DEUTSCHENGLISH
Fachbereiche Studienangebote Forschung & Consulting Lichtlabor News & Presse Archiv Veranstaltungen Links Team
Sieger des Architektur- und Designwettbewerbs „Daylight Spaces“ stehen fest
Preise für innovative Tageslichtkonzepte gehen in die Niederlande und nach Japan
01.06.2010
Die Entwürfe von Border Architects aus den Niederlanden und Takeshi Hosaka aus Japan haben überzeugt. Die beiden Architekten-Teams sind die Sieger des zweiten Wettbewerbs „Daylight Spaces“, bei dem 36 Projekte aus 18 Nationen eingereicht wurden. Die Projekte von Patrick Uchal (Slowakei) und Franz Koppelstätter (Österreich) fanden besondere Anerkennung der Jury. Zu besichtigen waren die Siegerprojekte bei den Architekturtagen am 28. Mai 2010 am Campus Krems im Rahmen der Preisverleihung.
Mit den klaren Geometrien und der Durchlichtung des gesamten Raumvolumens begründete die Jury am vergangenen Freitag in Krems die Vergabe eines der beiden Hauptpreise an das Architekturbüro Border Architecture aus den Niederlanden für ihr „Al-Light-Wohnhaus“. Eine beeindruckende Symbiose von Licht und Stimmung gelang dem Japaner Takeshi Hosaka mit dem „Love House – Haus für ein Paar“. Das zweite Siegerprojekt überzeugte durch abwechslungsreiche und poetisch anmutende Raumstimmungen, die sowohl bei Tageslicht als auch bei Mondschein in Erscheinung treten. Dies wird durch eine sensible, nach innen gekehrte Raumstruktur mit wenigen, dafür umso präziser gesetzten und gestalteten Gebäudeöffnungen ermöglicht. Darüber hinaus wurde die reduzierte, unaufgeregte und originelle Raumausstattung von der Jury positiv bewertet.

Lichtandacht

Neben den beiden Hauptpreisen fanden zwei Projekte besondere Anerkennung der Jury: Die Grundform eines kleinen Andachtsraumes des Österreichers Franz Koppelstätter, die in Anlehnung an den Bautypus einer Innviertler Bauernkapelle entstand. Im Gegensatz zum traditionellen Vorbild wird der Blick nicht auf einen Altar, sondern aus dem Bauwerk heraus in die Landschaft gerichtet.
Durch die an den Sonnenlauf angepasste Gebäudegeometrie flutet Tageslicht durch Glasfenster in den Innenraum. In Kombination mit in besonderer Art und Weise behandelten inneren Holzoberflächen entstehen so bemerkenswerte Raumstimmungen.

Die städtebauliche Situation und der Versuch von architektonischen Bildinterpretationen machen Patrick Uchals Gemäldegalerie zu einem besonderen Projekt: Die Werke eines bedeutenden Malers sind in einem Museumsgebäude ausgestellt, in dem jede einzelne Arbeit in einem eigens gestalteten, Pavillion-ähnlichen Raum gezeigt wird.

Bewertungskriterien und Preise für die Projekte

„Besonderes Augenmerk bei der Bewertung der Projekte legten wir auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, Entwurfsqualität, Nutzerbedürfnisse und die positiven Effekte auf die Umgebung. Die Zusammenführung von moderner Architektur mit nachhaltigen Gebäudestrukturen, sowie der gekonnte Umgang mit natürlichem Licht sind oberste Ziele der Lehr- und Forschungstätigkeiten an unserem Department und diese sollten auch in den eingereichten Projekten verfolgt werden“, erklärt Organisator und Jurymitglied Arch. DI Gregor Radinger, der am Department für Bauen und Umwelt den neuen Universitätslehrgang „Tageslicht Architektur“ leitet.
Die Sieger dürfen sich über jeweils einen Artist-in-Residence-Studienaufenthalt für die Dauer von einem Monat in Krems freuen. Enthalten sind die Unterbringung, ein Stipendium im Wert von 1.000 Euro sowie Reisekostenersatz und die Nutzungsmöglichkeit des Lichtlabors am Department für Bauen und Umwelt.

