DEUTSCHENGLISH
Studienangebote Referenzen Graphische Sammlung Stift Göttweig - GSSG Archive of Digital Art - ADA Media Art Histories Textarchiv - MAH.org Forschung News und Veranstaltungen Danube TeleLectures Volontariat / Traineeship Beirat Partner & Links Team
Performing Science -
Bild-Gedächtnistheater als didaktisches Tool
02.04.2007
Gerhard Dirmoser beeindruckte in seiner Lehrveranstaltung „Diagramme in den Wissenschaften“, die zugleich Performance war mit neuartiger didaktischer Methode. Mit den Studierenden des Lehrgangs „Visuelle Kompetenzen“ legte er eine Erlebniswelt aus Bildern aus
Xx Cimg0064

Das Kernstück des Unterrichtstages mit Gerhard Dirmoser bestand in der flächendeckenden Auflage von ca. 4000 Seiten Bild-Material und 36 Arbeitsstationen mit Fragen zu Kernaussagen und Schlüsselbegriffen der Bildwissenschaft, die von den Studierenden bearbeitet wurden.
Die thematischen Bildblöcke und zahlreiche Strukturdiagramme wurden nach inhaltlichen Fragestellungen in der Form eines ausgeklügelten Gedächtnistheaters gegliedert und füllten das gesamte Audimax der Universität.

Es wurde der Versuch unternommen, beteiligte KünstlerInnen und TheoretikerInnen in umfassender Form zu berücksichtigen, den Bezug zu ihren Arbeiten und Quellentexten herzustellen bzw. zu erhalten. Dies gelang durch die Zusammenstellung einer Handbibliothek von mehr als 100 Fachbüchern und Schlüsseltexten, die den Studierenden an den einzelnen Arbeitsstationen thematisch gruppiert zur Verfügung standen.

Imageworking

Besonders intensiv berücksichtigte Dirmoser in seiner Einführung zu wissenschaftlichen Bildsystemen die Gebiete der Diagrammatik und Graphematik. Die Studierenden konnten sich zwischen den tausenden aufgelegten Bildsujets, die gemäss einer exemplarischen Systematik geordnet waren, frei bewegen und so innovative Zusammenhänge herstellen.

Der Bildtypus der Diagramme wurde in Abgrenzung zu „mimetischen Bildern“ vorgestellt,
wobei 11 Diagrammgrundtypen im Detail zur Sprache kamen. Neben diesen Grundtypen wurden aber noch weitere „Denkfiguren“ vorgestellt, diediversen Visualisierungen zugrunde liegen. Anhand einiger Schlüsselpersonen sollte nachgezeichnet werden, wie sich dieser Zweig der Bildwissenschaften in den letzten Jahren formiert hat. U.a. am Beispiel der Netz-Diagramme wurde sichtbar, welche Disziplinen und Methoden tiefere Nutzungen vorweisen können.

Zusätzlich stellte Dirmoser die von ihm mitentwickelte Bildverwaltungssoftware SemaSpace vor, mit der visuelles Material semantisch verknüpft und in dreidimensionalen Bäumen verteilt am Monitor betrachtet werden kann – ein technisches Novum.
Lehrziel war es, den TeilnehmerInnen die historische Entwicklung der wichtigsten Diagrammtypen nahe zu bringen und aufzuzeigen welche AutorInnen für tiefere Betrachtungen wichtig sind. Die TeilnehmerInnen erlernten diagrammatische Ordnungen nicht nur in „Bildern“, sondern auch in unterschiedlichsten Raumkonzepten abzulesen.

Für die Studierenden gelang damit ein bleibendes eindrucksvolles Lehrereignis mit innovativem didaktischem Charakter zu Themen wie:
Historik
Kunsthistorik, Kunsttheorie
Musikanalyse, Tanzanalyse, Aktionsforschung
Typographie
Ausstellungsgestaltung
Architekturgestaltung, Raumforschung
Urbane Analysen, Verkehrsströme
technische Gestaltung – techn. Zeichnung
Messtechnik, Navigation
Mathematik Geometrie Topologie Logik Graphentheorie
Medizin – body mapping
Simulationsanwendungen
Informatik, Expertensysteme, Automation, Chipdesign
Internet, Vermessung
Kartographie, GIS-Systeme
Sprachwissenschaft
Kognitionsforschung, Psychologie, Farben
Philosophie
Soziologie, Politologie, Wirkungsforschung
Ökonomische Analysen
Kulturwissenschaften
Sternenkunde, Astronomie
Geologie, Hydrologie, Meteorologie
Naturwissenschaft
Evolutionstheorie

Zur Person:

G. Dirmoser (1. v. re) mit Studierenden


Gerhard Dirmoser (1. v. re.) arbeitet in Linz als Systemanalytiker (Schwerpunkt geographische Informationssysteme) und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit semantischen Netzen.
Studien in Netzform entstanden zu den Themen: Kybernetische Ästhetik, Strukturalismus, Französische Philosophie, Kunst im Kontext, Denk-Begriffe, Verben, Atmosphären-Begriffe, Gestaltungsgesten, Mapping-Fragestellungen, 25 Jahre ars electronica.
Studien in der Form eines Gedächtnistheaters entstanden zu: Performance Art Context, Die Kunst der Ausstellung, Die Welt der Atmosphären, Verben im Kontext, 25 Jahre ars electronica.

Informationen


CP Visuelle Kompetenzen