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Aufbaumodul Gesundheitspsychologie

Certified Program

Certified Program

Das Unterrichtsprogramm des Universitätslehrgangs „Gesundheitspsychologie (Aufbaumodul)“ umfasst 120 Unterrichtseinheiten und wird vom Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit der Donau-Universität Krems in Entwicklung und Durchführung verantwortet.

Fächer

Konzepte

Inhalte

Als Basis gesundheitspsychologischer Interventionen werden wichtige Modelle von Gesundheit und Krankheit (WHO Modell von 2003, biomedizinisches Modell, biopsychosoziales Modell, salutogenetische Modelle und Risikofaktoren Modelle) rekapituliert und kritisch diskutiert.
Entlang eines Fallbeispiels werden die wichtigsten kontinuierlichen Modelle (Health Belief Model, Becker 1974; Protection Motivation Theory, Rogers, 1975; Theory of Planned Behavior, Ajzen, 1985 und die sozial kognitive Theorie von Bandura, 1986) und Stadienmodelle (Transtheoretical Model, Prochaska & Di Clemente, 1983 und der Health Action Process Approach von Schwarzer, 1992) des Gesundheitsverhaltens auf ihre konkreten Anwendungsaspekte hin überprüft. Gemeinsam wird dann eine gesundheitspsychologische Maßnahme erarbeitet und deren Evaluation geplant. Nach der fallbasierten Erarbeitung verschiedener Präventionskonzepte (primär/sekundär/tertiär, Verhaltensprävention vs. Verhältnisprävention, universelle vs. selektive/indizierte) werden verschiedene Methodenkonzepte und Instrumente in der Präventionsarbeit diskutiert. Aus der Ottawa-Charta der WHO (1986) werden verschiedene Handlungseben abgeleitet und die Beiträge der Gesundheitspsychologie skizziert. In Gruppenarbeiten werden, unter Anleitung, gesundheitspsychologische Projekte sowohl für verschiedene Settings als auch indikationsspezifische Maßnahmen theoriebasiert entworfen und deren Umsetzung und Evaluation geplant.

Lernergebnisse
  • Verschiedene Gesundheits-/Krankheitsmodelle und Modelle des Gesundheitsverhaltens hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit einschätzen können und kritisch reflektieren können.
  • Die einzelnen Präventionsformen speziellen Fallbeispielen zuordnen können.
  • Für verschiedene Fragestellungen (Setting/Indikation) gesundheitspsychologische Konzepte planen können Setting- und Indiaktionsspezifische Probleme bei der Umsetzung gesundheitspsychologischer Maßnahmen identifizieren können.
  • Das Wissen über die Evaluation von psychologischen Leistungen und Qualitätssicherung für gesundheitspsychologische Maßnahmen anwenden können.
ECTS-Punkte

