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Grundmodul Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie

Certified Program

Certified Program

Das Unterrichtsprogramm des Universitätslehrgangs „Grundlagen für Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie (Grundmodul)“ umfasst 220 Unterrichtseinheiten und wird vom Department für Psychotherapie und
Biopsychosoziale Gesundheit der Donau-Universität Krems in Entwicklung und Durchführung verantwortet.
 

Fächer

Ethik sowie rechtliche und psychosoziale Rahmenbedingungen

Inhalte

Ethische Grundlagen und professionelle Grundhaltung

Professionalität geht nicht in Technologien auf, sondern benötigt eine spezifische ethische Haltung, die aber immer wieder auch in Bezug auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reflektiert werden muss. Die LV  „Ethische  Grundlagen  und professionelle Grundhaltung“ hat diese ethischen Aspekte psychologischer Intervention zum Gegenstand und befasst sich eingehend mit der Ethikrichtlinie für Klinische- und GesundheitspsychologInnen des  Bundesministeriums für Gesundheit (BMG, 1995) und des Ethischen Metacodes der European Federation of Psychologists‘ Association  (EFPA; Lindsay, 1995). Dazu gehört die kritische Auseinandersetzung mit Fragen der Gestaltung der Beziehung zu PatientInnen bzw. KlientInnen (z.B.: Wie kann ich als PsychologIn einen guten Behandlungseinstieg und insbesondere ein gutes Behandlungsende gewährleisten? Ist die Integrität meiner PatientInnen gewahrt? Gewährleiste  ich   genügend  Transparenz  in Diagnostik und Behandlung? Wie viel Verantwortung für meine PatientInnen muss ich übernehmen, wie viel Selbstverantwortung kann ich ihnen übertragen?), der Schweigepflicht, der Weiterbildung, der Beziehung zu institutionellen Auftraggebern (gibt es Interessenskonflikte?), der Präsentation angebotener klinisch-psychologischer  Leistungen  in der Öffentlichkeit und des  Umganges  mit  MitarbeiterInnen  und  Fachkollegen  bzw. Fachleuten verwandter Berufsrichtungen (z.B. wo liegen meine eignen Grenzen in meinen Behandlungen?) etc.

 

Gesundheitsrechtliche, berufsrechtliche und psychosoziale Rahmenbedingungen

In der LV „Gesundheitsrechtliche, berufsrechtliche und psychosoziale Rahmenbedingungen“ werden gemeinsam mit den Studierenden die Rahmenbedingungen der gesundheitspsychologischen und klinisch-psychologischen Tätigkeiten abgesteckt. Es wird erarbeitet, welche Arten von  Dokumentationen  (öffentliche/institutionelle  vs.  höchst persönliche) und Befunden existieren, was diese beinhalten müssen und wer unter welchen Bedingungen Einsichtsrecht hat.  Darüber hinaus wird auf die Verschwiegenheits- und Aufklärungspflicht der psychologischen Tätigkeit und auf spezielle Anwendungen bei der multiprofessionellen Zusammenarbeit eingegangen.  Dazu  ist auch  die  Wissensvermittlung der für PsychologInnen  relevanten  Gesetzestexte  (Psychologengesetz  2013, Krankenanstalten und Kuranstalten Gesetz, ArbeitnehmerInnenschutzgesetz) zentraler Bestandteil der LV. Die österreichische Rechtslage und auch  die Richtlinien des BMG werden besprochen. Es werden die Schwierigkeiten in der Umsetzung (z.B. Verschwiegenheitsplicht im multiprofessionellen Team, Verhalten  bei Vorladungen vor

Gericht, Gerichtliche Einsichtnahme in die Krankengeschichte, Vorgehen bei minderjährigen PatientInnen) diskutiert. Zusätzlich werden relevante steuerrechtliche  Belange  für Gesundheits- und klinische PsychologInnen vorgestellt. Insgesamt werden also Normen und gesetzliche Regelungen für die Berufsausübung in Zusammenhang mit der Autonomie beruflichen Handelns gebracht. Dazu gehört insbesondere auch ein kritischer Umgang mit sozialepidemiologischen Daten: Welchen Personengruppen (Geschlecht,  Alter,  soziale Schicht, Migrationsstatus) sind von welchen Belastungen und Störungen  am  meisten betroffen und wo liegen die Ursachen dafür? Wie gehen sie jeweils mit Krisen und Belastungen um? Welche Selbsthilfepotentiale sind vorhanden und werden  genutzt? Wie wirkt sich der demografische Wandel auf Belastungs- und Störungsprofile aus?

