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Cyberstalking – die andere Seite des Internet
Studie der Donau-Universität Krems untersucht Potenzial von Online-Terror
25.03.2010
Krems (kpr). Die Donau-Universität Krems präsentiert heute, Donnerstag, die Ergebnisse einer Studie über das Verhalten der ÖsterreicherInnen in Bezug auf das neue Phänomen des Cyberstalking. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen insbesondere die Gefahren für Online-NutzerInnen sichtbar machen und Prävention sowie Aufklärung für Opfer fördern. Frauen und Männer sind gleichermaßen davon betroffen.

Durch die Entwicklungen neuer Technologien hat Stalking eine neue Dimension erhalten. Cyberstalking bezeichnet die üble Nachrede und die Geschäftsschädigung über neue Medien. „Das Bewusstsein dafür ist noch kaum vorhanden, aber es wird immer mehr als Mittel der Bedrohung und Belästigung eingesetzt“, erklärt Mag. Edith Huber von der Donau-Universität Krems als Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Untersuchung. In Zusammenarbeit mit der Universität Wien wurden sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen in ganz Österreich auf ihr Verhalten und die Erfahrungen im Zusammenhang mit Online-Terror untersucht. Im Gegensatz zum klassischen Stalking, bei dem zumeist Frauen die Opfer sind, werden im Cyberspace Männer ebenso oft wie Frauen zu Opfern von Verfolgung.

 

E-Mail bei Privatpersonen bevorzugtes Mittel


Privatpersonen erfahren vor allem durch E-Mail und SMS Bedrohung. Bei SMS-Stalking stehen Beziehungsaspekte im Vordergrund, hier sind die TäterInnen oft bekannt. Das Cyberstalking durch Chats, wo es hauptsächlich um Aufmerksamkeit und sexuelle Anbahnung geht, und Verbreitung von Inhalten auf Websites finden bis dato nur vereinzelt statt. Insgesamt gaben 2,7 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen im Alter von 18 bis 66 Jahren an, über Websites gestalkt worden zu sein. Dazu zählen auch Social-Network-Plattformen wie Facebook. „Cyberstalking über das Internet ist vermutlich ein Phänomen das jüngere Menschen betrifft. Bei der untersuchten Zielgruppe, den Erwachsenen, ist das kaum relevant und widerlegt die Vermutung, dass hier vermehrt gestalkt wird“, erklärt Studienleiterin Huber.

 

TäterInnen bei Unternehmen unbekannt


Anders verhält es sich bei Unternehmen, wobei sowohl kleine und mittlere Unternehmen (KMU’s) als auch Großbetriebe Opfer sind. Hier stehen geschäftsschädigende und wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Die TäterInnen können kaum identifiziert werden. Am häufigsten werden Unternehmen durch Malware (unerwünschte Software oder Programme), E-Mails und Verbreitung von Inhalten auf Websites verfolgt. Die Bedrohung durch Datendiebstahl und Social Engineering-Attacken wie Phishing, vor denen sich Unternehmen fürchten, kommt hingegen selten vor.

 

Prävention und Aufklärungsbedarf


„Die Studienergebnisse zeigen, das Cyberstalking als neue Art der Bedrohung zu sehen ist“, betont Huber bei der Präsentation. „Sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen gibt es Bedarf an der Aufklärung über Möglichkeiten, wie man sich als Opfer wehren kann.“ Ziel weiterer Sicherheitsforschung in dem Bereich müsse sein, TäterInnen genauer identifizieren zu können und Aufklärung durch Prävention in der Bevölkerung durchzuführen.

 

Die Studie „Cyberstalking-Verhalten der Österreicher“ wurde im Department für Governance & Public Administration der Donau-Universität Krems in Zusammenarbeit mit der Universität Wien im Rahmen des Sicherheitsforschungs-Förderprogramms KIRAS des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) durchgeführt. (www.kiras.at, www.bmvit.gv.at)

Nähere Informationen unter: www.donau-uni.ac.at/zpi

 

Studienpräsentation:
CYBERSTALKING-VERHALTEN in Österreich
Universität Wien, Elise-Richter-Saal, Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien
Donnerstag, 25. März 2010
Beginn 19:30 Uhr

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Cyberstalking
Original-Pressemitteilung

Rückfragen und Kontakt

Dr. Edith Huber, zSPM

Telefon: +43 (0)2732 893-2223
Fax: +43 (0)2732 893-4210
E-Mail: edith.huber@donau-uni.ac.at
Website: http://www.donau-uni.ac.at/forschungsservice
Adresse:
Donau-Universität Krems
Stabsstelle für Forschungsservice und Internationales
Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30
3500 Krems