DEUTSCH
Zentrum für Infrastrukturelle Sicherheit Zentrum für E-Governance Studienprogramme & Seminare News Archiv Veranstaltungen CeDEM Conference Series Forschung Team Studienprogramme und Seminare Forschung und Projekte Sicherheitsplattform Veranstaltungen Faculty und Team
Konferenz CeDEM14: Ein Rückblick
Internationale ExpertInnen diskutierten die Möglichkeiten der E-Beteiligung an der Donau-Universität Krems
02.06.2014
Über so viele TeilnehmerInnen wie nie durfte sich das Zentrum für E-Governance als Veranstalter der CEDEM14 freuen. 120 WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen aus aller Welt tauschten sich vom 21. bis 23. Mai an der Donau-Universität Krems über E-Democracy- und Open-Government-Initiativen aus. Eine zentrale Frage liegt dabei allen Projekten zugrunde: Wie lassen sich BürgerInnen nachhaltig einbinden?

Mit der Social-Media-Kampagne im amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampf 2008 hat Barack Obama Geschichte geschrieben. Seitdem ist im Bereich der E-Democracy vieles in Bewegung geraten, und die Wissenschaft kann auf zahlreiche Erfahrungen aus der Praxis zurückgreifen. Viele Projekte, die meist interdisziplinär angelegt sind, werden weltweit umgesetzt, um die Öffnung von Verwaltung, politische Teilhabe und mehr Transparenz im öffentlichen Sektor voranzutreiben.

 

Forschungsfeld wächst
Wie das gelingen kann diskutierten 120 TeilnehmerInnen aus 30 Ländern bei der CeDEM14 (International Conference for E-Democracy and Open Government). Dekanin Univ.-Prof. Dr. Gudrun Biffl und Konferenzleiter Dr. Peter Parycek von der Donau-Universität Krems zeigten sich bei der Eröffnung erfreut über die hohe Beteiligung und die Qualität der insgesamt 80 eingereichten Projekte. Biffl betonte darüber hinaus den Stellenwert der Themen angesichts aktueller Entwicklungen in vielen Ländern, wo wieder für Demokratie und Zugang zu Medien gekämpft werden muss.


Einbahnstraße Wissenschaftskommunikation
Am Beispiel der Wissenschaftsvermittlung demonstrierte Keynote-Sprecher Alexander Gerber die Möglichkeiten und Potenziale von BürgerInnen-Beteiligung und ortet hier vor allem eines: Aufholbedarf. Laut des Informationswissenschaftlers und ersten Inhabers einer Professur für Wissenschaftskommunikation in Deutschland erfolge Information über wissenschaftliche Fragestellungen und Errungenschaften nach wie vor Top-down. Trotz der Institutionalisierung der Wissenschaftskommunikation – in Deutschland sind aktuell 10 000 Personen in dem Bereich tätig – habe sich am Dialog mit und der Beteiligung von BürgerInnen nicht viel geändert, so Gerbers Fazit. „Das ist noch immer eine Einbahnstraße.“ In dem vor kurzem erschienen Sammelband „Opening Science“ liefert der Wissenschaftler eine spannende Bestandsaufnahme der Wissenschaftskommunikation unter dem Titel „Science Caught Flat-footed: How Academia Struggles with Open Science Communication“.


Soziales Engagement
Einen Bericht aus der Praxis präsentierte der zweite Eröffnungsredner der CeDEM 14, Mohamed El-Sioufi. Er leitet das UN-HABITAT, ein Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen mit Sitz in Nairobi. „Eine Milliarde Menschen leben in Slums, 120 Millionen Wohnräume weltweit stehen gegenwärtig leer, davon 60 Millionen alleine in China“, demonstriert El-Sioufi das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Das Projekt UN-HABITAT erörtert wie die Schaffung und Verbesserung der Wohnmöglichkeiten in unterentwickelten Ländern mit den Bedürfnissen der Bevölkerung besser in Übereinstimmung gebracht werden könne. Erfahrungsaustausch, angewandte Forschung und die Einbeziehung aller Beteiligten seien die Schlüssel dafür. „Wir verfolgen mit UN-HABITAT das Motto ‚think global, act local‘", sagt El-Sioufi in Krems. So steuern durch die Initiative etwa mehr als 90 professionelle Gruppen mit 600 000 Personen in dem Netzwerk LinkedIn ihr Wissen zu dem Programm bei.


