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Verwaltung wird offener
16.11.2012
Zum Auftakt des Ideenwettbewerbs "Government 2027" hat Futurezone Dr. Peter Parycek, Leiter des Zentrums für E-Governance der Donau-Universität Krems zur Zukunft der Verwaltung und neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Verwaltung befragt.

Interview zum Auftakt des Ideenwettbewerbs "Government 2027"

 

"Es ist wichtig, dass wir alle daran arbeiten, die Verwaltung zu verbessern", sagt der E-Government-Experte Peter Parycek im Gespräch mit der futurezone: "Ich hoffe auf kreative Einreichungen."

  

futurezone: Die Verwaltung ist zu einem hohen Grad noch nach den Prinzipien des 20. Jahrhunderts organisiert. Durch vernetzte Technologien haben sich die Möglichkeiten der Organisation und die Erwartungshaltung der Bürger verändert. Ist die Verwaltung noch zeitgemäß?

Parycek: Die hierarchische Organisation und Kontrolle war im Industriezeitalter sicherlich eine der besten Organisationsformen. Jetzt haben wir völlig andere Rahmenbedingungen. Informationen sind elektronisch verfügbar. Die Verwaltung muss sich neu organisieren und sich auch fragen, wie sie unter den neuen Rahmenbedingungen kommuniziert.

 

Welche Antworten gibt es auf diese Fragen?

Die Antworten darauf sind offen. Wir sind mitten in einer Experimentierphase, die noch zehn bis 20 Jahre dauern kann. Das hängt auch sehr stark mit der Kultur in den Organisationen zusammen. Der Kulturwandel ist die größte Herausforderung?

 

Der niederländische Open Government Experte Ton Zijlstra hat die Verwaltung mit der Unterhaltungsindustire verglichen. Droht der Verwaltung ein ähnliches Schicksal. Könnte sie irrelevant werden?
Bei der Unterhaltungsindustrie hat der digitale Wandel die Grundfesten erschüttert. Die Konzerne hatten einen geschlossenen Wertschöpfungsprozess mit hohen Margen. Auch ihre Organisationsformen beruhten auf diesen Margen. Als die wegbrachen war das ganze Modell nicht mehr zu finanzieren. Deshalb wurde auch versucht, diesen Wandel mit aller Vehemenz aufzuhalten. Die Verwaltung hat kein Geschäftsmodell in dem Sinn. In vielen Ländern wird sie aber mit weniger Ressourcen auskommen müssen. Es gibt großen Druck von außen. Für die Verwaltung bietet sich aber die Chance über neue Kooperationsformen ihre Arbeit kostengünstiger und effizienter zu leisten.

 

Bemerken Sie schon einen Kulturwandel in der Verwaltung?
Er wird eintreten, weil es immer wieder Personen gibt, die diese Potenziale sehen und Neues ausprobieren. Wenn es funktioniert, ziehen auch andere nach. Es braucht Pioniere, die sich auf dieses Spielfeld trauen. Es kann aber durchaus sein, dass sich der Umfang der Verwaltung verringert. Vielleicht aus deswegen, weil sich die Gesellschaft gewisse Dinge selbst organisieren kann, weil ihre Organisationsfähigkeit durch technologische Rahmenbedingungen wesentlich größer ist, als das vor zehn oder 20 Jahren der Fall war.

 

Lesen Sie hier das komplette Interview:

 

http://futurezone.at/netzpolitik/12369-gesucht-ideen-fuer-die-verwaltung-der-zukunft.php