5

Diagnostik und Behandlung

Inhalte

Strategien, Methoden und Techniken der gesundheitspsychologischen Diagnostik in spezifischen Tätigkeitsfeldern
Eine vertiefte Auseinandersetzung geschieht entlang ausgewählter Schwerpunkte wie z.B. der geschlechtsspezifischen Gesundheitsförderung. Aber auch Ressourcenförderung in der Elternarbeit, Psychohygieneförderung für Angehörige psychosozialer Berufe und Krankheitsbewältigung werden vertieft behandelt. Burnout-Prophylaxe für Berufstätige und der Umgang mit Stress und arbeitspsychologische Tätigkeitsfelder sowie entsprechende Schnittfelder werden in den Fokus genommen.
Sowohl für verschiedene Settings (Verhältnisdiagnostik) als auch für verschiedene Indikationen werden psychodiagnostische Instrumente vorgestellt und deren Anwendung diskutiert. So werden für die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) exemplarisch OrgFit (Erfassung der Belastungen am Arbeitsplatz, Jimenez, Dunkl & Bramberger; 2013) und der EBF-Work Fragebogen (Erholungs- Beanspruchungsfragebogen für die Arbeit, Jimenez & Kallus, 2005) diskutiert. Für epidemiologische Ist-Zustands Analysen werden der Short Form (36) Gesundheitsfragebogen (SF-36, Bullinger & Kirchberger, 1998) und der Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D, Löwe et al., 2002) bearbeitet. Für diagnostische Fragen auf der individuellen Ebene (u.a. Verhaltensdiagnostik) werden für den Bereich Stress der Stressverarbeitungsbogen (SVF Janke & Erdmann 2008), der Stressverarbeitungsfragebogen von Janke und Erdmann angepasst für Kinder und Jugendliche (Hampel, Petermann & Dickow, 2001) und das Trierer Inventar zur Erfassung von chronischem Stress (TICS, Schulz & Schlotz, 1999) anwendungspraktisch trainiert. Für das Konstrukt Selbstwirksamkeit wird die Skala Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung (SWE, Schwarzer & Jerusalem, 1995) und für das Konstrukt Resilienz der Fragebogen RS- 13 Resilienz Fragebogen (Leppert et al., 2003) kritisch besprochen. Indikationsspezifisch werden für Nikotinabhängigkeit (Fagerström Test; Fagerström & Schneider, 1989), für Alkoholkonsum (Münchner-Alkoholismus-Test-MALT Feuerlein et al., 1999; CAGE-Interview, Mayfield, McLeod & Hall, 1974; The Alcohol Use Disorder Identification Test AUDIT, Babor & Higgins-Biddle), für Ernährung (FEV Fragebogen zum Essverhalten, Pudel & Westenhöfer, 1989, Eating Disorder Inventory-2-EDI-2, Paul & Thiel, 2004) spezielle Verfahren kritisch bewertet. Für den Bereich soziale Unterstützung werden ebenfalls wichtige Instrumente vorgestellt: (Berliner Social Support Skalen-BSSS, Schulz & Schwarzer, 2003, Inventar zur Erfassung Interpersonaler Probleme - deutsche Version-IIP-D, Horowitz et al., 2003). Weitere Inhalte sind Verhaltensanalysen und –protokolle, Biographie- und Lebensweltdiagnostik, Ressourcen- und Netzwerkanalysen, Kraftfeldanalysen sowie die gesundheitspsychologische Verwendung neuer Technologien (GPS-triggered e-diaries, Assessment mit Smart Phone Apps, Internet basierte Diagnostik).


Strategien, Methoden und Techniken der gesundheitspsychologischen Behandlung in spezifischen Tätigkeitsfeldern
Im Zentrum der Arbeit der Gesundheitspsychologie steht die jeweils adäquate Intervention. Stressbewältigungsprogramme lehnen sich oft an das kognitiv- transaktionale Stresskonzept von Lazarus (1995) an und stellen die kognitive Bewertung in den Mittelpunkt. Aufgebaut sind solche Programme auf drei Bausteinen: instrumentelles, kognitives und palliativregeneratives Stressmanagement. In dieser Lehrveranstaltung werden anhand evaluierter – Programme (Stressimpfungsprogramm, Meichenbaum, 2012; Gelassen und sicher im Stress, Kaluza, 2004; Freiburger Stresspräventionsprogramm für Paare- FSPT, Bodenmann, 2000) diese Bausteine dargestellt und anhand von Fallbeispielen in die Praxis umgesetzt. Für die sekundäre und tertiäre Prävention des Konsums von Substanzmitteln werden die Strategien anhand etablierter Rauchstopp - Programme (z.B. Nichtraucher in 6 Wochen; Batra & Buchkremer, 2004) erarbeitet. Für die Förderung von gesunder Ernährung und gesundem Lebensstil werden beispielhaft verhaltenspsychologische Interventionsstrategien (Psychoedukation, Stärkung der Selbstkontrolle, Protokolle, Selbstwirksamkeitstraining, Setzen von Belohnungsanreizen, Erlernen von Problemlösungstechniken und Stressbewältigungsstrategien) entworfen. Um die positive Wirkung körperlicher Aktivität auf die psychische Gesundheit gesundheitspsychologisch zu beeinflussen, werden lernpsychologische Interventionen, kognitiv-psychologische Beeinflussungsstrategien und Strategien des Selbstmanagements anhand des MoVo (Motivations-Volitions Konzept; Fuchs, R., 2007) identifiziert und individuelle Behandlungsmaßnahmen (freiwillige LV TeilnehmerInnen) gemeinsam erarbeitet. Für das Themenfeld Alter und Gesundheit wird das das Programm Aktive Gesundheitsförderung im Alter (Meier-Baumgartner et al., 2006) vorgestellt. Anhand der Kerninterventionsgebiete (Ernährung-körperliche Aktivität-soziales Netzwerk) werden die entsprechenden gesundheitspsychologischen Maßnahmen aufgezeigt. Es wird diskutiert, wo gesundheitspsychologische Methoden auch Interventionsfelder wie chronische Krankheit, Krankheitsverarbeitung und Rehabilitation unterstützen können und wo die Abgrenzung zur klinischen Psychologie liegt.