Lernergebnisse

Ethische Grundlagen und professionelle Grundhaltung

  • Ethikrichtlinien benennen und kritisch reflektieren können.
  • Bedeutung für berufliche Vorgänge richtig einordnen können.
  • klinischer Praxis unter ethischen Gesichtspunkten strukturieren sowie das Instrumentarium zielführend und autonom anwenden können.
  • ethische Problemebenen wahrnehmen und konkrete Handlungssituationen unter Berücksichtigung professionsbezogener ethischer Codes analysieren können.
  • über ethische Fragen in multiprofessionellen Teams anleiten und unterstützen können.

 

Gesundheitsrechtliche, berufsrechtliche und psychosoziale Rahmenbedingungen

  • Rechtsvorschriften benennen können, sich jedoch auch kritisch dazu zu verhalten wissen.
  •  einschlägiger  Rechtsvorschriften,  so  dass  berufliche  Vorgänge  entlang dieser Vorschriften bewusst gestaltet werden können.
  •  klinischer  Praxis  in  einem  rechtswissenschaftlichen  Referenzrahmen strukturieren können.
  • rechtlich vorhandene Instrumentarium zielführend und autonom anwenden können.
  • Handlungssituationen       unter       Berücksichtigung           professionsbezogener rechtlicher Vorschriften analysieren zu wissen.
ECTS-Punkte

4

Gesprächsführung und Kommunikation

Inhalte

Zum Studium der Klinischen und Gesundheitspsychologie gehört eine fundierte Vermittlung von Theorien, Forschungsergebnissen und Methoden differenzieller Gesprächsführung in unterschiedlichen klinischen Problemstellungen, Zielsetzungen und Kontexten. Die Übung schult Studierende in den grundlegenden Kompetenzen zur Durchführung von Beratungsgesprächen und Interventionen im Sinne psychologischer Gesprächsführung und Kommunikation. Insbesondere die Gesprächsführung zur Auftragsklärung, im Erstkontakt, Erstgespräch und der Behandlung, aber auch neue Kommunikationsformen der Onlineberatung werden differenziert betrachtet. Neben der direkten Kommunikation mit PatientInnen bzw. KlientInnen und Angehörigen wird die Gesundheitskommunikation immer wichtiger, also die Vermittlung von Wissen über Gesundheit/Krankheit im öffentlichen Raum und Informationen zu seriösen Hilfsangeboten. Auch müssen immer mehr Gesprächssituationen situationsadäquat gehandhabt werden (z.B. aufsuchende Arbeit).

Lernergebnisse
  • Kenntnis und Anwendung der wichtigsten psychologischen Theorien in Bezug auf Gesprächsführung und Kommunikation.
  • Subjektive Urteile in der Kommunikation erkennen und beherrschen.
  • Zuhören können, Verstehen von Problemlagen und Empathie entwickeln.
  • Vermeidung und Entschärfung von konflikthafter Kommunikation.
  • Wahrnehmung und Beurteilung von Konflikten zwischen Menschen, die in unterschiedlichen Beziehungen zueinander stehen.
  • Erreichbare Veränderungsziele realistisch einschätzen und vermitteln können.
  • Aus verschiedenen Gesprächsführungsstilen den am besten zur eigenen Persönlichkeit passenden Stil erkennen und nutzen können (authentische Kommunikation).
  • Erkennen von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Kommunikationsstilen und Persönlichkeitsmerkmalen.
  • Kompetenz zur Durchführung ziel- und problemlösungsorientierter Gesprächsführung im klinischen Kontext
ECTS-Punkte