Organisation und Partner

„Daylight Spaces“ wurd vom Department für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems in Kooperation mit AIR Artist in Residence Niederösterreich, ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich, Eckelt Glas und Velux organisiert. Mit dem Wettbewerb wollten die Organisatoren eine Plattform zur Sensibilisierung für das Thema Planen mit Tageslicht bieten.

von links nach rechts: Arch. DI Georg Bauer (ORTE Architekturnetzwerk NÖ), Heinz Hackl (Velux), DI Dr. Renate Hammer, MAS (Donau-Universität Krems), DI Gregor Radinger (Donau-Universität Krems) mit einem der Sieger des Wettbewerbs, Arch. Henri Borduin (Border Architects)
Foto: Lachlan Blair

Siegerprojekte

Projekt "Al-Light-Wohnhaus" von Border Architects (NL)

Das Projekt Al-Light des holländischen Architekturbüros Border Architecture liegt in einem haarlemer Stadtviertel mit schmalen Gassen und heterogener Bebauung.
Gebäude mit unterschiedlichen Höhen und Stilen prägen das Straßenbild.
Aufgrund dieser Rahmenbedingungen erhält die Frage nach Durchlichtung des neu zu gestaltenden (Wohn-)Raumvolumens eine besondere Bedeutung.

Ein optimierter Lichteintrag und die Wahrung von Privatsphäre innerhalb des Gebäudes sind zu berücksichtigen, wobei die Enge des Grundstückes und der geringe Abstand zur gegenüberliegenden Nachbarbebauung einen entscheidenden Einfluss auf den Entwurf darstellen.

Die Fassadengliederung zeigt ein Wechselspiel aus transparenten Flächen und massiven opaken Rahmenelementen, die wie Möbelstücke wahrgenommen und benutzt werden.

Im Inneren sorgen Oberlichte, Lichtschächte und Deckendurchbrüche für Durchlichtung des gesamten Gebäudevolumens.
So werden durch wechselnde diffuse und direkte Lichteinträge lebendige und abwechslungsreiche Lichtsituationen sowohl in Wohn- als auch Nebenräumen ermöglicht.

Projekt "Love House - Haus für ein Paar" von Takeshi Hosaka (Japan)

Love House wurde für ein kleines Grundstück (10m x 3,3m) in Yokohama entwickelt. Ein sensibler Umgang mit Licht, Farbe, Material aber auch die Unterschiedlichkeit von Geräuschwahrnehmungen, etwa wenn Regen auf bestimmte Oberflächen fällt, sind Teil des Entwurfskonzeptes.
Eine kurvenförmige Öffnung der Gebäudehülle ermöglicht es, Innenraum als Außenraum erlebbar zu machen.
Durch rund geformte Bauteile wird das Haus zum Reflektor, zu einer Laterne für Kerzenlicht. Natürliches Licht bei Tag und bei Nacht wird so in gleicher Weise berücksichtigt.
Gleichzeitig wird auf aufwendige Gebäudeausstattung und auffällige Gestaltungsmerkmale bewusst verzichtet.

Projekte mit besonderer Erwähnung durch die Jury

Kapelle von Franz Koppelstätter (Österreich)

Die Grundform des Projektes entstand in Anlehnung an den Typus einer traditionellen Innviertler Kapelle.
Anders als bei den gebauten Vorbildern wird jedoch der Blick nicht auf
einen Altar, sondern aus dem Bauwerk hinaus gerichtet.
Durch die an den Sonnenlauf angepassten Änderung der Geometrie flutet das Tageslicht durch Kirchenfensterglas in den Innenraum.

Beim Entwurf wurde besonders Augenmerk auf den Lichteinfall von Mittag bis Abend gelegt, da zu diesen Tageszeiten mit der stärksten Nutzung der Kapelle zu rechnen ist.

Die Tragstruktur ist aus bearbeiteten Lärchenholzpfosten erstellt, wobei die Rinde und das weiche Splintholz vom Kernholz abgespalten werden.
Dadurch entsteht eine organische Textur, die im Tagesverlauf in unterschiedlichen Kontrasten erscheint. Als Deckungsmaterial werden Lärchenschindeln eingesetzt.

Das Projekt entstand auf Initiative von vier Bauernfamilien mit dem Ziel, gemeinsam eine Kapelle im Selbstbau zu errichten. Die Bauarbeiten sind derzeit noch im Gange.

Galerie von Patrick Uchal (Slowakei)

Die Werke eines bedeutenden Malers werden in einem neuen Museumsgebäude ausgestellt und dadurch gewürdigt, dass jede einzelne Arbeit in einem eigens gestalteten, pavillonartigen Raum gezeigt wird.
Die städtebauliche Situation und der Versuch einer subtilen, architektonischen Bildinterpretation machen das Projekt zu einem Besonderen.

Rückfragehinweis

Arch. Dipl.-Ing. Gregor Radinger

Telefon: +43 (0)2732 893-2669
Fax: +43 (0)2732 893-4650
E-Mail: gregor.radinger@donau-uni.ac.at
Adresse:
Donau-Universität Krems
Department für Bauen und Umwelt
Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30
A-3500 Krems