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Agilität & Compliance
Ist die umfassende Dokumentation doch genauso wichtig wie eine funktionierende Software?
17.06.2015
Johann Höchtl (Zentrum für E-Governance) moderierte am 16. und 17.6.2015 beim 8. CIO Kongress Frühling "Technologie" in Waidhofen an der Ybbs Arbeitsgruppen zu den Themen Agilität, Compliance & Dokumentation. Einhelliger Tenor der Diskussion war, dass Dokumentation sowie die Qualität der Dokumentation in den letzten Jahren abgenommen haben.
Weiters war Johann Höchtl Co-Moderator zum Thema "Ist die Zukunft von Windows als Betriebssystemplattform gesichert? Welche anderen Plattformen könnten Windows ablösen?"
Nicht zu vergessen: Wir gratulieren auch dem Gewinner des Gutscheins in Höhe von € 1.000,-- für ein Seminar an der Donau-Universität-Krems.

Agilität & Compliance“ – Ist die umfassende Dokumentation doch genauso wichtig wie eine funktionierende Software?

 

Einhelliger Tenor der Diskussion war, dass Dokumentation (Aufwand) sowie die Qualität der Dokumentation in den letzten Jahren abgenommen haben. Während in einigen Bereichen, vor allem bei Anwendungen im Host-Bereich und dort, wo die Leistungsabnahme stark von den Fachabteilungen getrieben ist, Dokumentation einen hohen Stellenwert hat, sinkt die Bedeutung im Zeitalter von agiler Softwareentwicklung. Die Gründe dafür sind schnellere Innovationszyklen für schnelleres Time-to-Market und die Erkenntnis, dass Dokumentation in kritischen Phasen eines IT-Projektes häufig von der tatsächlichen Implementation abweicht, dass ohnehin eine eingehende Code-Analyse stattfinden muss.


Als gute Praxis wurde von einigen TeilnehmerInnen des Workshops bezeichnet, dass eine Ablöse eines IT-Systems durch eine 1:1 Portierung auf eine neue Architektur erfolgen sollte und hier die Begleitung durch gute und qualitative Dokumentation sinnvoll und hilfreich ist. Andere TeilnehmerInnen widersprechen dieser Vorgehensweise, indem das Argument angeführt wird, dass die Fachabteilungen selten bereit sind, eine 1:1 Portierung in Kauf zu nehmen, die häufig mit hohen Kosten und zudem Risiken verbunden ist, ohne neue Services zu bekommen.


Ein Teilnehmer berichtet von der Vorgehensweise, dass Projekte nach ihrer Laufzeit gegliedert werden. Umgesetzte ad-hoc Anforderungen werden häufig nur eine kurze Lebenszeit haben, für diesen Typus an Projekten ist eine rudimentäre Dokumentation ausreichend.


Die Art und Weise der Dokumentation ist unterschiedlich. Word wird nach wie vor häufig als Dokumentationswerkzeug verwendet, daneben gibt es auch Versuche, Wiki-Systeme zu Dokumentationszwecken zu verwenden. Diese bieten den interessanten Vorteil, die Fachabteilung sowohl bei der Anforderungserhebung als auch bei der Dokumentationserstellung mit einzubinden.

Einheitliche Vorlagen werden entweder nicht verwendet, oder sind einheitlich für den Anwendungstypus.


Auch die Tiefe der Dokumentation im Bereich der Anforderungserhebung hat sich geändert. Während früher häufig über Use-Cases gearbeitet wurde, beginnt man bereits jetzt mit user stories, die Bildkartenmethode ist eine weitere genannte Methode der Anforderungserhebung. Dazu wird von einem Teilnehmer des Workshops die Softwarelösung instep Blue verwendet oder der Microsoft Team Foundation Server TFS zur Planung und Ticketmanagement wird verwendet.


Neben der funktionalen Dokumentation gewinnt die Prozessdokumentation zusehends an Bedeutung. Welche Prozesse sind durch das Versagen eines Prozesses weiter betroffen? Diese Art der Dokumentation wird von einem Workshopteilnehmer mit MS-Vision umgesetzt, einmal wird von der Unterstützung durch EMXCube Business Continuity Management berichtet, es sind aber auch selbst erstellte Lösungen zur Umsetzung des ITIL-Business Continuity Management im Einsatz. Ein weiterer Workshopteilnehmer berichtet von dem gescheiterten Versuch, die Prozessdokumentation auf eine einheitliche Basis zu stellen.


