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Verfahrenstechnik

Der Fachbereich Verfahrenstechnik gliedert sich in zwei Arbeitsgruppen, die medizinische Verfahrenstechnik und die Wassertechnologie.

Medizinische Verfahrenstechnik

Medizinische Verfahrenstechnik
Foto: www.stricklerfotografie.at ZOOM

Schwerpunkte im Fachbereich Verfahrenstechnik sind die Entwicklung und Prüfung von Membran- und Adsorptionsverfahren, Ermittlung von Siebkoeffizienten für Plasmakomponenten (Albumin, Totalprotein, Immunglobuline, Fibrinogen, urämische Marker) sowie die Druck- und Flussmessung zur rheologischen Charakterisierung von Membranen der extrakorporalen Blutreinigung.

Weiters wird in diesem Fachbereich die Prüfung von Adsorbermaterialien hinsichtlich ihrer Adsorptionskapazität und Adsorptionskinetik in Batch-Tests sowie insbesondere an den Gesamtsystemen, wie sie in der Klinik eingesetzt werden, durchgeführt.

Als Markersubstanzen für die Effektivität der Systeme in der Behandlung von Leber- und Nierenversagen werden unter anderen das stark albumingebundene Bilirubin, Gallensäuren (Glycocholsäure, Taurocholsäure), aromatische Aminosäuren (Tryptophan, Phenylalanin, Tyrosin zur Ermittlung der Fishers Ratio) Phenol, Homocystein und p-Cresolsulfat eingesetzt. Die Analytik erfolgt mit einem Hitachi/Roche 902 Autoanalyzer sowie mittels HPLC.

Foto: Adsorberkapseln für die Blutreinigung

Im Fachbereich Verfahrenstechnik werden in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern die Blutreinigungssysteme getestet und hinsichtlich ihrer Effektivität (Filtrationsraten, Adsorptionskinetik, Flussraten, Druck) charakterisiert und optimiert.

Weiters beschäftigen wir uns mit Verfahren zur Antikoagulation, insbesondere mit der Zitranantikoagulation für die am Zentrum entwickelten Blutreinigungssysteme. Gemeinsam mit dem Fachbereich Elektronik & Messtechnik ist ein moderner, automatisierter Antikoagulationsmonitor in Entwicklung. Unsere Hauptaufgaben sind die biochemische Charakterisierung von Humanblut unter dem Einfluß verschiedener Citrat-Konzentrationen hinsichtlich Komplementaktivierung, Gerinnungseigenschaften und Konzentration von Total- und ionisiertem Kalzium, sowie die Untersuchung verschiedenster Dialysatoren hinsichtlich Citrat-Clearance.

In einem weiteren Projekt beschäftigen wir uns mit der Entwicklung eines Hybrid-Lebersystems, welches auf der MDS-Technologie beruht und eine Kombination eines Membran/Adsorptionssystems mit einer Bioartifiziellen Leber darstellt. Im Rahmen dieses Projekts werden Leberzellen in Alginat enkapsuliert, um diese gemeinsam mit konventionellen Mikroadsorbern in einem geschlossenen Filtratkreislauf zu rezirkulieren. Hauptaufgaben sind dabei die Reduktion der Kapselgröße auf < 100 µm, die Optimierung der Porosität der Kapseln, um die Nährstoff-Versorgung und den Stofftranport von Metaboliten aus der Kapsel ins Plasma sicherzustellen bei gleichzeitiger mechanischer Stabilität, um die Kapseln unbeschadet bei hohen Flussraten rezirkulieren zu können.

Verteilungskurve von Nanopartikeln
Foto: Verteilungskurve von Nanopartikeln ZOOM
Verteilungskurve von Nanopartikeln


Die für den Einsatz in Adsorptionssystemen hergestellten Mikro- und Nanopartikel werden im Verfahrenstechnik-Labor hinsichtlich ihrer Größe und ihrer Größen- und Volumsverteilungskurven charakterisiert. (Bild links)

Leitung:
Dr. Jens Hartmann
Mitarbeiter Medizinische Verfahrenstechnik:
DI Stephan Harm
Mag. Karin Strobl
Dipl. MTA Ute Fichtinger
Dipl. MTA Claudia Schildböck
Mitarbeiter Wassertechnologie
Univ.-Prof. Roland Koch
N,N