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Weltfrauentag – brauchen wir den noch?
Donau-Universität diskutierte Gleichstellung mit Autorin Sibylle Hamann
06.03.2014
Die Donau-Universität Krems hat anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März erstmals zu einer Diskussionsveranstaltung geladen. Vieles ist schon erreicht, so das Fazit der Gespräche. Gleichzeitig bietet der jährliche Frauentag die Möglichkeit, einen genauen Blick auf den Status quo zu werfen. Denn die gefühlte Balance zwischen Frauen und Männern halte den Fakten noch nicht Stand, so Gastrednerin und Journalistin Sibylle Hamann.

Der Wissenschaftsbetrieb ist nur ein Beispiel dafür, dass – auf Basis gesetzlicher Vorgaben – in Sachen Gleichstellung von Frauen und Männern in den vergangenen Jahren tatsächlich vieles in Gang gesetzt werden konnte. „Auch an der Donau-Universität Krems wurde sehr viel geleistet im Kontext der Verhinderung von Diskriminierung bei Personalentscheidungen, bei der Karriereförderung von Frauen, oder wenn es um allgemeine Sensibilisierung für das Thema Gleichstellung geht“, wie Rektor Mag. Friedrich Faulhammer bei der Eröffnung der Veranstaltung zum Frauentag betonte. Gleichzeitig konzedierte der Rektor aber auch, dass es „noch genügend Handlungsbedarf gibt, etwa was die Repräsentanz von Frauen in wissenschaftlichen Führungspositionen oder das Lohngefälle“, betrifft.

 

Sachdiskussionen führen
Die Zahlen sprechen für sich. Während 56 Prozent der Hochschul-AbsolventInnen in Österreich Frauen sind, werden nur noch 10 Prozent zum Universitätsprofessor/zur Universitätsprofessorin berufen. In der Wirtschaft zeigt sich ein ähnliches Bild: Lediglich 5,6 Prozent der Frauen sind in Top-Positionen. „Dass Frauen heute besser gebildet sind als Männer, das gab es noch nicht“, sagte Sibylle Hamann zu den großen Fortschritten der vergangenen Jahrzehnte. Als Journalistin und Autorin beschäftigt sich Hamann seit langem mit dem Thema und versucht, das oft emotionsgeladene Feld sachlich zu durchleuchten. Dabei fällt der Autorin auf, wie sie in Krems berichtete, dass es so etwas wie ein „gefühltes Gleichgewicht gibt, das bei Frauen und Männern anders entwickelt ist. Männer finden 50:50 unerträglich, bei 70:30 fühlen sie sich wohl“, so Hamann. „Wir haben uns an diese Schieflage gewöhnt und brauchen deshalb Werkzeuge wie die Quote und Messinstrumente, die uns zeigen, wie weit wir vom Normalwert noch entfernt sind.“ Dass Ausgewogenheit im Geschlechterverhältnis auch viele Vorteile bringt, hat die Diversity-Forschung hinlänglich belegt. Je durchmischter Unternehmen und Organisationen besetzt sind, umso bessere Entscheidungen werden getroffen und damit größere Erfolge erzielt. „Das ist auch im heutigen Wissenschaftsbetrieb das Um und Auf, wo relevante Fragestellungen und innovative Methoden entwickelt werden müssen“, so Hamann.
 

Frauenförderung lebt
Die Donau-Universität Krems setzt mit der Stabsstelle für Gleichstellung und Gender Studies gezielt Maßnahmen zur Gleichstellung und Frauenförderung. Dabei konnten bereits einige Meilensteine erreicht werden. So wurden mit den Mitteln des High-Potential-Förderprogramms „Excellentia“ Karriere-Coaching¬programme für Mitarbeiterinnen umgesetzt. Weiters konnte für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen gemeinsam mit den Universitäten Linz und Salzburg ein erfolgreiches Mentoring-Programm etabliert werden. Darüber hinaus werden laufend Sensibilisierungsmaßnahmen für alle MitarbeiterInnen angeboten, und die Mitwirkung der Gender-Expertinnen bei der Integration von Geschlechtergleichstellung in zentrale Steuerungsinstrumente wie zum Beispiel Leistungs- oder Zielvereinbarungen ist gelebte Praxis.

 

Die Diskussionsveranstaltung „Frauentag – brauchen wir den heute noch?“ wurde von der Stabsstelle für Gleichstellung und Gender Studies und dem Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen konzipiert und durchgeführt.
 

Gleichstellung und Gender Studies
Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen