14.03.2024

“Gemeinsam gut entscheiden“ setzt sich zum Ziel, unnötige medizinische oder pflegerische Behandlungen und Untersuchungen zu vermeiden. Wissenschaftlich geleitet wird das Projekt durch eine Kooperation des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation der Universität für Weiterbildung Krems mit dem Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung der Medizinischen Universität Graz.

„Gemeinsam gut entscheiden“ steht für die Aufklärung der Öffentlichkeit und Fachpersonen über sogenannte Über- und Fehlversorgung. In der professionellen Gesundheits- und Krankenpflege herrscht häufig Personalmangel. Dies führt zu Belastungen für die Pflegenden selbst, kann aber auch zu Qualitäts- und Leistungseinbußen führen. Entsprechend wichtig ist es, die zur Verfügung stehende Arbeitszeit der Pflegenden adäquat zu nutzen. Das vorliegenden Ergebnisse konzentrieren sich auf pflegerische Maßnahmen, die zwar weit verbreitet sind, aber in vielen Fällen den Betroffenen nur wenig nützen oder sogar schaden können.

Die fünf wichtigsten dieser Pflegemaßnahmen wurden von erfahrenen Pflegefachkräften ausgewählt. Der aktuelle Stand des Wissens wurde kritisch überprüft und zusammengefasst. Diese Informationen sollen dazu beitragen, die Qualität in der Gesundheitsversorgung zu verbessern: Denn mehr Pflege oder bloß gut gemeinte Pflege bedeutet nicht immer bessere Pflege.

Pflegemaßnahmen auf dem Prüfstand

Pflegebedürftige und kranke Menschen müssen oft auf einen erholsamen Nachtschlaf verzichten. Einerseits erschweren Stress, Angst und Schmerzen das Ein- und Durchschlafen, andererseits gibt es im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen auch nachts Reize, die aufwecken oder wachhalten können. Es empfiehlt sich daher, nächtliche Pflegemaßnahmen nur auf das Notwendigste zu beschränken.

Bewegungseinschränkungen können gesundheitliche Risiken bergen. Daher sollte darauf geachtet werden, die Patient_innen möglichst wenigen Einschränkungen auszusetzen. Auch bei eingeschränkter Mobilität ist es empfehlenswert, die Pflegebedürftigen zu Aktivität zu motivieren, um die Muskulatur zu trainieren und damit zu einem besseren Gesamtgesundheitszustand beizutragen.

Mehr Aufmerksamkeit für Menschen mit Demenz wird ebenfalls nahegelegt. Menschen mit Demenz sind oft unruhig. Dies zu erkennen und darauf nicht vorrangig mit medikamentöser Therapie zu reagieren, sondern individuell auf die persönlichen Bedürfnisse einzugehen, wird als wichtige Empfehlung ausgesprochen.

Aggressives Verhalten, Desorientierung oder Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags müssen nicht zwangsläufig auf eine Demenz hinweisen. Es kann sich auch um ein sogenanntes Delirium handeln. Deshalb sollte nicht automatisch von einer Demenz ausgegangen werden. Die Unterscheidung ist wichtig, um rechtzeitig geeignete Hilfen einzuleiten.

Über das Projekt

Das Projekt „Gemeinsam gut entscheiden“ wird von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), dem Gesundheitsfonds Steiermark und dem Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) finanziert. Unterstützt wird es auch vom Bundesverband und dem Niederösterreichischen Landesverband der Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflege.

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