4

Gesundheitsdienstleistungen, Konzepte der Gesundheitsvorsorge/-förderung

Inhalte

Psychologische Gesundheitsdienstleistungen im intra- und extramuralen Bereich in der Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen
Wenn es um Gesundheitsdienste im kommunalen Raum geht - ein Schwerpunkt der Arbeit in der Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie - bedarf es eines fundierten Überblicks und eines differenzierten Kooperationswissens. Gerade auch unter der an Relevanz gewinnenden Inklusionsperspektive werden Kooperationsbezüge zum Eingliederungssystem immer wichtiger. Für eine gute Versorgung und Behandlung sind Kooperationen mit möglichst umfassenden Netzwerken notwendig, dies trifft insbesondere auf den Bereich der Kinder und Jugendlichen aber auch der alten Menschen zu. Wichtig sind auch die Vermittlung des Setting-Ansatzes und die Bedeutung gemeindepsychologischer und sozialräumlicher Angebote. In der Lehrveranstaltung „Psychologische Gesundheitsdienstleistungen im intra- und extramuralen Bereich, in der Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen“ wird daher umfassend und interdisziplinär in die Grundlagen und Besonderheiten (z.B. Versorgungsaspekte im ländlichen Raum) des österreichischen Gesundheitssystems eingeführt und Grundlagen der Sozialpsychiatrie werden dargestellt. Es wird auf die unterschiedlichen Professionen (ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, PsychotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen etc.), die im Rahmen des österreichischen Gesundheitssystems in unterschiedlichen Settings wie Beratungsstellen, im aufsuchenden Bereich, in ambulanten und teilstationären Rehabilitationseinrichtungen sowie Kliniken und Konsiliar-Liaisondienste, tätig sind, eingegangen. Insbesondere wird anhand von gelungenen Beispielen und Modellprojekten die Kompetenz zur multiprofessionellen Zusammenarbeit – jeweils unter partizipativem Einbezug der PatientInnen – vermittelt. Wie also ganz konkret und vor Ort in der Praxis gelingende Netzwerkarbeit herbeigeführt werden kann wird unter dem Fokus einer optimalen Versorgung der PatientInnen vermittelt. Dabei wird besonderes Augenmerk auf Schnittstellenmanagement (wie z.B. beim Austritt aus Institutionen und der Überführung in den ambulanten Bereich), auf eine exakte Auftragsklärung in Bezug auf die jeweiligen Institutionen und beteiligten Berufsgruppen wie auf die Begründung psychologischer Maßnahmen in Diagnostik und Intervention gelegt.

Lernergebnisse:

 Fundierte Kenntnisse über die Behandlungsnetzwerke und sozialräumlichen Angebote des österreichischen Gesundheitssystems.
 Zugang zu den unterschiedlichen Professionen dieses Systems herstellen können.
 Über differenziertes Kooperationswissen verfügen.
 Individuelle und lebensweltbezogene Überlegungen adäquat und in Übereinstimmung mit eigenem professionellen Wissen und Verständnis auf Interventionsplanungen beziehen können.

Psychologische Konzepte der Gesundheitsvorsorge/-förderung: Planen, Implementieren und Umsetzen
Auf der Basis der vorangegangenen Lehrveranstaltung über psychologische Gesundheitsdienstleistungen im intra- und extramuralen Bereich geht es in dieser Lehrveranstaltung um die Kompetenz, psychologische Konzepte der Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung in komplexen Settings zu planen, zu konzeptionieren, zu implementieren und in Umsetzung zu bringen. Hierfür ist ein fundierter Überblick und Anwendungswissen über psychologische Konzepte der Gesundheitsvorsorge und -förderung unerlässlich. Innovative Projekte der Gesundheitsförderung und -versorgung werden dabei im „Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit“ stets biopsychosoziale Perspektiven zugrunde gelegt. Von der Ottawa-Charta (WHO, 1986), über die Salutogenese (Antonovsky, 1997) bis zu differenzierten Präventionsstrategien wird ein breites Spektrum der Gesundheitswissenschaften vermittelt und – auf der Basis fortgeschrittener Kenntnisse – in eigener Reflexion von den Studierenden weiter entwickelt. Auch hier werden gezielt gemeindepsychologische und sozialraumorientierte Möglichkeiten in komplexen Umfeldverhältnissen in der Entwicklung von Angeboten berücksichtigt.

