Psychotherapeutisches Propädeutikum

Certified Program

Certified Program

Am Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit ist es möglich, das Psychotherapeutische Propädeutikum als StudentIn des gesamten Universitätslehrgangs zu absolvieren oder durch Anrechnungen aufgrund bestimmter beruflicher Vorkenntnisse, Berufs- oder Fortbildungen als ModulteilnehmerIn an einzelnen Modulen/Fächern (siehe Weitere Informationen) teilzunehmen.

Das Psychotherapeutische Propädeutikum dauert 5 Semester, wobei der Theorieanteil im Ausmaß von 765 Unterrichtseinheiten (89 ECTS) in 4 Semestern angeboten wird. Die einzelnen Fächer/Module mit ihren Lehrveranstaltungen finden innerhalb dieser Zeit einmal statt. Der Einstieg ist aber jedes Semester möglich (Näheres siehe Bewerbung). Das 5. Semester bietet zusätzlich Zeit zur Absolvierung der Praxis, die aber auch während der anderen Semester absolviert werden kann.

Der Theorieanteil wird zu ca. 20% in Form von E-Learning-Elementen angeboten, wodurch individuelles und flexibles Lernen ermöglicht wird. Der Praxisanteil (Selbsterfahrung, Supervision, Praktikum) des Psychotherapeutischen Propädeutikums von 550 Unterrichtseinheiten (31 ECTS) ist entsprechend den gesetzlichen Vorgaben selbst zu organisieren und nachzuweisen.

Fächer/Module

A.1 Problemgeschichte und Entwicklungen der psychotherapeutischen Schulen

Inhalte

A.1.1 Einführung in die Problemgeschichte und Entwicklung der psychotherapeutischen Schulen
Diese erste Vorlesung gibt einen Überblick über die theoretische Entwicklung der vier Hauptströmungen, die tiefenpsychologisch-psychodynamische, humanistisch-existenzielle, systemische und verhaltenstherapeutische Orientierung. In Kombination mit E-Learning-Aufgaben und Präsenzterminen wird der Zusammenhang dieser psychotherapeutischen Orientierungen mit gesellschaftlich-sozialen Entwicklungen näher betrachtet und eine kritische Auseinandersetzung mit angrenzenden Bereichen gefördert.


A.1.2 Theorie und Methodik der psychotherapeutischen Schulen in Österreich

VertreterInnen der in Österreich anerkannten psychotherapeutischen Fachspezifika werden diese Vorlesung gestalten, um ihre Ausbildungsvereine, ihre Lerninhalte und ihre Methoden darzustellen. Anhand dieser Vorstellung der unterschiedlichen Methoden bekommen die Studierenden einen allgemeinen Überblick vermittelt und lernen, deren zugrundeliegende Menschenbilder und die therapeutischen Vorgehensweisen zu verorten und zu verstehen.

Lernergebnisse

A.1.1 Einführung in die Problemgeschichte und Entwicklung der psychotherapeutischen Schulen

Die Studierenden verfügen über ein grundlegendes Fachwissen hinsichtlich der psychotherapeutischen Hauptströmungen in Österreich.

 

A.1.2 Theorie und Methodik der psychotherapeutischen Schulen in Österreich

Die Studierenden können die in Österreich wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren differenzieren und verfügen über ein grundlegendes Fachwissen bezüglich deren Grundannahmen, Menschenbilder und Konzepte.

ECTS-Punkte

12

A.2 Persönlichkeitstheorien

Inhalte

Diese Vorlesung basiert einerseits auf E-Learning-Aufgaben und andererseits auf Terminen mit Anwesenheit, in denen wesentliche Persönlichkeitstheorien, die für ein psychotherapeutisches Verständnis und Handeln relevant sind, behandelt werden. Weiters werden unterschiedliche Persönlichkeitstheorien der tiefenpsychologischen, humanistisch-existenziellen, systemischen und verhaltenstherapeutischen Traditionen, ihre Bedeutung für das psychotherapeutische Denken und Intervenieren sowie ihre Grenzen gemeinsam bearbeitet.