Orientierung in einer Welt voller Daten
Viele der vorgestellten Projekte und Vorträge stammten aus dem Schwerpunkt Open Government Data: Über offene Daten soll eine  Öffnung der Verwaltung und Transparenz des öffentlichen Sektors vorangetrieben werden. Von der Implementierung von Open Data in Kenia über die Rollen von Intermediären bei Open Data zur Visualisierung von Open Data für BürgerInnen reichte die Bandbreite der Beiträge. Keynotespeakerin Jeanne Holm von Data.gov und der U.S. General Services Administration sprach über eine immer datenreichere Welt und die Strukturierung dieser Daten, um auf diesem Weg Innovationen zu ermöglichen. So wird die Zahl der Daten, die von Regierungen veröffentlicht wird, kontinuierlich mehr und ist nicht mehr an Nationalstaaten gebunden: Verschiedene Regierungen verwenden bereits ähnliche Technologien und Plattformen. Es sei wichtig, einer größeren Anzahl an Menschen den Zugriff und die Verwendung von offenen Daten zu ermöglichen.


Die Rolle von E-Governance in der Gesellschaft
Keynote speaker Philipp Müller, tätig im Public Sector Management-Team von Capgemini und Akademischer Direktor der Business School der Salzburg University (SMBS), zeichnete ein breites Bild von E-Governance und dessen Rolle in unserer Gesellschaft. Er argumentierte, dass der momentane Status des Internets „neuer als neu“ sei und stellte in diesem Sinne die Frage nach der Struktur der digitalen Netzwerkwelt und dessen Einfluss auf das Individuum. In der Vergangenheit haben wir verschiedene Organisationsformen, wie beispielsweise Stadtstaaten, Tribes oder Nationenstaaten gesehen, welche das Zusammenspiel von Strategie, Technologie und Architektur reflektieren. In unserer Zeit stellt sich die Frage, welche Form von Demokratie im Zeitalter des Internets aufrechterhalten werden kann, wobei die partizipative Demokratie unter Umständen am geeignetsten scheint. Die Gesellschaft habe sich insgesamt von einer Netzwerkgesellschaft zu offenem Regieren in eine „Cloud Society“ verwandelt. Bezugnehmend auf Manuel Castells heißt das, dass wir es mit fluiden, anstatt geografisch fixierten Informationen und Daten zu tun haben und entsprechende Fragen stellen müssen. Als wichtige Zukunftsthemen nannte Müller daher Cloud, Big Data, Mobiles bzw. Internet of Things, Soziale Medien sowie Cybersicherheit.


Die CEDEM findet jährlich statt und wird auch 2015 in Krems abgehalten.

 

Keynotes 2014:

 

Keynote Alexander Gerber “Scientific Citizenship”
Knowledge creation usually means scholars means trading information, information lay people may often find difficult to understand (never mind access, regardless of Open Access). So when we consider scientific citizenship, civic scientific literacy we need to think about science, who the scientists are, and the legitimisation for spending tax-payers‘ money.
The traditional apporach to scientific literacy is very patronising (which tends to be one-way communication and focuses on sharing results) – we need to consider the change in mass media, the knowledge held by citizens and how both can play a role in universities, research centres and scientific communication.


Keynote Mohamed El-Sioufi  “(E)ngaging Communities through Global Thinking for Local Actions”

When we hear about „ghost towns“ we need to think beyond the image of the cowboy towns in American films. Ghost towns are the120 million vacant housing which need to be part of new housing strategy. A new participatory housing strategy can use the new social media to identify challenges with key partners, include crowdsourcing, information management, knowledge management, and match the responses to the challenges.

 

Weitere Informationen zum Programm
Bildergalerie
CeDEM auf Facebook
CeDEM15
Digital Government Blog
Open Government Data (CfP)

 

Wir danken unseren Partnern und Sponsoren:

 

 

Brz Logo Rgb 72dpi Ait A Logo Mit Claim C1 Rgb Oesd Logo Klein Noel Hinein C Rgb

 

 

 

Best-Paper-Award-Verleihung im Rahmen der Konferenz