Lernergebnisse:
 Gesundheitsfördernde Aktivitäten planen, konzeptionieren,  implementieren und in Umsetzung bringen können.
 Koordination, Vermittlung und Moderation in multiprofessionellen Teams verantwortlich übernehmen können.
 Interdisziplinäre Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit gestalten können.

Lernergebnisse

Psychologische Gesundheitsdienstleistungen im intra- und extramuralen Bereich in der Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen

  • Fundierte Kenntnisse über die Behandlungsnetzwerke und sozialräumlichen Angebote des österreichischen Gesundheitssystems.
  • Zugang zu den unterschiedlichen Professionen dieses Systems herstellen können.
  • Über differenziertes Kooperationswissen verfügen.
  • Individuelle und lebensweltbezogene Überlegungen adäquat und in Übereinstimmung mit eigenem professionellen Wissen und Verständnis auf Interventionsplanungen beziehen können.


Psychologische Konzepte der Gesundheitsvorsorge/-förderung: Planen, Implementieren und Umsetzen

  • Gesundheitsfördernde Aktivitäten planen, konzeptionieren,  implementieren und in Umsetzung bringen können.
  • Koordination, Vermittlung und Moderation in multiprofessionellen Teams verantwortlich übernehmen können.
  • Interdisziplinäre Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit gestalten können.
ECTS-Punkte

4

Krisenintervention

Inhalte

Akutintervention, Krisenintervention, Notfallpsychologie
Im beruflichen Alltag Klinischer- und GesundheitspsychologInnen sind Krisen und Notfallsituationen an der Tagesordnung. Die Vermittlung von psychologischen Interventionsmöglichkeiten bei Notfällen, akuten Krisen und traumatischen Ereignissen wird nicht nur, aber zu einem großen Teil in der Lehrveranstaltung „Akutintervention, Krisenintervention, Notfallpsychologie“ behandelt und reflektiert. Dazu gehört eine fundierte Vermittlung von Theorien, Forschungsergebnisse und Methoden der Krisenintervention und Suizidprophylaxe sowie fortgeschrittene Gesprächsführungstechniken (z.B. SAFER Modell, CISM) für Notfallsituationen. Auch die Abklärung einer möglichen bestehenden Suizidalität und die daraus ergebenden Konsequenzen (Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht, wie sieht die Versorgungskette aus? Wohin wende ich mich?) werden erläutert. Die Themen der Krisenintervention und Suizidprophylaxe werden dabei für die bereits fortgeschrittenen und berufserfahrenen TeilnehmerInnen auf unterschiedliche Beratungskontexte, Aufgaben- und Problemstellungen, Störungen und Zielgruppen in der gesamten Lebensspanne bezogen, fundierte Beziehungskompetenz wird als Basis für die klinische Arbeit betrachtet und vermittelt.


Erste Hilfe
Bei Unfallsituationen oder Menschen in Not Hilfe zu leisten, wird von psychosozialen Berufsgruppen besonders erwartet. Unter Erster Hilfe versteht man die ersten Hilfsmaßnahmen, die an Ort und Stelle eingeleitet werden müssen, bevor Betroffene in ärztliche Behandlung kommen. Die Phänomenologie von medizinischen Notsituationen (Bewusstlosigkeit, Atem- und Herzkreislaufstillstand, Kollapszustände, epileptische Anfälle, Bluthochdruckkrisen, akute Schmerzzustände und Astmaanfälle) sowie psychischen Notfallsituationen (psychogener Anfall, Panikattacke, dissoziative Zustände etc.) und Maßnahmen im klinisch-psychologischen Setting werden vorgestellt. Die Problemstellungen in diesem beruflichen Kontext werden diskutiert.

Lernergebnisse

Akutintervention, Krisenintervention, Notfallpsychologie

  • Techniken zur Stabilisierung von PatientInnen anwenden und eine differenzielle Gesprächsführung auch in schwierigen Situationen konstruktiv handhaben können.
  • Darstellen der Genese und des Verlaufes von Belastungen, Krisen und Notfällen können und deren Einordnung in theoretisch fundierte Begründungs- und Handlungszusammenhänge.
  • Fachgerechte Abklärung von Krisensituationen und Suizidalität.
  • Krisenintervention in unterschiedlichen Beratungskontexten, mit unterschiedlichen Aufgabenund Problemstellungen, Störungen und Zielgruppen.