Lernergebnisse

Die Studierenden können die unterschiedlichen Ansätze der Persönlichkeitstheorien differenzieren und lernen, diese auch im interaktiven Austausch untereinander zu diskutieren.

ECTS-Punkte

4

A.3 Allgemeine Psychologie und Entwicklungspsychologie

Inhalte

A.3.1 Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie

Diese Vorlesung beschäftigt sich mit theoretischen und methodologischen Grundlagen der Allgemeinen Psychologie, der Wahrnehmung, dem Lernen und dem Gedächtnis, dem Denken und Problemlösen, Erleben, Verhalten und Handeln. Weiters stehen auch die Aufnahme und Verarbeitung sozialer Information, Einstellungen und Einstellungsänderungen, zwischenmenschliche Beziehungen, soziale Einflüsse und Prozesse innerhalb und zwischen Gruppen im Fokus dieser Lehrveranstaltung. Mittels E-Learning-Elementen und Präsenzterminen werden die genannten Inhalte gemeinsam erarbeitet.

A.3.2 Entwicklungspsychologie

Themen dieser durch E-Learning begleiteten und präsenzbasierten Vorlesung sind die Grundbegriffe und Theorien der Entwicklungspsychologie, die pränatale Entwicklung, die Entwicklung in der frühen Kindheit in ihrer kognitiven, körperlichen und sozialemotionalen Dimension sowie frühe Eltern-Kinder-Interaktionen. Weiters werden auch Persönlichkeits-, Selbstkonzept-, Identitäts- und soziale Entwicklungen über die Lebensspanne in dieser Lehrveranstaltung behandelt.

Lernergebnisse

A.3.1 Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie

Ziel dieser Lehrveranstaltung ist die Vermittlung von Inhalten der Allgemeinen Psychologie und der Sozialpsychologie, die für PsychotherapeutInnen relevant sind. Die Studierenden sollen auf der Basis ihres erarbeiteten Wissens stoffvertiefende Fragen an die/den Vortragende/n zur Allgemeinen Psychologie und Sozialpsychologie stellen können.

A.3.2 Entwicklungspsychologie

Die Studierenden sollen einen guten Überblick über die ausgewählten Inhalte der Entwicklungspsychologie, die für das psychotherapeutische Setting essentiell sind, bekommen.

ECTS-Punkte

8

A.4 Rehabilitation, Sonder- und Heilpädagogik

Inhalte

Rehabilitation, Sonder- und Heilpädagogik
Dieser Kurs besteht aus zwei Schwerpunkten, wobei innerhalb der Rehabilitation Themen, wie sozialrechtliche Grundlagen der Rehabilitation, Kriterien und Zielsetzungen in Abgrenzung zu stationären Behandlung behandelt werden. Weiters wird die Rehabilitation psychischer Erkrankungen unter Berücksichtigung der großen Diagnosegruppen, Kontraindikationen und Klassifikationssysteme, wie ICF, vorgestellt. Der zweite Teil dieser Lehrveranstaltung rückt die Sonder- und Heilpädagogik ins Zentrum, wobei generell Ursachen und Gründe von Behinderungen und diverse spezielle Sonderformen von Entwicklungsproblemen besprochen werden. Durch praktische Fallbeispiele werden theoretische Konzepte konkretisiert.

Lernergebnisse

In kritischer Auseinandersetzung bekommen die Studierenden die wichtigsten Grundlagen von Rehabilitation, Sonder- und Heilpädagogik vermittelt. Zudem werden Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Forderungen aus sozialpädagogischer Sicht reflektiert.

ECTS-Punkte

2

A.5 Psychologische Diagnostik und Begutachtung

Inhalte

A.5.1 Klinische Psychodiagnostik einschließlich Kinder und Jugendliche
Neben dem diagnostischen Prozess in der klinischen Psychologie mit dem Schwerpunkt auf der klinischen Kinder- und Jugendpsychologie werden auch weitere Methoden der klinischen Psychologie in dieser Lehrveranstaltung behandelt. Weiters werden auch Beurteilungs- und Diagnosesysteme, Tests und Verfahren zur klinischen Psychodiagnostik thematisiert. Die Studierenden werden mit den Untersuchungsergebnissen und ihrer Interpretation, mit der Aussagekraft von klinisch-psychologischen Gutachten und den Interventionsmöglichkeiten in der klinischen Psychologie vertraut gemacht.


A.5.2 Schulenspezifisch-psychotherapeutische Diagnostik
In dieser Lehrveranstaltung wird ein Überblick über Krankheits-, Symptom- und Diagnostikbegriffe innerhalb der psychotherapeutischen Orientierungen vermittelt, sowie die Funktion und Zielsetzung der schulenspezifisch-psychotherapeutischen Diagnostik erörtert. Außerdem sollen schulenspezifische Erhebungsinstrumente vorgestellt und die Umsetzung der diagnostischen Grundannahmen besprochen werden.

Lernergebnisse

A.5.1 Klinische Psychodiagnostik einschließlich Kinder und Jugendliche
Die Studierenden erlernen die grundlegenden Begriffe, Hintergründe und Methoden psychologischer Diagnostik und der psychologischen Testtheorie. Sie kennen die wichtigsten, klinisch relevanten psychodiagnostischen Verfahren und können die Besonderheiten der Psychodiagnostik bei Kindern und Jugendlichen benennen, analysieren und deren Bedeutung beurteilen.


A.5.2 Schulenspezifisch-psychotherapeutische Diagnostik

Die Studierenden werden dazu befähigt, die unterschiedlichen diagnostischen Zugänge verschiedenster psychotherapeutischer Schulen zu analysieren, vergleichen und zusammenzufassen.

ECTS-Punkte

8

A.6 Psychosoziale Interventionsformen

Inhalte

Psychosoziale Interventionsformen
Der Kurs, welcher mit E-Learning-Elementen und Anwesenheitsterminen kombiniert wird, liefert einen guten Überblick über die psychosoziale Versorgungslandschaft (unter anderem regionale, überregionale Einrichtungen, NGOs) und spricht die Vernetzung und Kooperationen von psychosozialen Einrichtungen an. Ebenso werden entlang der typischen Krisen des Familienlebenszyklus sowie der individuellen Lebensübergänge Beratungs- und Begleitungsangebote und deren Arbeitsweisen in ihrer historischen und aktuellen Entwicklung und ihrer interdisziplinären Zusammenarbeit vorgestellt. Abgerundet wird dieser Kurs mit Themen der Entwicklung und den Grundsätzen der Hospizbewegung sowie der Darstellung von Organisationsformen palliativer Betreuung, Psychoonkologie, Krisenintervention und Selbsthilfegruppen.

Lernergebnisse


Die Studierenden wissen über die Unterschiede von Psychotherapie zu anderen psychosozialen Interventionsformen Bescheid und lernen die wichtigsten Institutionen und Angebote im psychosozialen Feld kennen, um somit Kooperations- und Vernetzungsmöglichkeiten zu fördern.

ECTS-Punkte

6

B.1 Medizinische Terminologie

Inhalte

Medizinische Terminologie für PsychotherapeutInnen
Mittels E-Learning-Aufgaben und Präsenzterminen werden die Studierenden mit medizinischen Terminologien und mit maßgeblichen Begriffen im psychotherapeutischen Setting vertraut gemacht. Ein weiteres Ziel dieser Vorlesung ist, dass sich die TeilnehmerInnen Fachausdrücke aus dem Krankenhausbereich und Kenntnisse über moderne medizinische Geräte aneignen. In diesem Zusammenhang soll auch auf die Wirkung von Fachausdrücken auf PatientInnen, die ärztliche Anamnese, den Arztbrief, Diagnosen und deren therapeutische Konsequenz eingegangen werden.

 

Lernergebnisse

Mittels Kombination aus E-Learning-Elementen und Anwesenheiten werden Grundkenntnisse von medizinischer Terminologie für nicht-ärztliche PsychotherapeutInnen und ihre Wirkung auf die PatientInnen erlangt.

