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Fotografie / Bildwissenschaft

Luftbildarchiv Flying Camera: Quo Vadis?
Projektzeitraum: Sommer 2005, KW 29 bis KW40
Leitung:   Michel Pfeiffer
Im Rahmen des Projektes wird ermittelt, ob sich eine hochauflösende Digitalisierung und eventuell ein Inhouse Printing für ein spezifisches Luftbildarchiv rechnet. Im Zusammenhang mit einer intensiven Workflow-Analyse sollen dazu die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Luftbildfotografie geprüft und verschiedene Digitalkameras getestet werden.

Kurzfassung Projektbericht: „Luftbildarchiv: Flying Camera Quo Vadis?“

Das Projekt wurde im Rahmen der Projektmanagementrichtlinien erfolgreich umgesetzt. Alle wichtigen Entscheidungsgrundlagen sind für die Firma erarbeitet und liegen nun vor. Aufgrund dieser Ergebnisse werden in den kommenden Wintermonaten Entscheidungen gefällt, entsprechende Investitionen getätigt und die Firmenmitarbeiter ein- bzw. umgeschult, so dass die Firma Flying Camera ab März 2006 in gewohnter Qualität digitale Luftbilder produzieren kann.
Im Heli
Foto: M. Pfeiffer ZOOM
Im Helikopter

Die internen und externen Arbeitsabläufe mit analogem Material sind gut durchdacht. Die Integration von digitalen Bilddaten wird möglich sein, jedoch sind erhebliche Änderungen vorherzusehen.

Effizientere Kapazitätsauslastung ohne Investitionsfolgen können durch die vermehrte und vertiefte Nutzung des bestehenden Bilddatenbanksystems erreicht werden. Für eine längerfristige Effizienzsteigerung der Ablaufprozesse ist eine Konsolidierung der firmeninternen Abläufe unumgänglich. Dies kann nur mit einem modernen Warenwirtschaftssystem oder mit einer neuen umfangreichen Bilddatenbanklösung erreicht werden. Zielsetzung dabei ist eine Integration von Kundenkontakten, Objektinformationen, Auftragsübersichten, Offerten und Rechnungen. Dazu kommt, dass die angestrebte Lösung des Flugplans und ein zusätzliches Archivsystems für Zeitungsinformationen integriert werden müssen.

Die Kostenanalyse der Digitalisierung zeigt auf, dass es sich beim momentanen Umfang der Scanaufträge nicht lohnt, einen eigenen High-End-Scanner anzuschaffen. Die Analyse der Outputproduktion zeigt jedoch, dass sich die Investition für den C-Print Ersatz schnell amortisieren würde. Es werden im Folgeprojekt noch weitere Bewährungsproben für die favorisierten Lösungen folgen müssen, damit ein reibungsloser Betrieb gewährleistet werden kann. Je nach Entscheidung soll der entsprechende C-Printersatz auch noch auf seine Langzeitbeständigkeit untersucht werden.

Der letzte Teil des Projektes, die Evaluierung einer digitalen Kamerakonfiguration, wurde ebenfalls positiv abgeschlossen. Alle getesteten Kameras und Digital Backs sind auch im überwachten Luftraum (Kontrollzonen wie CTRs, TMA etc.), wo Transponderpflicht besteht, einsetzbar. Die Qualität der digitalen Datensätze überragt jene der analog erzeugten bei Weitem. Während der Tests wurden aber auch Probleme sichtbar.
Da im Helikopter immer Platznot herrscht und sehr schell gearbeitet werden muss, hat die Bedienung bzw. die Bedienungssicherheit der Kamera und des digitalen Kamerarückteiles eine übergeordnete Bedeutung. Dazu zählt auch die Stromabhängigkeit, welche bei den getesteten Digibacks extrem hoch ist. Hier werden Möglichkeiten erarbeitet werden müssen, wie die evaluierte Kamera direkt aus dem Bordstromnetz des Helikopters versorgt werden kann. Erst nach diesen Kriterien erfolgt eine Beurteilung der Datenqualität. Diese wird in erster Linie von der Software, in der die RAW-Daten entwickelt werden, geprägt. Hier stellte sich heraus, dass das zentrale Problem beim Weissabgleich liegt. Die Resultate mit automatischen Softwarefunktionen ergeben je nach Motiv sehr unterschiedliche Ergebnisse, welche nicht als natürlich wahrgenommen werden. Ansprechende Ergebnisse konnten nur manuell erzeugt werden.
Im Mittelpunkt des Folgeprojektes wird die Umsetzung eines effizienten und sicheren Workflows der digitalen Daten stehen welche die Langzeitarchivierung dieser Zeitdokumente ermöglicht.