Erste Hilfe

  • Nennen der Rettungskette und Notrufnummern
  • Bewusstlosigkeit und Atem- Kreislaufstillstand: Notfallcheck (Erste Hilfe beim Auffinden einer reglosen Person, stabile Seitenlagerung praktisch vorzeigen können, Notfallcheck praktisch durchführen können Beatmung und Herzdruckmassage an der Puppe vorzeigen können, etc.).
  • Epileptischer Anfall/Kollaps/Schock: Die Merkmale bei PatientInnen bzw. KlientInnen benennen können, Erste Hilfemaßnahmen aufzählen können. Die verschiedenen Lagerungsarten praktisch vorzeigen können.
  • Vergiftungen und Intoxikationen: erkennen können und Erste Hilfe benennen können.
  • Maßnahmen bei psychischen Notfallsituationen durchführen können.
  • Die spezifischen Problemstellungen im klinisch-psychologischen Setting darstellen können.
ECTS-Punkte

4

Beratung

Inhalte

Beratung stellt ein Herzstück der Arbeit Klinischer PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen dar. In der vorliegenden Übung „Beratungsmethoden und – settings bei unterschiedlichen Personen-/Patientengruppen sowie Supervisions- und Mediationsmethoden“ werden eine Reihe von psychologischen Beratungsmethoden und – settings praxisnah an die Studierenden herangetragen. Da es jedoch unmöglich ist, das gesamte Spektrum – angefangen vom Kinderschutz über frühe Hilfen, Beratung von Kindern und Jugendlichen, bis zur Sozialgerontologie, Angebote für Eltern und Angehörige oder Unternehmen – abzudecken, werden exemplarisch Beratungszugänge und –ansätze durch praktisch durchgeführte Übungen vermittelt, die dann im Aufbaumodul in eine differenzierte Erarbeitung spezifischer Settings für die verschiedenen Bedingungen der unterschiedlichen Altersgruppen übergehen.

Lernergebnisse
  • Beratungsmethoden und –settings sowie Supervisions- und Mediationsmethoden für unterschiedlichste Zielgruppen benennen können.
  • Komplexe Behandlungsnetzwerke situationsangemessen in der Praxis managen können.
  • Wechselwirkungen zwischen bio-psycho-sozialen Belastungen von einzelnen und sozialen Gruppen identifizieren können und verschiedene umgebende Kooperations-, Präventions- und Interventionsmaßnahmen bewerten können.
  • In Falldarstellungen theoretisch fundiert und reflektiert psychosoziale Interventionen entwerfen können.
  • Kooperationsformen und Formen der institutionellen Vernetzung mit anderen Gesundheitsberufen und sozialen Diensten entwickeln können.
ECTS-Punkte

4

Diagnostik und Behandlung

Inhalte

Strategien, Methoden und Techniken der Diagnostik
Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen benötigen vertiefe Kenntnisse und Anwendungskompetenzen in multidimensionaler und multimodaler psychologischer Diagnostik. In der Lehrveranstaltung werden – auf der Basis der bereits erworbenen Kenntnisse im Psychologiestudium – diagnostische Strategien (z.B. wann sind Selektionsstrategien und wann sind Modifikationsstrategien zu wählen, handelt es sich um eine Status- oder Prozessdiagnostik, norm- oder kriteriumsorientierte Diagnostik), Methoden (Gewichtung von Anamnese/Interview, Exploration, Verhaltensbeobachtung bzw. Urteilsmethoden inkl. Persönlichkeitsverfahren, Intelligenz- und Leistungsmethoden und  Deutungsmethoden bei verschiedenen diagnostischen Fragestellungen) und verschiedene Techniken (Vor- und Nachteile von speed vs. power Tests, Computer gestützte Diagnostik, standardisierte vs. projektive Tests), aber auch neuere Formen wie z.B. webbasiertes Testen etc. systematisch auf Problemstellungen von PatientInnen bzw. KlientInnen aller Altersgruppen sowie aller sozialer und ethnischer Herkunft bzw. von PatientInnen- bzw. KlientInnensystemen praktisch in Übungen angewendet. Die Erarbeitung diagnostisch relevanter Fragestellungen und die Auswahl adäquater – für die Praxis geeigneter - Diagnoseinstrumente stehen im Zentrum dieser LV.