ECTS-Punkte

4

B.2 Psychiatrie, Psychopathologie, Psychosomatik

Inhalte

B.2.1 Klinische Psychiatrie
Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung sollen mittels E-Learning-Aufgaben und Präsenzeinheiten Themen wie die Geschichte der Psychiatrie, die Klassifikation psychischer Störungen, Anamnese und pathologische Befunde bearbeitet werden. Weiters wird auf die spezielle Psychiatrie-Pathogenese, Psychopathologie, Psychodynamik und auf die Diagnostik spezieller Störungsbilder, wie organische Störungen, psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen, Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen, affektive Störungen, neurotische Belastungs- und somatoforme Störungen, eingegangen. Die Vorlesung dient auch dazu, einen Überblick über Schlafstörungen, Essstörungen, sexuelle Funktionsstörungen, Persönlichkeitsstörungen und andere Verhaltensauffälligkeiten, Minderbegabungen und Suizidalität zu erhalten.


B.2.2 Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie
Die Kombination aus E-Learning-Elementen und Präsenzeinheiten soll es den Studierenden erleichtern, einen Überblick über Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie zu bekommen. Im Zentrum stehen dabei Themen wie die kindliche Entwicklung, Entwicklungspathologie und Entwicklungsstörungen sowie spezifische pathologische Symptome und Störungen. Außerdem werden der diagnostische Prozess, Methoden der Diagnostik und Therapieformen in dieser Vorlesung bearbeitet.


B.2.3 Gerontopsychiatrie, -psychotherapie
In dieser Lehrveranstaltung liegt der Fokus auf den Entwicklungsmöglichkeiten des späteren Lebensalters. Gesellschaftliche Zuschreibungen werden diskutiert und eigene Sichtweisen reflektiert. Themen, wie Lebensbilanzziehung, gehäufte Trennungs- und Verlusterfahrungen, Lust, der Umgang mit körperlichen Funktionseinbußen, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit, die im letzten Lebensabschnitt von besonderer Relevanz sind, werden neben psychiatrischen Erkrankungen des späteren Lebensabschnitts besonders beachtet.


B.2.4 Psychosomatik
Ein biopsychosoziales Modell wird vorgestellt, in dem der leidende Mensch, das erkrankte Organ oder das Symptom nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil eines komplexen Netzwerkes dynamischer Systeme, als Teil der Lebensgeschichte eines Menschen, im Wechselspiel mit seiner familiären, beruflichen und ökologischen Umwelt. Psychosomatische Krankheitsgruppen, häufige Krankheitsbilder und ICD-Diagnosen im Bereich der Psychosomatik werden vorgestellt und auf die psychosomatische Versorgung in Österreich wird eingegangen. In den E-Learning-Elementen erarbeiten die Studierenden vor der Vorlesung die bereitgestellten Unterlagen und fassen den Inhalt systematisch zusammen, um gut vorbereitet im Rahmen der Vorlesung mit den Vortragenden einen konstruktiven und lebendigen Diskurs führen zu können.

Lernergebnisse

B.2.1 Klinische Psychiatrie
Die TeilnehmerInnen bekommen einen fundierten Einblick in medizinisch-psychiatrisches Fachwissen.


B.2.2 Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie
Die Vermittlung eines Grundlagenwissens in der Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie ist Ziel dieser Lehrveranstaltung.


B.2.3 Gerontopsychiatrie, -psychotherapie
Die Studierenden begreifen Altern als Lebensabschnitt, der spezielle Herausforderungen mit sich bringt, die nicht zwangsläufig defizitär sein müssen und auch im Senium zu Veränderungen und Lebensfreude führen können.


B.2.4 Psychosomatik
Die Vermittlung von psychosomatischem Grundwissen steht im Vordergrund, wobei die Studierenden in die Lage versetzt werden, psychosomatische Alltagsphänomene besser wahrzunehmen und sich inhaltlich mit Diskussionsbeiträgen in die Vorlesung einzubringen.

ECTS-Punkte

16

B.3 Pharmakologie

Inhalte

Psychopharmakologie
Das Verhältnis beziehungsweise die Wechselwirkungen und -beziehungen zwischen Psychopharmakologie und Psychotherapie und die Indikation für die Behandlung mit Psychopharmaka sind bedeutende Inhalte dieser Lehrveranstaltung. Außerdem ist es für die psychotherapeutische Arbeit notwendig, Kenntnisse über Wirkungen und Nebenwirkungen von Antidepressiva, Phasenprophylaxe, Antipsychotika, Tranquilizer, Hypnotika und von anderen psychoaktiven Substanzen zu erwerben.

Lernergebnisse

Vermittlung von Wissen über die wichtigsten psychopharmakologischen Medikamente und deren Wirkung sowie über den Einsatz im Therapieprozess bei bestimmten Krankheitsbildern sind wesentliche Elemente, die sich die Studierenden hier aneignen.

ECTS-Punkte

6

B.4 Erste Hilfe in der psychotherapeutischen Praxis

Inhalte

Erste Hilfe
Notfälle und akute Erkrankungen, die ein/e PatientIn in der psychotherapeutischen Praxis erleiden könnte, sollen in diesem Kurs näher beleuchtet werden, wobei auch das Erkennen und Beurteilen eines Notfalls anhand eines symptomatologischen Ansatzes essentiell ist. Die Studierenden sollen ebenso mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen vertraut gemacht werden, um bei eventuellen Notfällen im psychotherapeutischen Alltag vorbereitet zu sein. Besonders wichtig ist, dass eine eventuelle Notlage des/der PatientIn richtig eingeordnet werden kann.

Lernergebnisse


Am Ende der Lehrveranstaltung sollen die TeilnehmerInnen in der Lage sein, auf Notfälle in der psychotherapeutischen Praxis angemessen reagieren und adäquat intervenieren zu können.

ECTS-Punkte

1

C Forschungs- und Wissenschaftsmethodik

Inhalte

C.1 Einführung in wissenschaftliches Arbeiten
In diesem Kurs werden Grundbegriffe wissenschaftlichen Arbeitens sowie verschiedene wissenschaftliche Zugänge und Forschungsansätze anhand der Geschichte der Psychotherapieforschung in Form von E-Learning-Elementen und Präsenzterminen reflektiert (Reichweite von Theorien, Forschungsparadigmen etc.). Darüber hinaus werden die wichtigsten Schritte der Planung und Durchführung von Forschungsprojekten demonstriert. Grundlegende Kompetenzen, die zur Durchführung einfacher Forschungsprojekte notwendig sind (z.B. Literaturrecherche, Erstellung von einfachen Forschungsdesigns, Kenntnisse über Kriterien wissenschaftlichen Publizierens), werden ebenso in diesem Kurs vermittelt.


C.2 Psychodiagnostik und Testtheorie
Dieser Kurs liefert den Studierenden einen Überblick über psychodiagnostische Systeme und Verfahren, sowie deren Vorgehensweisen, Möglichkeiten und Grenzen. Weiters werden einzelne Verfahren zur Erhebung patientInnenbezogener Daten von ausgewählten Screening-Fragebögen bis hin zu strukturierten Interviewleitfäden vorgestellt und besprochen.


C.3 Quantitative Forschungsmethoden
Diese Vorlesung bietet in Form von E-Learning-Aufgaben und Präsenzeinheiten eine Einführung in die methodischen Grundlagen quantitativer Psychotherapieforschung und Evaluation. Im Zentrum stehen dabei die Planung, Durchführung und kompetente Rezeption wissenschaftlicher Studien mit quantitativem Forschungsdesign. Dabei werden folgende Aspekte thematisiert: die Formulierung von Forschungsfragen, das Bilden von Hypothesen und die Quantifizierung der darin enthaltenen Variablen, die Stichprobenauswahl, die Datenerhebung inklusive Entwicklung und Einsatz entsprechender Erhebungsinstrumente, Gütekriterien, grundlegende statistische Auswertungsmethoden, Ergebnisdarstellung und Ergebnisinterpretation sowie die kritische Betrachtung vorliegender Studien in der Wirksamkeitsforschung.


