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Zwischen Panikmache und Sensibilisierung
11. Sicherheitskonferenz Krems stellte Sicherheitsmarketing in den Fokus
10.10.2013
Die Frage, ob und wie Sicherheit vermarktet werden soll, stand im Zentrum der 11. Sicherheitskonferenz Krems am 10. Oktober 2013. Bei der Veranstaltung der Donau-Universität Krems diskutierten Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und weitere VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wesentliche Fragen zu Sicherheitsthemen. Die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung sei eine der größten Herausforderungen, erklärte Erwin Hameseder, Präsident des Kuratoriums Sicheres Österreich (KSÖ) und Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien bei der Konferenz.

Sicherheit betrifft alle Lebensbereiche und wie sicher sich Menschen fühlen, hängt stark vom subjektiven Empfinden ab. „Die Kommunikation mit der Bevölkerung und die Sensibilisierung für das Thema sind daher von Beginn an im Zentrum unserer Aktivitäten gestanden“, wie Dr. Walter Seböck, MSc, MBA Veranstalter der 11. Sicherheitskonferenz Krems und Leiter des Departments für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung an der Donau-Universität Krems bei seiner Begrüßung betonte.
 

Gute Noten für Österreich
Österreich schneidet bei Sicherheitsthemen überdurchschnittlich gut ab, wie Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner in Krems erläuterte. Im internationalen Vergleich wird die Sicherheit Österreichs EU-weit mit dem zweitbesten und weltweit mit dem sechsbesten Platz bewertet. „Dennoch sind wir - was zum Beispiel Kriminalität betrifft -, im Dauereinsatz“, so Mikl-Leitner. Gerade die Gefahren im Internet würden durch die zunehmende Vernetzung steigen. Cyber-Sicherheit habe daher politische Priorität. Zur Bekämpfung der Gefahren brauche es das Zusammenspiel aller Beteiligten Institutionen, aber auch der Bevölkerung, so die Ministerin.
 

Gesetzgeber gefordert
Keynote-Redner Mag. Erwin Hameseder, Präsident des Kuratoriums Sicheres Österreich (KSÖ) und Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien betonte die Rolle der Politik, beim Thema Datenschutz. „Es geht um wesentliche Fragen zur Datenhoheit, zum Zugriff auf Daten und deren Verwertung. Das ist bis dato nicht geregelt“, sagte Hameseder. Darüber hinaus sei Bewusstseinsbildung eine der größten Herausforderungen beim Thema Sicherheit, zitierte Hameseder aus der vor kurzem veröffentlichten und vom KSÖ und dem Innenministerium in Auftrag gegebenen Studie „Cyberlife 2030“. Das KSÖ leiste diesbezüglich durch das „Cyber Security Forum“ Pionierarbeit, das sich an einer wachsenden Zahl an Partner erfreue.
 

Welt ohne Weltordnung
Die beiden ExpertInnen Prof. Dr. Günther Schmid, ehemals Bundesnachrichtendienst München/Berlin und die deutsche Autorin und Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Gronemeyer lieferten anschließend eine kritische Analyse des Begriffs Sicherheit aus globaler und gesellschaftlicher Perspektive. Dabei zeichnete Schmid ein düsteres Bild der geopolitischen Entwicklung. Schmid, der seit vielen Jahren die geopolitischen Entwicklungen beobachtet und analysiert, fehlt die übergeordnete politische Perspektive und ortet am Beispiel Syrien den Zerfall der regionalen Ordnung, mit globalen Auswirkungen. „Die internationale Politik befindet sich in einem historischen Transformationsprozess. Unterschiedliche Macht- und Interessenslagen münden in neue Systemwettbewerbe, die die Welt fragmentieren. Wir befinden uns mitten in einer Weltordnungskrise“, resümierte Schmid.
 

Schwerpunkt Sicherheit

Insbesondere die Informationssicherheit hat in den vergangenen Jahren in Österreich einen hohen Stellenwert erlangt. Zahlreiche Forschungsprojekte und -schwerpunkte widmen sich dem Thema, um Lösungsansätze für IT-Infrastrukturen zu entwickeln und dabei den Schutz aller Beteiligten zu gewährleisten. Die WissenschaftlerInnen des Departments für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung der Donau-Universität Krems sind wesentlich an der nationalen und EU-weiten Entwicklung von ganzheitlichen Lösungen in den Bereichen E-Government und IT beteiligt. Praxisnahe Fragen und Lösungen werden auch in den berufsbegleitenden Weiterbildungsprogrammen des Departments zu Sicherheit, Management und IT erarbeitet. 2013 leitete das Department den Arbeitskreis mit dem Titel „Web attack! Der Kampf gegen Hacker und Datenverlust" bei den Technologiegesprächen des Europäischen Forums Alpbach.

Sicherheitskonferenz Krems Sicherheitskonferenz Krems
Foto: DUK/Reischer ZOOM
Foto: DUK/Reischer ZOOM
EröffnungsrednerInnen
Prof. Günther Schmid
Department für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung