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„E-Portfolios stellen ein wertvolles didaktisches Instrument dar und eignen sich besonders dazu, bildungspolitische Maßnahmen zu setzen“, erklärt Bratengeyer den noch weitgehend unbekannten Begriff, und fügt hinzu: „Sie sind mehr als nur digitale Bewerbungsmappen.“ Entscheidungsträger des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie der Universitäten und der Wirtschaft haben sich nun in Österreich auf Initiative der Donau-Universität Krems zusammengefunden, um gemeinsame Strategien zur Implementierung von E-Portfolios in den unterschiedlichen Bereichen umzusetzen. Die „E-Portfolio Initiative Austria“ nimmt damit eine Vorreiterrolle im gesamten deutschsprachigen Raum ein.
Online-Portfolios zukunftsweisende Methode
Sowohl in den USA als auch in Großbritannien sind E-Portfolios bereits seit einigen Jahren im Einsatz. In Wales etwa steht der Bevölkerung seit 2004 die Plattform „Careers Wales“ als arbeitsmarktpolitische Maßnahme zur Verfügung, die bis dato von über 130.000 Bürgern genutzt wird. Online-Portfolios gelten als zukunftsweisende Methode, um lebenslanges Lernen und Wissensmanagement zu unterstützen und werden damit die klassischen E-Learning-Modelle ablösen. Wenn es nach den Vorstellungen des European Institute for eLearning geht, sollen die elektronischen Kompetenz- und Erfahrungsprofile bereits 2010 flächendeckend von den EU-Bürgern selbstgesteuert verwaltet werden. „Mit E-Portfolios können Maßnahmen getroffen werden, die Erfahrungen und Lernfortschritte belegen, die Planung von Karrierewegen erleichtern und Bildungs- wie Berufswege transparent machen“, hebt Bratengeyer den Nutzen des innovativen Instruments hervor.
Donau-Universität Krems startet umfassende Forschungsinitiative
Mit Hilfe der „E-Portfolio Initiative Austria“ werden in Österreich bereits jetzt Pilotprojekte an Schulen, Universitäten und Betrieben ins Leben gerufen. Die wissenschaftliche Begleitung zu diesem neuen Forschungsbereich wird vom Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien der Donau-Universität Krems unter der Leitung von Erwin Bratengeyer beigesteuert. Ebendort sind soeben drei E-Portfolio-Forschungsprojekte für die Laufzeit von zwei Jahren gestartet.
Digitale Portfolios unterstützen lebenslanges Lernen
Das Projekt „E-Portfolios an Hochschulen“ widmet sich der Erforschung universitärer organisatorischer Rahmenbedingungen und den Bildungsanforderungen für kompetenzbasierte Aus- und Weiterbildung. Das Forschungsvorhaben wurde von Departmentleiter Univ.-Prof. Dr. Peter Baumgartner initiiert und wird vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bmbwk) gefördert. Parallel dazu startet die Donau-Universität Krems gemeinsam mit fünf weiteren Universitäten ein vom „Forum Neue Medien – Austria“ entwickeltes Projekt, das anhand von Good Practice Beispielen E-Portfolio Modellfälle, Handlungsempfehlungen und Implementierungsstrategien erarbeitet. Das Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien gestaltet den Modellfall auf Basis des bestehenden „Research-PhD-Programmes“, das gemeinsam mit der Leeds Metropolitan University angeboten wird und den speziellen Rahmenbedingungen von DissertantInnen Rechnung trägt.
E-Portfolios für die Wirtschaft
Auch in der Wirtschaft werden mit dem Einsatz der neuen Software Hoffnungen für die Personalentwicklung verbunden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (bmwa) fördert das Projekt „E-Portfolios für die Wirtschaft“, das ebenfalls mit Unterstützung des Departments für Interaktive Medien und Bildungstechnologien umgesetzt wird. Ziel des Projektes ist es, das Potenzial, das die Verwendung von ePortfolios in sich trägt, nicht nur im Bildungswesen zu nutzen, sondern auch für die betriebliche Wirtschaft verfügbar zu machen. Die Donau-Universität entwickelt und analysiert dafür konkrete Anwendungsszenarien, die von KMUs eingesetzt werden.
LEARNTEC-Kongress – Perspektiven und Projekte
Erwin Bratengeyer wird die „E-Portfolio Austria Initiative“ am 15. Februar 2007 bei der LEARNTEC-Messe in Karlsruhe vorstellen. Bei dem 15. internationalen Kongress für Bildungs- und Informationstechnologien (13.-15. Februar) wird erstmals über Chancen von E-Portfolios für Politik, Bildung und Wirtschaft diskutiert und dem Thema damit ein entsprechender Stellenwert eingeräumt.
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