C.4 Qualitative Forschungsmethoden
Diese Vorlesung dient zur Einführung in das Spektrum qualitativer Forschung und die zugehörigen Forschungsfragen. Neben der theoretischen und praxisbezogenen Vermittlung ausgewählter Erhebungs- und Auswertungsstrategien und Gütekriterien qualitativer Forschung werden die Eigenschaften und Grenzen qualitativen Vorgehens inklusive dessen steigenden Bedeutung innerhalb der Psychotherapieforschung gemeinsam in Form von Präsenzeinheiten und E-Learning-Aufgaben reflektiert.

Lernergebnisse

C.1 Einführung in wissenschaftliches Arbeiten

Die Studierenden erlangen ein grundlegendes und kritisches Verständnis von Wissenschaftlichkeit und wissenschaftlichen Arbeitsmethoden und erhalten eine Einführung in wissenschaftliches Arbeiten.


C.2 Psychodiagnostik und Testtheorie
Ziel ist es, Grundkenntnisse und Hintergrundwissen über Methoden und Verfahren der interventionsbezogenen Psychodiagnostik und ihre testtheoretischen Grundlagen im Kontext der psychotherapeutischen Eingangs- und Prozessdiagnostik sowie Evaluation zu erlangen.

C.3 Quantitative Forschungsmethoden
Die Studierenden erlangen Basiswissen über typische Forschungsabläufe quantitativer Psychotherapieforschung sowie Kenntnis und Verständnis der wichtigsten statistischen Methoden, die dabei eingesetzt werden.


C.4 Qualitative Forschungsmethoden
Ziel dieser Lehrveranstaltung ist, einen Überblick über qualitatives Forschungsverständnis und Basiswissen über verschiedene qualitative Methoden der Datenerhebung, -auswertung und -interpretation zu vermitteln.

ECTS-Punkte

10

D Ethik und Psychotherapie

Inhalte

Ethik
Die Studierenden erhalten eine Einführung in die Ethik als Handwerkszeug, um praxisrelevanten Themen, wie Umgang mit gesellschaftlichen Normen und persönlichen Werten oder Herausforderungen durch Tabuthemen, weitestgehend ohne Ideologisierungen begegnen zu können. Anhand von Praxisbeispielen wird Ethik als praktische Wissenschaft vermittelt und zu empirischen Einzelwissenschaften, wie der Psychologie, in Bezug gesetzt. Grundfragen der Ethik, wie Freiheit und Glückseligkeit, werden betrachtet und deren Grenzen thematisiert.

Lernergebnisse

Die TeilnehmerInnen kennen die Bedeutung der Begriffe Moral, Recht und Ethik und können Grunddimensionen der Ethik erfassen, ethische Dilemmata erkennen und mithilfe eines Modells zur ethischen Urteilsbildung ethische Fragestellungen diskutieren.

ECTS-Punkte

4

E Rahmenbedingungen für die Ausübung von Psychotherapie

Inhalte

E.1 Fragen der Psychohygiene für PsychotherapeutInnen
Das wichtigste „Werkzeug“ für die Psychotherapie ist die therapeutische Beziehung und die Person der/des PsychotherapeutIn. Der Umgang mit sich selbst im psychotherapeutischen Alltag, die Zeitplanung, die Vereinbarungen und die Dokumentation sowie die gute Gestaltung des Settings sind Aufgaben, die von Anfang an die psychotherapeutische Behandlung mitgestalten. Da die Verantwortung dafür bei den PsychotherapeutInnen liegt, widmen sich die TeilnehmerInnen vor allem in Form von Vorträgen, Übungen und Reflexionen diesen Themen.