Weitere Informationen oder Details zum Projekt erhalten Sie beim Projektleiter oder beim Auftraggeber.

Projektleitung: Michel Pfeiffer

E-Mail: info@michelpfeiffer.com

Projekauftraggeber: Flying Camera

E-Mail: info@flyingcamera.ch

Einreichung des Projektabstracts, Stand 11. 7. 2005

Kraehenbuehl
Foto: Luftbildarchiv ZOOM
Krähenbühl fotografiert aus Helikopter

Die Firma Flying Camera ist eine Bildagentur, die sich auf Luftaufnahmen spezialisiert hat. Die Aufnahmen entstehen mit einem firmeneigenen Helikopter. Zum Kundenkreis der Flying Camera zählen Architektur- und Planungsbüros; Bauherrschaften; Industrie-, Handels- und Gewerbeunternehmungen; öffentliche Verwaltungen & Institutionen sowie Werbeagenturen. Die Luftaufnahmen finden in Firmenbroschüren oder Dokumentationen Verwendung. Sie dienen als Zeitdokumente für Projektierungs- und Forschungsgrundlagen sowie für Werbezwecke.
Das Luftbildarchiv der Flying Camera entstand im Jahr 1982. Den Fokus legte der Eigentümer B. Krähenbühl dabei auf den Kanton Zug und seine nähere Umgebung. Dadurch ist ein sehr umfangreicher Bildbestand entstanden, welcher die urbanistische Entwicklung des Kantons Zug eindrucksvoll widerspiegelt. Der Archivbestand beläuft sich auf 32'000 Motive. (Stand Juni 2005)

Die steigende Nachfrage nach digitalen Bilddaten und die damit verbundenen Änderungen am Bildermarkt machen auch vor einem Spezialarchiv nicht halt. Dieser spezialisierte Nischenmarkt steht vor einem sich abzeichnenden Wandel, welcher sich in der Reportage- oder Modefotografie schon vollzogen hat. Waren bisher qualitativ hochwertige Fotografien (C-Prints) gefragt, so zeigt sich zunehmend die Tendenz, dass die Kunden seit einigen Monaten mehrheitlich hochwertige digitale Daten anfordern. Der Eigentümer, Herr B. Krähenbühl, will sich der neuen Herausforderung stellen um die Zukunft seines Unternehmens sicherzustellen.
Das Projekt „Luftbildarchiv Flying Camera: Quo Vadis“ erarbeitet die nötigen Entscheidungsgrundlagen, damit Flying Camera den Schritt in die digitale Bildproduktion und Verwertung vollziehen kann. Eine Standortbestimmung zeigt die Stärken und Schwächen der über die Jahre gewachsenen Arbeitsprozesse. Das Unternehmen hat ein eigenes Bildmanagement-System zur Verwaltung der Bilder. Dazu werden LowRes Daten auf einem Flachbettscanner erzeugt und eingelesen. Täglich werden nach den Fotoflügen Negativfilme entwickelt und C-Prints in Auftrag gegeben. Die Qualität der vom Fotolabor gelieferten C-Prints unterliegt starken Schwankungen und ist nicht mehr zufriedenstellend. Regelmässig müssen die Prints beanstandet werden.

Im Rahmen des Projektes muss gezeigt werden, ob sich eine HighRes-Digitalisierung und eventuell ein Inhouse Printing rechnet. In Zusammenhang mit einem überarbeiteten Workflow sollen die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Luftbildfotografie geprüft werden. Zeigt sich, dass die aktuellen Modelle einsetzbar sind und den qualitativen Ansprüchen genügen, wird eine Empfehlung zur Investition in eine Digitalkamera ausgesprochen. Im Hinblick auf die Langzeitsicherung der digitalen Bilddaten muss der Arbeitsprozess angepasst werden.

http://www.michelpfeiffer.com