudacher, Vizerektorin der Universität für Bodenkultur Wien, kritisierte in ihrer Funktion als Vertreterin der Österreichischen Rektorenkonferenz die fehlenden Strukturen und mangelhaften Rahmenbedingungen im Weiterbildungsbereich in Österreich. Sie forderte ein Gesamtbildungskonzept für den tertiären Bereich, das Fragen der Finanzierung, der Durchlässigkeit sowie der Anerkennung bzw. Anrechnung von Abschlüssen klärt. Ein großes Problem der Weiterbildung im tertiären Bereich ist die Kostendeckung. So würden Weiterbildungsangebote oft aus den Universitätsbudgets finanziert. Lebenslanges Lernen werde zwar von den Universitäten für wichtig erachtet, aber (noch) nicht gelebt. Staudacher sieht die größte Herausforderung darin, Ziele auf europäischer Ebene zu berücksichtigen und gleichzeitig Probleme der Anerkennung/Anrechung zu lösen, mehr Flexibilität für Studierende zu schaffen, den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden und die Qualität der Angebote sicherzustellen. |
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Spannungen zwischen Aus- und Weiterbildungsbereich |
Für Eva Cendon, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Donau-Universität Krems und Geschäftsstellenleiterin von AUCEN, sind wissenschaftliche Fundierung, Qualität und Nutzen für Studierende sowie Verzahnung von Theorie und Praxis die wichtigsten Aspekte von Weiterbildung im tertiären Bereich. Aktuelle Trends seien die Diversifizierung der Angebote, mit Tendenz zu länger dauernden abschlussorientierten Masterprogrammen, eine verstärkte Orientierung an den Anforderungen des Arbeitsmarktes sowie die Professionalisierung der Organisationsstrukturen der hochschulischen Anbieterinnen. Die größten Spannungsfelder in Bezug auf Lebenslanges Lernen sieht Cendon im Konflikt zwischen Durchlässigkeit vs. Abschottung, in Bezug auf Integration vs. Parallelität von Aus- und Weiterbildung sowie zwischen Standardisierung vs. Diversifizierung der Weiterbildungsangebote. |
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Workshops brachten erste Ergebnisse |
| Die Workshops, die sich der Entwicklung von Strategien für Lebenslanges Lernen an Hochschulen, der Praxis des Lebenslanges Lernen, dem Zusammenspiel von Hochschulen und Wirtschaft sowie den notwendigen Rahmenbedingungen für Lebenslanges Lernen im tertiären Bereich widmeten, brachten erste Ergebnisse und offene, weiter zu diskutierende Fragen. Kritisch beleuchtet wurde das Verhältnis von Aus- und Weiterbildung im Hinblick auf den Bologna-Prozess und Lebenslanges Lernen, die Frage des Zugangs und des „Outcome“, Erwartungen des Arbeitsmarktes, die Profilbildung der Hochschulen und die Frage der Finanzierung. |
Fortsetzung folgt in Klagenfurt |
| Für eine Fortsetzung der Diskussion ist gesorgt: bei der nächsten Veranstaltung dieser Reihe am 5. Oktober an der Universität Klagenfurt zum Thema „Was sind und was sollen Masterprogramme?“. |
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