E.2 Fragen zu Risiken, Schäden und Nebenwirkungen von Psychotherapie
Vor allem jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Psychotherapie und Beratung auch zu unerwünschten, teilweise sogar schädlichen Auswirkungen auf PatientInnenseite führen können. In dieser Lehrveranstaltung wird mittels E-Learning-Elementen und Präsenzterminen vermittelt, welche Risiken, Nebenwirkungen und Schäden möglich sind und unter welchen Rahmenbedingungen solche negativen Therapieverläufe besonders häufig vorkommen. In diesem Zusammenhang gewinnt die Aufklärung von PatientInnen über PatientInnenrechte und ein fundiertes Wissen über risikoreiche Kontextbedingungen innerhalb der Psychotherapie zunehmend an Bedeutung.

 

E.3 Grundlagen der Rechtsordnung und des Gesundheitswesens
Die Vorlesung wird mittels Kombination von E-Learning-Elementen und Präsenzeinheiten einen Überblick über die Prinzipien und den Aufbau der Rechtsordnung, im Besonderen der Kompetenzverteilung liefern. Zudem werden die allgemeinen Grundlagen des Gesundheitswesens, des Krankenanstaltenwesens, der Bekämpfung und Vermeidung von Krankheiten und des Arzneimittel-, Apotheken- und Suchtgiftwesens thematisiert. Eine Übersicht über die Berufsgruppen des Gesundheitswesens einschließlich ihrer Organisation und Ausbildung, die Grundlagen der Rehabilitation, der Jugendwohlfahrt, der Sozialhilfe und des Sozialversicherungsrechtes sowie die Einführung ins Arbeitsrecht runden diese Lehrveranstaltung inhaltlich ab.


E.4 Berufsrechtliche Grundlagen für die Ausübung von Psychotherapie
Diese mit E-Learning-Aufgaben und Präsenzeinheiten angebotene Lehrveranstaltung liefert einen Überblick über das österreichische Psychotherapiegesetz, die Berufstätigkeit von PsychotherapeutInnen und Organisationsstrukturen der PsychotherapeutInnen in Österreich sowie die Darstellung der Unterschiedlichkeiten zu Ausbildungen in EU-Europa. Außerdem werden Kooperationsformen im Bereich des Gesundheitswesens sowie diverser Einrichtungen vorgestellt.

Lernergebnisse

E.1 Fragen der Psychohygiene für PsychotherapeutInnen
Grundlegendes Wissen über die Berufspflichten von PsychotherapeutInnen und angrenzender Berufe sowie verpflichtende Maßnahmen zur Vermeidung von Überforderung sollen hier den Studierenden vermittelt werden.


E.2 Fragen zu Risiken, Schäden und Nebenwirkungen von Psychotherapie
Im Rahmen dieser Vorlesung soll der Blick auf mögliche Risiken innerhalb der Psychotherapie geschärft und eine Sensibilität für Negativverläufe und mögliche Präventionsstrategien im psychotherapeutischen Setting entwickelt werden.

 

E.3 Grundlagen der Rechtsordnung und des Gesundheitswesens
Die Vorlesung zielt darauf ab, einen Einblick in die Rechtsordnung des österreichischen Gesundheitswesens zu geben und die TeilnehmerInnen mit juristischen Fachbegriffen vertraut zu machen.

E.4 Berufsrechtliche Grundlagen für die Ausübung von Psychotherapie
Die TeilnehmerInnen lernen über gesetzliche Grundlagen für die Ausübung von Psychotherapie in Österreich und bekommen einen Überblick über Differenzen innerhalb psychotherapeutischer Ausbildungen.

ECTS-Punkte

8

F.1 bis F.3 Praxis

Inhalte

Der gesamte praktische Teil des Psychotherapeutischen Propädeutikums umfasst 550 Stunden (31 ECTS) mit folgender Aufteilung:

  • 50 Stunden (3 ECTS) Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung
  • 480 Stunden (27 ECTS) Praktikum
  • 20 Stunden (1 ECTS) Praktikumssupervision

Die zu absolvierende Praxis wird nicht an der Donau-Universität angeboten und muss extern von den Auszubildenden organisiert und nachgewiesen werden.

