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Zweites Kremser Versicherungsforum zu Finessen der Haftpflicht- und D&O-Versicherung
Branchentreff an der Donau-Universität Krems mit dem Schwerpunkt Haftpflicht und D&O-Versicherungen
21.10.2016
Von der aktuellen Judikatur zur Haftpflicht des OGH bis zur Schadenbearbeitung von D&O-Versicherungen: Das Zweite Kremser Versicherungsforum, veranstaltet vom Department für Wirtschaftsrecht und Europäische Integration der Donau-Universität Krems, bot mehr als 120 VertreterInnen namhafter Versicherungsmakler und –gesellschaften sowie JuristInnen aus ganz Österreich Einblick in aktuelle Entwicklungen zu den Themen Haftpflicht und Directors-and-Officers-Versicherungen, kurz D&O. Das Forum fand in Kooperation mit dem Fachverband für Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten der Wirtschaftskammer Österreich statt.
2 Vers Forum Duk 0410 055 Faulhammer 2 Versforum Duk 0410 028 Gruppe 2 Versforum Duk 0410 039 Publikum
Foto: Wolfgang Simlinger ZOOM
Foto: Wolfgang Simlinger ZOOM
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„Die gestiegene TeilnehmerInnenzahl des zweiten Kremser Versicherungsforums zeigt, dass wir mit der Veranstaltung den Bedarf der BranchenexpertInnen nach fachlich fundiertem Austausch zu aktuellen Entwicklungen im Versicherungsrecht getroffen haben“, sagt Dr. Arlinda Berisha, Organisatorin des Forums und Leiterin der versicherungsrechtlichen Lehrgänge am Department für Wirtschaftsrecht und Europäische Integration der Donau-Universität Krems, Univ.-Prof. DDr. Thomas Ratka, LL.M. Das Forum, so Berisha, erweise sich als gute Diskussionsplattforum und damit Ergänzung zu den derzeit vier versicherungsrechtlichen Universitätslehrgängen an der Kremser Universität für Weiterbildung.


Aktuelle Rechtsprechung, Herzschrittmacher und Compliance
Der Leiter der Abteilung Spezialschaden der Wiener Städtischen Versicherung, Dr. Wolfgang Reisinger, führte anhand der aktuellen Rechtsprechung des OGH zu Privat-, Betriebs- und Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen richtungsgebende Entscheidungen des Höchstgerichts für die Versicherungspraxis aus. Besonders relevant, so Reisinger, auch Lehrbeauftragter an der Donau-Universität Krems, sei die zu Lasten der VersicherungsnehmerInnen verschärfte Judikatur der „Gefahr des täglichen Lebens“ in der Privat-Haftpflichtversicherung sowie die Notwendigkeit der Mitversicherung von „reinen“ Vermögensschäden in der Betriebs-Haftpflichtversicherung.


Wer die Kosten bei potenziell schadhaften Produkten zu tragen habe, diese Frage referierte Dr. Karin Hartjes, Gesellschafterin der Ziegler Betriebsberatung, am Beispiel eines Herzschrittmachers aus. Hartjes präsentierte die versicherungsrechtlichen Grundlagen und die Entscheidungsdeterminanten von EUGH und BGH eines konkreten Falles zum Austausch des medizinischen Gerätes.


Als vielfältige Mind-Map mit zahlreichen Verästelungen, so stellt sich das Thema Compliance für VersicherungsmaklerInnen dar. Mag. Christoph Schertler, Rechtsanawalt, zeigte in seinem Vortrag die Tücken von Compliance für VersicherungsmaklerInnen auf. Er sensibilisierte die TeilnehmerInnen zum Thema Compliance und zeigte auch auf, welche möglichen Sanktionen von Compliance-Verstößen ausgehen. Tenor: „Compliance ist längst auch bei VersicherungsmaklerInnen angekommen und sollte erkannt und ernst genommen werden!“

 

Schwerpunkt D&O
Directors-and-Officers-Versicherungen, kurz D&O nahmen auch heuer breiten Raum beim Kremser Versicherungsforum ein. Drei Vorträge beleuchteten zentrale Aspekte zu den Haftpflichtversicherungen für ManagerInnen: Prof. Dr. Robert Koch, LL.M., Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Versicherungswissenschaft der Universität Hamburg, gab Einblick in die Kostenanrechnung und Verteilung nicht ausreichender Versicherungssummen in der D&O-Versicherung, im Fokus dabei die Wirkung von Kostenanrechnungsklauseln. Fazit: Die Kostenanrechnungsklausen sind wirksam und die Verteilung nicht ausreichender Versicherungssummern auf die Organmitglieder erfolgt nach dem Proportionalitätsprinzip.


Einen Überblick zu Kostenersatzklauseln verschaffte den über 120 TeilnehmerInnen Dr. Georg Aichinger, Koban solDORA GmbH und ebenfalls Lehrbeauftragter an der Donau-Universität Krems.


Die Schadenbearbeitung in der Praxis der D&O-Versicherungen, vorgetragen durch Adrian von Borcke vom deutschen Insurance-Broker Howden (vormals Hendricks) bildete den Abschlussvortrag des Kremser Versicherungsforums. Von Borcke verwies dabei auf die zunehmende Schadenbelastung der Risikoträger mit der Folge restriktiven Regulierungsverhaltens und darauf, dass insbesondere die im Versicherungsfall aufbrechenden Interessengegensätze der Beteiligten erhebliches Koordinierungsgeschick und Spezialwissen des Maklers erforderten.


Dritte Auflage des Kremser Versicherungsforums für Herbst 2017 geplant
Der Rektor der Donau-Universität Krems, Mag. Friedrich Faulhammer nahm die Eröffnung der Veranstaltung vor. Moderiert wurde das Kremser Versicherungsforum durch Dr. Klaus Koban, Geschäftsführer der Koban Südvers Group GmbH sowie Mag. Erwin Gisch, Geschäftsführer des Fachverbands der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten. Die Veranstaltung fand unter Mitwirkung des Fachverbands der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten der Wirtschaftskammer Österreich statt. Die dritte Auflage des Kremser Versicherungsforums ist für Herbst 2017 geplant.


Ein Tagungsband zum 2. Kremser Versicherungsforum im Manz-Verlag ist in Vorbereitung.


>> Kremser Versicherungsforum Übersicht