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CeDEM17: Digitale Einsatzkommandos und „analytischer Aktivismus“
Konferenz zu E-Demokratie und Open Government an der Donau-Universität Krems legte Schwerpunkt auf soziale Medien
24.05.2017
Die Auswirkungen der Digitalisierung auf Politik, Verwaltung und Demokratie standen im Zentrum der CeDEM17, die jährlich vom Department für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung der Donau-Universität Krems organisiert wird. Ein Schwerpunkt der Konferenz für E-Demokratie und Open Government, an der rund 90 ExpertInnen aus 27 Ländern teilnahmen, lag heuer auf den sozialen Medien.

In ihrer Keynote zur digitalen Transformation am Beispiel der USA sah Univ.-Prof. Dr. Ines Mergel von der Universität Konstanz die Regierungsinstitutionen in punkto Innovation weit abgeschlagen hinter der Privatwirtschaft und auch dem privaten Bereich. Teilweise werde E-Government nur auf der Oberfläche betrieben, statt den Blickwinkel der BürgerInnen einzunehmen. Es gehe jedoch darum, so Mergel, den ganzen Prozess – nicht nur die IT – zu überdenken; sonst arrangieren wir nur „die Sessel an Deck der Titanic“ neu.
 

Digitale SWAT-Teams
Bisher seien viele Prozesse outgesourced worden, analysierte die Professorin für Public Administration, was die Kosten stark nach oben trieb und Innovation nach außen verlagerte. Ein weltweiter Trend, um diesem Problem entgegenzuwirken, sei die Gründung von eigenen staatlichen Innovationsteams – teilweise recht martialisch als Einsatzkommandos oder SWAT-Teams bezeichnet –, für die die besten Köpfe der digitalen Branche angeheuert werden können.


Ein Schwerpunkt der CeDEM17 lag – neben Tracks zu Smart Cities und „Open Data, Transparancy and Open Innovation“ – im Bereich der sozialen Medien. Gerade die so genannten Fake News und ihre Auswirkungen zeigen, wie sehr die Digitalisierung alle gesellschaftlichen Bereiche beeinflusst, sagte Mag. Friedrich Faulhammer, Rektor der Donau-Universität Krems, in seiner Eröffnungsrede: „Konferenzen wie die CeDEM stellen ein wichtiges Forum dar, um diese Veränderungen zu verstehen und Lösungen zu diskutieren.“


Über den Einfluss von Fake News auf die mediale Landschaft diskutierte denn auch ein von der Konrad Adenauer Stiftung organisiertes internationales Panel – unter anderem mit Dave Karpf, Associate Professor an der George Washington University School of Media & Public Affairs, und Jacque Manabat von ABS-CBN News (The Philippines). „Bei Fake News treffen sich die Themen der CeDEM: Einerseits liegt in dieser Entwicklung eine Gefahr für die Zukunft der Demokratie im digitalen Zeitalter, andererseits sind Zusammenarbeit und freier Zugang zur Information vielleicht auch die Lösung für die Problemstellung“, erklärte der Moderator dieser Diskussion und Leiter des Departments für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung an der Donau-Universität Krems, Univ.-Prof. Dr. Peter Parycek.


Dave Karpf von der George Washington University (Washington, USA) wies auch in seiner Keynote darauf hin, dass die digitalen Medien nicht nur die Art der Kommunikation verändern, sondern insbesondere auch ein neues „listening“ fördern: Organisationen wie Change.org oder Upworthy, aber auch politische Parteien würden die digitalen Medien zunehmend benutzen, um Strömungen in der öffentlichen Meinung durch Analysetools zu erfassen und rasch auf diese reagieren zu können. Dieser „analytische Aktivismus“ ist auch Thema seines neuen Buches – in dem er allerdings auch davor warnt, sich zu sehr auf das digitale Ohr zu verlassen.


Best-Paper-Award geht nach Boston
Der Best-Paper-Award ging heuer an Marco Deseriis, Assistant Professor of Media and Screen Studies an der Northeastern University in Boston für seinen Artikel zum Thema „Direct Parliamentarianism: An Analysis of the Political Values Embedded in Rousseau, the ‘Operating System’ of the Five Star Movement“. Alle Konferenzbeiträge sind auch online auf der Konferenzwebsite oder im gedruckten Tagungsband nachzulesen. Ausgewählte Berichte der CeDEM werden anschließend im Open-Access-Fachmagazin JeDEM (eJournal of e-Democracy and Open Government) der Donau-Universität Krems veröffentlicht.
Die CeDEM-Konferenz findet seit 2007 jährlich an der Donau-Universität Krems statt. Im Jahr 2018 wird sie als Joint Conference mit der renommierten E-Government-Konferenz „IFIP EGOV-EPART“ im September veranstaltet.


Weitere Informationen
CeDEM17
CeDEM18
Blog des Departments für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung

Best Paper von Marco Deseriis

Fachmagazin JeDEM
 

Rückfragen
Gerlinde Ecker, MSc
Department für E-Government in Wirtschaft und Verwaltung
Donau-Universität Krems
Tel. +43 (0)2732 893-2471
gerlinde.ecker@donau-uni.ac.at
www.donau-uni.ac.at/gpa