 

Psychologische Behandlungsmaßnahmen bei Personen aller Altersstufen und Gruppen einschließlich der Beachtung von transkulturellen und von Gender-Aspekten
Psychologische Behandlung wird als ein übergreifendes Konzept für Methoden, die sich auf die Gesamtheit der empirischen Psychologie stützen, verstanden. Psychologische Behandlungsmethoden basieren auf sozialpsychologischen, lerntheoretischen, wahrnehmungs-, persönlichkeits- und entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und werden in der Prävention, Behandlung und Rehabilitation angewendet.In dieser Lehrveranstaltung werden wichtige psychologische Interventionen vorgestellt. Beispiele für Anwendungsfelder: Kognition (Aufmerksamkeitstraining, Gedächtnistraining,…), Psychophysiologie (Entspannung, Körperwahrnehmung, Biofeedback, Schmerzbehandlung), Sozialverhalten (Kommunikationstraining, Selbstsicherheitstraining, Stärkung von Selbstkontrollmechanismen), Indikationsspezifische Behandlung (Affekt- u. Aggressionskontrolle, Skills- Training, Konflikt- u. Stressbewältigung, Raucherentwöhnungsprogramme, Programme bei Essstörungen,…). Schwerpunkt dieser LV bildet die kritische Auseinandersetzung und in der Folge praktische Übung mit folgenden Fragestellungen: Mit welchen Anliegen und Problemen können PatientInnen bzw. KlientInnen zur/m PsychologIn kommen? Welche Ziele können mit den konkreten
PatientInnen bzw. KlientInnen vereinbart werden und mit welchen Methoden und Techniken auf Basis einer tragfähigen Beziehung können diese erreicht werden? Dabei wird auch die Fähigkeit und Kompetenz zur interkulturellen und gendersensiblen Kommunikation praxisnah geschult.

Lernergebnisse

Strategien, Methoden und Techniken der Diagnostik

  • Entsprechend der Fragestellung, den diagnostischen Prozess planen können.
  • Ein diagnostisches Gespräch nach den Konzepten und Regeln psychologischer Gesprächsführung im Rollenspiel durchführen können.
  • Die wissenschaftlich fundierten Richtlinien bei der Beurteilung der Qualität psychologische- diagnostischer Verfahren (z.B. Tests) benennen und anwenden können.
  • Kompetenz in der Interpretation psychologisch-diagnostischer Ergebnisse (z.B. diskutieren anscheinend widersprüchlicher Ergebnisse verschiedener Verfahren, Integration verschiedener Informationsquellen anhand wissenschaftlich-psychologischer Theorien etc.).
  • Diagnostische Systeme der Klassifikation und Deskription von Störungen und Behinderungen kennen, bewerten und einzuordnen können.
  • Zwischen einer person- und individuenbezogenen, beziehungs- und systembezogenen (Familie und Gruppe) und Gemeinwesen-bezogenen Diagnostik differenzieren können und sie jeweils adäquat anwenden können.

 

Psychologische Behandlungsmaßnahmen bei Personen aller Altersstufen und Gruppen einschließlich der Beachtung von transkulturellen und von Gender-Aspekten

  • Notwendigkeit alters-, diversity- und geschlechtssensibler Behandlungsmaßnahmen erklären.
  • Wissen um die Bedeutung des Entwicklungsstandes, Alters, Geschlechts bzw. kulturellen Hintergrunds bei der Entstehung, Häufigkeit und Verlauf von Belastungen, Störungen und Krankheiten, sowie eine Reflexion der eigenen Geschlechtsrolle und des eigenen kulturellen Hintergrundes.
  • Fähigkeit zur interkulturellen und gendersensiblen Kommunikation unter bewusster Berücksichtigung eigener kulturellerWerthaltungen.
  • Gängige psychologischer Behandlungsmaßnahmen für PatientInnen bzw. KlientInnen verschiedener Altersstufen und Problemlagen anwenden können.
ECTS-Punkte