 

F.1 Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung
Die Selbsterfahrung muss in der Regel kontinuierlich, bei maximal zwei in die PsychotherapeutInnenliste des Bundesministeriums eingetragenen PsychotherapeutInnen absolviert und nachgewiesen werden. Die Selbsterfahrung fordert und fördert ein erhöhtes Maß an Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung und ermöglicht es, die psychotherapeutische Methodik in ihrer Anwendung an sich selbst kennenzulernen. Bereits absolvierte Selbsterfahrungs-Einheiten können angerechnet werden, wenn sie bei einer/einem eingetragenen PsychotherapeutIn absolviert wurden, nicht als Krankenbehandlung abgerechnet wurden und nicht länger als 5 Jahre zurückliegen.

 

F.2 Praktikum einschließlich des schriftlichen Praktikumsberichts
Das nachzuweisende Praktikum für das Psychotherapeutische Propädeutikum ist an einer vom Bundesministerium anerkannten Einrichtung des Gesundheits- und Sozialwesens bzw. gemäß den Bestimmungen des Psychotherapiegesetzes (1990; § 5. (1)), zu absolvieren, wobei der Umgang mit verhaltensgestörten und leidenden Personen unter fachlicher Anleitung und Aufsicht der/des LeiterIn oder einer/s StellvertreterIn der ausgewählten Einrichtung erlernt wird. Das Praktikum kann in mehreren Abschnitten oder durchgehend in 12 Wochen zu je 40 Stunden absolviert werden. Das Bundesministerium listet hier geeignete Praktikumseinrichtungen für das Psychotherapeutische Propädeutikum auf.

Zum erfolgreichen Abschluss dieser Lehrveranstaltung verfassen die Studierenden einen Praktikumsbericht.

 

F.3 Praktikumssupervision
Inhaltlich bezieht sich die Supervision auf das Praktikum, im Besonderen auf die Erlebnisse und Erfahrungen in der Praktikumseinrichtung und eventuell auftretende Fragen zu PatientInnen, KlientInnen aber auch zur Institution an sich. Die Studierenden reflektieren und verarbeiten ihre Tätigkeiten innerhalb des Praktikums und lernen dabei ihre eigenen Reaktionen auf bestimmte Situationen kennen. Die nachzuweisende Praktikumssupervision ist unter Leitung einer/eines zur selbstständigen Ausübung der Psychotherapie berechtigen PsychotherapeutIn vornehmlich in einer Gruppe zu absolvieren.

Lernergebnisse

F.1 Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung

Ziel der Selbsterfahrung ist es, eine erhöhte Selbstreflexion zu entwickeln und psychotherapeutische Methodik in ihrer Anwendung an sich selbst kennen zu lernen.
 

F.2 Praktikum einschließlich des schriftlichen Praktikumsberichts
Das Praktikum dient dazu, einen Einblick in psychotherapeutische Tätigkeiten und Handlungsweisen in einer anerkannten Einrichtung des Gesundheits- und Sozialwesens zu bekommen.
 

F.3 Praktikumssupervision
Die Studierenden sind am Ende der Praktikumssupervision in der Lage, ihre Erfahrungen im Umgang mit leidenden Menschen und den institutionellen Rahmenbedingungen zu reflektieren.

ECTS-Punkte

31

Termine

Die Lehrveranstaltungen finden ca. im 14-Tages-Rhythmus freitags (Nachmittag) und samstags (ganztags) an der Donau-Universität Krems statt. Vereinzelt kommt es zu Donnerstagabend- bzw. Sonntagsterminen.

Das Psychotherapiegesetz schreibt 100%ige Anwesenheitspflicht in den Veranstaltungen vor. In vorab abgesprochenen, begründeten Einzelfällen (z.B. bei Krankheit) kann diese auch partiell unterschritten werden – gegebenenfalls sind Ersatzleistungen erforderlich. Bei größeren Absenzen ist eine Wiederholung der Lehrveranstaltung notwendig.

Die folgende Terminliste bietet lediglich einen Überblick und es kann noch zu Veränderungen kommen. Die aktuellen Termine sind nach einer Aufnahme ins Psychotherapeutische Propädeutikum auf der Internetplattform Moodle zu finden.

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