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Mit E-Portfolios zu fächerübergreifenden Fähigkeiten und mehr Medienkompetenz
Isabell Grundschober zum Stand des EU-Projekts ATS2020
16.08.2017
Im Projekt ATS2020 (Assessment of Transversial Skills 2020) sollen fächerübergreifende Kompetenzen in Schulen der Sekundarstufe in zehn europäischen Ländern bewertet und gefördert werden. Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union testen mehr als 10.000 SchülerInnen das ATS2020-Lernmodell, das auf dem E-Portfolio-Ansatz basiert. Wichtig sind dabei besonders das Messen von Lernerfolgen und das SchülerInnen-zentrierte Lernen und Unterrichten.

Ein Artikel von Isabell Grundschober

Das ATS2020-Lernmodell für Lernenden-zentriertes Lernen

In der Pilotphase erstellten die LehrerInnen und SchülerInnen mit der Software Mahara und Office365/OneNote eigene E-Portfolios. Gemäß dem ATS2020-Lernmodell lief dieser Prozess in mehreren Lernzyklen ab, wobei jeder dieser Zyklen auf sechs Phasen bestand:

 

  1. Vorwissen: Was weiß ich schon zum Thema? Welche Fähigkeiten habe ich schon?
  2. Zielsetzung: Was will ich erreichen?
  3. Strategie: Wie kann ich meine Ziele erreichen?
  4. Nachweis: Wie kann ich meine Lernerfolge zeigen?
  5. Selbstevaluierung: Passt mein Lernerfolg zu meinen ursprünglichen Zielen? Habe ich diese Ziele erreicht? Was kann ich nächstes Mal besser machen?
  6. Neue Zielsetzung: Welche neuen Lernziele ergeben sich aus meiner Lernerfahrung?

Ats2020 Lernmodell

Das ATS2020-Lernmodell

 

Mit einem E-Portfolio lassen sich persönliche Weiterentwicklung und Lernerfolge sinnvoll darstellen. Es begleitet die SchülerInnen daher durch alle Lernphasen. E-Portfolios motivieren, fördern selbstständiges Lernen, Zusammenarbeit, Kreativität und Innovation und ermöglichen die Aneignung von Informationskompetenzen und als Querschnittsmaterie letztlich auch von Medienkompetenz.

 

Medienkompetenz ist wichtiger Bestandteil der Arbeit mit E-Portfolios und steht auch im Zusammenhang mit der Entwicklung anderer fächerübergreifender Kompetenzen. Die Lernenden erstellen digitale Lernprodukte mithilfe unterschiedlicher Online- und Offline-Werkzeuge. Die Lernziele sind dabei mit diesen Lernprodukten auf ihrem E-Portfolio verknüpft. Auf einer E-Portfolio-Plattform wie Mahara können die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten dann gegenseitig kommentieren. Während der Lernzyklen fungieren die LehrerInnen als Lerncoaches und unterstützen die SchülerInnen. Ihre Aufgabe ist es vor allem, bewertungsorientiertes Lernen zu fördern, Feedback zu geben und zu Peer-Feedback zu ermuntern. Das E-Portfolio der SchülerInnen zeigt verschiedene Aspekte ihrer Lernpfade: Reflexion und Selbstbewertung, Peer-Feedback, LehrerInnen-Feedback. Das macht ein Nachvollziehen des Lernprozesses möglich – sowohl für die SchülerInnen selbst als auch für Lehrende, Eltern etc.
 

Die ATS2020-Website als Download-Portal

Bis dahin finden sich auf dem frei verfügbaren ATS2020-Portal viele Ressourcen, Best-Practice-Beispiele für Unterlagen und LehrerInnen-Portfolios. LehrerInnen aus ganz Europa können so Erfahrungen austauschen und voneinander lernen.
Um die Zunahme von Medienkompetenz und weiteren Schlüsselkompetenzen bei den SchülerInnen zu messen wird das ATS2020 Lernmodell in eine Vor- und einem Abschlusstest überprüft. Die Ergebnisse der Auswertung werden auf der Abschlusskonferenz des Projekts im Februar 2018 präsentiert.

 

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