Lernergebnisse

Strategien, Methoden und Techniken der gesundheitspsychologischen Diagnostik in spezifischen Tätigkeitsfeldern

  • TeilnehmerInnen können für die verschiedenen Tätigkeitsfelder diagnostische Fragestellungen formulieren und den diagnostischen Prozess planen.
  • Sie kennen die wichtigsten gesundheitspsychologischen Instrumente für die verschiedenen Indikationen.
  • Sie können Instrumente der gesundheitspsychologischen Diagnostik kritisch bewerten und deren Grenzen beschreiben.
  • Sie sind in der Lage diagnostische Instrumente zu konstruieren und evaluieren.


Strategien, Methoden und Techniken der gesundheitspsychologischen Behandlung in spezifischen Tätigkeitsfeldern

  • Die TeilnehmerInnen können wichtige Interventionsfelder der gesundheitspsychologischen Behandlung auf der individuellen Ebene benennen.
  • Sie können für die wichtigsten spezifischen Tätigkeitsfelder entsprechende evaluierte Programme kritisch reflektieren.
  • Sie können die Besonderheiten der einzelnen Interventionsfelder identifizieren.
  • Es ist ihnen möglich, selbstständig indikationsspezifische, zielgruppenorientierte und etting adäquate Behandlungsprogramme zu entwerfen
ECTS-Punkte

5

Gesundheitspsychologische Maßnahmen

Inhalte

Es werdengesundheitspsychologische Maßnahme fürverschiedene Bereiche (z.B. Nationale Gesundheitsziele, Medien Kampagnen, betriebliche Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitsförderung im Setting Kindergarten/Schule, Rehabilitation etc.) differenziert. Anhand des Beispiels Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) werden sowohl Maßnahmen der Verhältnisänderungen (Organisationsebene, Ebene der Arbeitsbedingungen) als auch Maßnahme der Verhaltensänderungen (Beratungsangebote, Trainings, Maßnahmen der Personalentwicklung) in einem österreichischen Großkonzern erarbeitet. Dabei werden allgemeine Einzelschritte zur Umsetzung vorgeschlagen und die entsprechenden Instrumente (Gesundheitszirkel, betriebliches Gesundheitsmanagement etc.) entworfen und deren Umsetzung und Evaluation geplant. Als wichtige Bausteine gesundheitspsychologischer Maßnahmen werden der Empowerment Ansatz und der Setting Ansatz für konkrete Anwendungen besprochen.

Abzugrenzen ist die Gesundheitspsychologie von den medizinischen Disziplinen Medizinische Psychologie, Verhaltensmedizin, Psychosomatik und paramedizinischer Professionen. Einerseits werden die inhaltlichen Unterschiede ausdifferenziert und andererseits wird die zentrale Bedeutung der interprofessionellen Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen (ÄrztInnen, PhysiotherapeutInnen, DiätologInnen etc.) erarbeitet. Eine Kooperationskompetenz beinhaltet die Ermittlung sinnvoller beteiligten Akteure und die Erschließung multidisziplinärer Wissensbestände und Ressourcen.

Lernergebnisse
  • TeilnehmerInnen können passende gesundheitspsychologische Maßnahmen für verschiedene Interventionsfelder beschreiben.
  • Sie sind in der Lage für verschiedene gesundheitspsychologische Fragestellungen konkrete Maßnahmen im Detail zu planen.
  • Sie können die Charakteristika einzelner Maßnahmen kritisch reflektieren.
  • Sie können die Überscheidungsbereiche mit anderen Disziplinen identifizieren
  • Sie verfügen über Kooperationskompetenz multidisziplinärer Arbeit.
ECTS-Punkte

