Von der Tabakfabrik zur DenkwerkstattWo heute gelernt, gelehrt und geforscht wird, drehten früher fleißige Hände Virginia-Zigarren: Das historische Hauptgebäude der Donau-Universität Krems wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Tabakfabrik errichtet und 1995 zur Bildungsinstitution umfunktioniert. 2005 wurde die ehemalige Tabakfabrik mit einem neuen Gegenüber aus Glas, Stahl und Aluminium zum Campus Krems, der 4.500 Studierenden die optimale Umgebung für ein genussvolles Studium bietet. |
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Die Zigarrenfabrik Stein, Bezirk Krems, wurde 1850 aufgrund der guten Verkehrslage an der Donau und der Nähe zu Wien gegründet. Im Gebäude der alten Tabakfabrik, die durch die Justizanstalt Stein von der "neuen" Tabakfabrik getrennt wird, ist heute die Kunsthalle Krems untergebracht. Dieses Haus war ursprünglich ein Gasthof, der 1850 per Dekret vom Finanzministerium erworben wurde. Nur drei Monate später begann hier die Zigarrenproduktion. |
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Jahresproduktion von 75 Millionen Zigarren |
Der dreistöckige Stahlbetonskelettbau in der Formensprache eines "dritten Barock", der heute die Donau-Universität Krems beherbergt, wurde zwischen 1919 und 1922 nach Plänen des Architekten Paul Hoppe errichtet. Eröffnet hat die neue Fabrik am 16. Juni 1922 der damalige Generaldirektor der Tabakwerke, Dr. Karl Dorrek, nach dem später die an das Gebäude grenzende Straße benannt wurde. Als das "soziale Musterunternehmen" Österreichs schufen die Austria Tabakwerke, vormals "Österreichische Tabakregie", zahlreiche Wohlfahrtseinrichtungen wie Invaliden- und Krankenversicherungen, Behandlungszimmer für den Betriebsarzt, eine Betriebsküche und ein Arbeiterbad, Kinderheime und für damalige Verhältnisse großzügige Arbeiterwohnungen. |
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Sensible Umgestaltung nach Plänen von Manfred Wehdorn |
| Heute spielt das Gebäude - nach seiner Wandlung von der Tabakfabrik zur Weiterbildungsuiversität - wieder eine wichtige Rolle in der Region: als Arbeitsstätte für mehr als 300 MitarbeiterInnen der Donau-Universität Krems sowie als wissenschaftlicher Impulsgeber und als kulturelles Begegnungszentrum. 1987, als die Gründung der "Wissenschaftlichen Landesakademie für Niederösterreich" beschlossen worden war, beauftragte man den Architekten Manfred Wehdorn mit der Umgestaltung des historischen Gebäudes in der Tradition des "Heimatstils". Die Umbauplanung wurde mit größtmöglicher Schonung der historischen Bausubstanz und nach wirtschaftlichen Kriterien durchgeführt. Die historische Raumhöhe wurde absichtlich nicht vermindert, um den Charme des Industriegebäudes zu erhalten. 1995 zog die Donau-Universität Krems in die neu adaptierten Räume ein. Der Mitteltrakt des Gebäudes wurde von 2002 bis 2003 saniert und ausgebaut. Gleichzeitig fiel der Startschuss für den Bau des Campus Krems, der am 7. Oktober 2005 eröffnet wurde. Dem bestehenden Gebäude wurde eine moderne Konstruktion aus Stahl, Glas und Aluminium gegenübergestellt, die sich harmonisch in das historische Areal einfügt und neben der Donau-Universität Krems auch der IMC Fachhochschule Krems, der Österreichischen Filmgalerie und der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.H. Platz bietet. |
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