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Wie Diabetes auf das Gehirn wirkt
ePredice stellt den Lebensstil in den Mittelpunkt
01.01.2012
Diabetes mellitus ist ein Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt. Neuere Studien zeigen, dass bereits ein erhöhter Nüchternblutzuckerspiegel mit mikro- und makrovaskulären Gefäßveränderungen assoziiert ist. Eine bislang wenig beachtete Folgeerscheinung von Diabetes und Prä-Diabetes ist der kognitive Abbau, der im Rahmen des EU-Projekts Early Prevention of Diabetes Complications in Europe (ePredice) erstmalig in einer großen Studie erfasst wird.

Durch eine Lebensstilintervention mit Bewegung und gesunder Ernährung lässt sich nicht nur das Risiko, eine manifeste Diabeteserkrankung zu entwickeln, minimieren, auch das Auftreten mikrovaskulärer Komplikationen scheint sich zu verringern. In ePredice analysieren die Wissenschaftlerinnen den Langzeiteffekt einer Lebensstilintervention kombiniert mit verschiedenen medikamentösen Therapien bei Personen mit Prä-Diabetes. Neben der Untersuchung möglicher mikrovaskulärer Störungen wird auch die Veränderung der kognitiven Leistung gemessen. Ob sich PatientInnengruppen charakterisieren lassen, die ein besonders hohes Risiko für frühe Komplikationen besitzen und inwiefern hier mit einer rechtzeitigen Behandlung gegengesteuert werden kann, ist ebenfalls Inhalt des Projekts.

Epredice
Foto: DUK/J. Bollwein ZOOM


Mehr als 3.000 Personen mit gestörtem Zuckerstoffwechsel im Alter zwischen 45 und 74 nehmen an der Studie teil und werden über einen Zeitraum von fünf Jahren wissenschaftlich begleitet. In drei Personengruppen analysieren die Forscherinnen die Effekte von Lebensstilintervention in Kombination mit verschiedenen medikamentösen Therapien, in der vierten Gruppe wird das Augenmerk allein auf die Auswirkungen eines geänderten Lebensstils gelegt. Die Verantwortung für die Testungen in den Bereichen Kognition und Lebensqualität hat das Department für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin der Donau-Universität Krems übernommen. Zur Messung der Kognition wenden die WissenschaftlerInnen verschiedene neuropsychologische Untersuchungsverfahren an. Dabei werden Gehirnfunktionen wie Kurzzeitgedächtnis oder Konzentrationsvermögen genauso beurteilt wie das räumliche Vorstellungsvermögen oder die Planungsfähigkeiten der StudienteilnehmerInnen.

Laufzeit:
Jänner 2012 bis Jänner 2017

Projektpartner:
32 Institutionen in 18 Ländern sind Partner im EU-Projekt ePredice, das von Spanien aus koordiniert wird.

Department für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin