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Sicherheitskonferenz Krems 2011
Nachlese
07.11.2011
Bereits zum 9. Mal fand am 27.10 die Sicherheitskonferenz Krems an der Donau-Universität statt. Die vom Zentrum für Infrastrukturelle Sicherheit ausgerichtete, deutschsprachige Veranstaltung für Forscherinnen und Forscher aus Wissenschaft und Wirtschaft stand diesmal ganz im Zeichen der Sicherheit im Netz.

Der Direktor des Bundeskriminalamtes, Herr General Franz Lang, zeichnete in der Keynote ein anschauliches Bild zur aktuellen Bedrohungslage und verdeutlichte die Dimensionen in konkreten Zahlen zur Kriminalität im Internet.

 

  • 750 Mrd. € Schaden (lt. Europol)
  • 150.000 Schadprogramme pro Tag (lt. Europol)
  • 150 Mrd. US-$ Umsatzvolumen (lt. FBI) – mehr als durch Drogenhandel (!)

 

In Österreich sind die Anzeigen auf dem Gebiet des Cyber-Crime in den letzten 10 Jahren um  das 6-fache gestiegen.  Täglich entstehen neue Deliktsformen im Netz,  immer mehr gewinnt die organisierte Kriminalität an Terrain im Netz. Daher stellt  die Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit eine wichtige Komponente zur Prävention und zur Bekämpfung dar.

Dies  geschieht auch durch eine Vernetzung von Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Behörden. Eine breite Plattform zum Austausch bietet die Sicherheitskonferenz Krems.


150 TeilnehmerInnen aus dem In- und Ausland –  informierten sich über die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Gebiet von Cyber Security und Cyber Crime.
So wurden u.a. die Ergebnisse aus einem KIRAS Forschungsprojekt „Open Source Intelligence am Beispiel von Kiras/ MDL - Multimedia Documentation Lab“ vorgestellt,  ein System, welches eine große Menge multimedialer Daten, die typischerweise von Open Sources in einer unstrukturierten Form und in verschiedenen Formaten gesammelt werden, in Echtzeit verarbeitet. MDL ist ein Werkzeug für die Lagebild-Erstellung und Risikobewertung. Es erlaubt die Integration von Multimedia-Content in die Analyseprozesse für sicherheitsrelevante Problemstellungen.
Die forensische Analyse von Smartphones und die damit verbundene Auswertungsproblematik waren ebenso Thema wie ein vielbeachteter Beitrag des deutschen Sicherheitsexperten Rolf von Rössing:  Von der Sicherheit im Kollektiv zum Schutz  des Individuums:  ein Paradigmenwechsel
Cyber Security ist in Forschung und Praxis in erster Linie auf Organisationen gerichtet. Cyber Crime hingegen richtet sich mehrheitlich gegen das Individuum, das auch innerhalb einer Organisation regelmäßig als Schwachstelle gilt. Diese Asymmetrie führt immer häufiger zum systemischen Versagen herkömmlicher Sicherheitskonzepte. Nur  durch individuell abgestimmte  Cyber Security Strategien können wirksame Antworten auf die steigende Cyber Kriminalität gefunden werden.

 

Mit dem Get together und angeregten Diskussionen zu den angesprochenen Sicherheitsthemen fand die
9. Sicherheitskonferenz  ihren Ausklang. Die nächste Sicherheitskonferenz an der Donau-Universität  Krems findet am Donnerstag, 4. Oktober 2012  statt.
 

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