4

Psychopharmakologie und Psychopathologie

Inhalte

Psychopharmakologie
Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen müssen im Zuge interprofessioneller Zusammenarbeit über Grundkenntnisse der Psychopharmakologie verfügen. Eine Orientierung über Wirkungen und Nebenwirkungen von Antidepressiva, Phasenprophylaxe, Antipsychotika, Tranquilizer, Hypnotika und von anderen psychoaktiven Substanzen ist erforderlich, um PatientInnen bzw. KlientInnen kritisch und sachkundig zur Seite zu stehen. Die LV „Psychopharmakologie“ gibt 1. einen Überblick über Wirkungen und Neben- /Wechselwirkungen der heutigen Psychopharmaka; 2. Geschichte der Psychopharmakologie, 3. Klinische Forschung in der Psychopharmakologie, 4. Psychopharmaka und Gedächtnis, 5. Psychopharmakotherapie und/oder Psychotherapie. Außerdem werden Möglichkeiten zur Förderung der Medikamentencompliance der PatientInnen bzw. KlientInnen durch unterstützende psychologische Maßnahmen erörtert.

Psychopathologie
Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen sind in einem hohen Ausmaß mit Problemlagen befasst, die einen psychopathologischen Krankheitswert aufweisen. Ihre Aufgabe besteht daher im Erkennen, Beschreiben und Dokumentieren abweichenden Erlebens und Verhaltens. Die LV „Psychopathologie“ gibt einen Überblick über die gängigen Erkrankungen, welche die Grundlage für viele Hilfeentscheidungen darstellten und damit entscheidende Relevanz für Prozesse der Zuweisungsdiagnostik besitzen. Verschiedene Arten der psychopathologischen Diagnostik (symptomale Diagnostik, syndromale Diagnostik, klassifikatorische (nosologische) Diagnostik und operationalisierte Diagnostik) werden vorgestellt und deren Anwendungsgebiete diskutiert. Einen weiteren Schwerpunkt bilden verschiedene Formen der Psychopathologie (deskriptive Psychopathologie, phänomenologische Psychopathologie und experimentelle Psychopathologie) und deren Operationalisierungen zum Zweck der Befunderhebung.

Lernergebnisse

Psychopharmakologie

  • Die wichtigsten psychopharmakologischen Medikamente sowie deren Einsatz im Therapieprozess bei bestimmten Krankheitsbildern sollen wiedergegeben können.
  • Die Wirkungen und Wirkungsweise bzw. Neben-/Wechselwirkungen der häufigsten Medikamente beschreiben können.
  • PatientInnen bzw. KlientInnen sollen dazu kritisch und sachkundig beraten werden können.
  • Die Medikamentencompliance der PatientInnen unterstützen können und sie fachkundig durch einen Einnahmeprozess zu begleiten.


Psychopathologie

  • Die wichtigsten Theorien, Modellen und Konzepten psychopathologischer Störungsbilder nennen können.
  • Die spezifischen Charakteristika gängiger Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-V) benennen können und diese Kenntnisse adäquat und praxisorientiert anwenden können.
  • Besonderheiten aufgrund von Psychopathologien in die Behandlungsplanung ableiten und integrieren können
  • Einen psychopathologischen Befund erheben können und Beispielfragen zu einzelnen Symptomen wiedergeben können.
  • Die subjektive Krankheitskonzepte der PatientInnen bzw. KlientInnen identifizieren können und in den Prozess des Erkennens der Symptomatik einzubeziehen
ECTS-Punkte