Zusammenfassend wurden diese Erkenntnisse gewonnen:


• Aufwand für Dokumentation sinkt, da Innovationszyklen kürzer werden und time-to-market wichtiger ist.
• Bezüglich Werkzeugen kann keine Empfehlung für ein einheitliches Tool ausgesprochen werden, aber die Idee der kollaborativen Dokumentationserstellung unter Einbindung der Fachabteilungen ist interessant weiter verfolgt zu werden.
• Prozesserhebung und Dokumentation ist entscheidend um kritische Pfade zu identifizieren.

 



Ist die Zukunft von Windows als Betriebsystemplattform gesichert? Welche anderen Plattformen könnten Windows ablösen?


Windows vs. Linux im Serverbereich


Die Stadt Wien berichtet, im Serverbereich bereits seit 2005 Linux im Einsatz zu haben, am Desktopbereich ist man damit gescheitert. Auch München hat den Client am Arbeitsplatz wieder aufgegeben. Diese Aussage wird einhellig bestätigt: Im Fachbereich gibt es so viele Applikationen, dass es nicht möglich ist, auf eine andere Lösung umzusteigen. Man stecke auch in einem Ökosystem, was den Umstieg schwierig macht, indem negative Stimmung bei der Zusammenarbeit entsteht.
Apple hat nach wie vor hohen Stellenwert im Kreativbereich: Fun, Music, Bildverarbeitung. Es wird Apple nachgesagt, wenig Interesse zu haben um in anderen Bereichen nachzuziehen.
 

Windows für mobile Endgeräte


Es besteht die Vermutung, das Windows Phones und Tabletts nachziehen werden. Aber der Trend aktuell geht wieder weg vom iPad in Richtung Netbook. Vor allem Windows Surface wird durch die interessante Kostenstruktur Marktanteile gewinnen. Windows hat es zunehmend verstanden, auf die mobilen Anforderungen zu reagieren. Mit einer externen Tastatur kann man auch kleine Geräte / Tabletts zu „vollwertigen“ Arbeitsgeräten machen. Aber es fehlt nach wie vor an essentiellen Fähigkeiten. Windows hat gegenüber iOS / Apple den Vorteil, dass es wesentlich mehr Schnittstellenfunktionalitäten gibt. Außerdem funktionieren Apps, die für Windows 8 / Surface installiert werden, auch auf den mobilen Endgeräten. Nächster Vorteil ist die Managementfähigkeit der Devices. Darüber hinaus gibt es andere Cross-Plattform Lösungen, wie Apache Cordova oder Appcelerator. Windows hat in den letzten Jahren / in der letzten Zeit eine Offensive der Offenheit gestartet. Android und iOS wird im Sinn der Business Application-Fähigkeit von Windows zurückgedrängt.

 

Windows in der Serverlandschaft


Im Entwicklerbereich ist Linux im Vormarsch. Der Docker-Bereich und Virtualisierung ist aktuell auch noch eine Domäne von Linux. Um diesem Trend entgegenzuhalten hat Windows mit HyperV nachgelegt. Vor allem die SCCM-Umgebung Version 2012 hat starke funktionale Erweiterungen erfahren.


Android


Bei der Auswahl eines mobilen Endgerätes wird Android bei der Auswahlentscheidung häufig frühzeitig  ausgeschieden: Fehlende Zertifizierung von Apps im Store sind Gründe sowie die uneinheitliche Benutzeroberfläche: Devices, die nur ein halbes Jahr später angeschafft werden, weisen häufig eine signifikant andere Oberfläche auf.


IOS


Gegen IOS-basierte Geräte sprechen die hohen Anschaffungskosten. Es gibt aber Erfahrungen, wonach diese Geräte wesentlich pfleglicher behandelt werden und damit über die Amortisationsdauer sich wiederum rentieren. IOS / Apple verfolge aber eine Politik der Ausgrenzung / Inkompatibilität.

 

Lizenzmodelle und Serverlandschaften


Interessant werden in der Zukunft auch die mobilen Lizenzmodelle sein, da die Bereitschaft zum Kaufen von Anwendungen und die Preise nicht mehr bezahlt werden wollen. Der Consumer-Markt wird  stärker in Richtung Wearables gehen. Einige der WorkshopteilnehmerInnen empfehlen auch eine Konzentration auf die Serverlandschaft, da die Clients zweitrangig wären. Der Zugriff auf die Serverlandschaft wird in der Zukunft über Apps erfolgen, was die Schnittstellenproblematik in den Vordergrund rückt.
 

Preisverleihung
ZOOM

Übergabe des Seminargutscheines an den Gewinner