5

Beratung

Inhalte

Bei der gesundheitspsychologischen Beratung handelt es sich um die Vermittlung von Wissen und Information über Gesundheitsverhalten, Gesundheitsvorsorge und gesundheitsfördernden Verhaltensweisen, sowie um die Entwicklung von Strategien und Lösungen im Form von Einzelberatungen, Beratung von Familien und Gruppen, aber auch bei spezifischen Fragestellungen in Zusammenhang mit gesundheitsbezogenen Maßnahmen. Gesundheitspsychologische Beratung umfasst auch die Arbeit mit Angehörigen Betroffener oder die Beratung Angehöriger anderer Berufsgruppen. Bei der Beratung von Institutionen, Organisationen, Gemeinden etc. geht es um die Vermittlung gesundheitspsychologischen Knowhows und die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten der Gesundheitsförderung und Prävention von Krankheiten (z.B. Politikberatung, Unterstützung von Bürgerinitiativen etc.). Beispielhaft wird die gesundheitspsychologische Beratung des Österreichischen Rundfunks (ORF), für die Gesundheitsinitiative 2010 "bewusst gesund" unter dem Motto Mut zum Leben - Hilfestellung bei Burn-out und Depression, analysiert. Anhand von Praxisbeispielen werden die Unterschiede zwischen PatientInnenberatung, PatientInnenschulung und gesundheitspsychologischem Coaching präzisiert. Es wird gemeinsam ein coping-skill-Training und ein life-skill Training ausgearbeitet. Einen weiteren Schwerpunkt bilden neue Technologien, welche zunehmend in der gesundheitspsychologischen Arbeit eingesetzt werden (E-Health: Gesundheit Apps, Online Beratung u.a.)

Lernergebnisse
  • TeilnehmerInnen können Beispiele für gesundheitspsychologische Beratung, Training, Coaching für verschiedene Personengruppen und Institutionen differenziert beschreiben.
  • Sie können ihre Kenntnisse über Beratung, Training und Coaching für gesundheitspsychologische Fragestellungen anwenden.
  • Sie können gesundheitspsychologische Konzepte für Fragestellungen der Beratung, des Trainings und Coachings umsetzen.
ECTS-Punkte

2

Gesundheitsmanagement

Inhalte

In dieser Lehrveranstaltung lernen die TeilnehmerInnen die gesundheitspsychologisch relevanten Themen des Querschnittfaches Gesundheitsmanagement kennen. Nach einer Einführung in das österreichische Gesundheitswesen (z.B. Vorstellung der Gesundheit Österreich GmbH, gesundheits- und sozialpolitischer Institutionen wie Dachverband der Selbsthilfegruppen bis zu den Institutionen der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung), werden Methoden zur Planung, Organisation, Steuerung, Regulation und Evaluation gesundheitsbezogener Dienstleistungen (z.B. epidemiologische Erhebungen, Bedarfsanalysen, Methoden der Ressourcenallokation, Methoden zur Sicherung der bedarfsgerechten Versorgung). dargestellt. Eine weitere Schwerpunktsetzung dient der Vermittlung von Methoden der Gesundheitskommunikation im öffentlichen Raum. Dazu gehören z.B. thematisch auf Gesundheit ausgerichtete Veranstaltungen, aber auch die Etablierung von problemspezifischen Steuerungseinheiten unter Einbeziehung von Zivilgesellschaft, Verwaltung und Entscheidungsträgern in der Politik. Anhand konkreter Projekte aus der Praxis werden daher auch Medienkompetenzen und Präsentationskompetenzen vermittelt.

Lernergebnisse
  • TeilnehmerInnen sind in der Lage gesundheitspsychologisch relevante Elemente des Gesundheitsmanagements zu identifizieren.
  • Sie kennen maßgebliche Institutionen in Österreich, die öffentliche Gesundheitsmanagement-Funktionen ausüben.
  • Sie können gesundheitspsychologische Informationen empfängergerecht aufarbeiten
  • Sie verfügen über differenzierte Kompetenzen in der öffentlichen Präsentation und Kommunikation
ECTS-Punkte

2

Projektarbeit und Fallstudie

Inhalte

Zusätzlich ist der Erwerb der praktischen fachlichen Kompetenz mittels eines Formulars des Bundesministeriums für Gesundheit nachzuweisen, welches von der oder der/dem anleitenden Klinischen PsychologIn zu unterzeichnen und rechtzeitig vor der Abschlussprüfung der Ausbildungseinrichtung zur Überprüfung vorzulegen ist.
Nach Vorlage bei einer (einem) Lehrenden der Ausbildungseinrichtung zur Beurteilung dienen Fallstudie und Projektarbeit bei positiver Beurteilung als Grundlage für die mündliche kommissionelle Abschlussprüfung (§ 12 Abs 5 Z 1, PG 2013).
 

ECTS-Punkte

11

Termine

Hier finden Sie in Kürze aktuelle Termine

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