2

Befunderstellung, Evaluation und Qualitätssicherung

Inhalte

Erstellung von Befunden, Erstattung von Zeugnissen, Gutachten und Stellungnahmen

Da psychologisch relevante Fragestellungen verschiedene Teilbereiche der wissenschaftlichen Psychologie (u.a. Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie, forensische Psychologie, Wirtschaftspsychologie, Kommunikationspsychologie, Neuropsychologie) umfassen, gibt es eine entsprechend große Bandbreite an verschiedenen Formen von psychologisch relevanten schriftlichen Ergebnisdarstellungen. Inhalt dieser LV ist einerseits die Vermittlung eines vorgeschlagenen, strukturierten Aufbaues für jedes Format und andererseits die klare Differenzierung zwischen den Formaten. Dabei wird unter anderem auf die „Richtlinien für die Erstellung von psychologischen Befunden und Gutachten“ des Bundesministeriums für Gesundheit rekurriert. Das praktische Vorgehen steht dabei im Mittelpunkt dieser Lehrveranstaltung.
Zu klären gelten auch Basis-Fragen wie: Wann sind psychologische Befunde überhaupt sinnvoll? Welche Anliegen und Fragestellungen können überhaupt bearbeitet werden? Wann liegen Interessenskonflikte vor? Wer sind die Auftraggeber von Befunden, Zeugnissen, Gutachten? Wer hat Einsicht in Befunde/Evaluationen? Dabei werden die spezifischen Charakteristika von unterschiedlichen PatientInnen (Kinder/Jugend, Erwachsene, Alter, Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen) sowie bei unterschiedlichen Störungsbildern und Settings diskutiert. Die Studierenden werden jedoch auch mit Interpretationsspielräumen und den Schwierigkeiten der Aussagekraft von klinischpsychologischen und gesundheitspsychologischen Gutachten vertraut gemacht, um einen kritischen und sachgemäßen Umgang mit der Materie zu erlernen und Hilfeprozesse sorgsam mit gestalten zu können.


Evaluation von psychologischen Leistungen und Qualitätssicherung
Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen sind dazu angehalten, fachkompetent Evaluationen von psychologischen Leistungen und Qualitätssicherung einzuschätzen, zu referieren und auch selbst durchzuführen. Die Lehrveranstaltung „Evaluation von psychologischen Leistungen und Qualitätssicherung“ gibt einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der Evaluation und Qualitätssicherung. Im Zentrum stehen dabei die Planung, Durchführung und kompetente Rezeption sowie die kritische Betrachtung wissenschaftlicher Evaluationsstudien und Studien der Wirksamkeitsforschung. Dabei bedarf es einer kritischen Auseinandersetzung mit betriebswirtschaftlichen Verkürzungen, organisationsstrukturellen Gegebenheiten und der Vermittlung auch von qualitativen Evaluationsmethoden bis hin zu Empowerment-Evaluation im Sinne von Fetterman (1996).

Lernergebnisse

Erstellung von Befunden, Erstattung von Zeugnissen, Gutachten und Stellungnahmen

  • Die verschiedenen Formen der psychologischen Ergebnisdarstellung können charakterisiert werden.
  • Psychologische Befunde, Zeugnisse, Gutachten und Stellungnahmen können erstellt werden und angemessen fachlich kontextualisiert werden.
  • Wesentliche Bedarfe, Interessenskonflikte und PatientInnencharakteristika können berücksichtigt werden.
  • Schwierigkeiten der Aussagekraft von klinisch-psychologischen und gesundheitspsychologischen Gutachten können benannt werden und dieses Wissen kann kritisch in die eigene Praxis einbezogen werden.


Evaluation von psychologischen Leistungen und Qualitätssicherung

  • Gütekriterien von evaluativen Maßnahmen nennen können.
  • Verschiedene Evaluationsformen (summative vs. formative vs. ökonomische Evaluation) differenzieren können.
  • Anwendungsbeispiele fundiert bewerten können.
  • Evaluationen von psychologischen Leistungen erstellen können, und deren praxisangemessenen Einsatz kritisch einschätzen können.
  • Die Komplexität der Aspekte von Qualitätssicherung (Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität) erläutern können.
  • Betriebswirtschaftlichen und organisationsstrukturelle Gegebenheiten einschätzen können.
  • Integration bzw. Vernetzung psychologischer Leistungen in bestehende QM-Systeme
ECTS-Punkte

4

Termine

Hier finden Sie in Kürze aktuelle Termine

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