Psychotherapie-Fachspezifikum "Personzentrierte Psychotherapie" - ÖGWG

Akademische/r Psychotherapeut/in
Master of Science (Psychotherapie)

Der akademische Lehrgang und der Master-Lehrgang "Psychotherapie" (beide 7 Semester) unterscheiden sich vom Inhalt her ausschließlich durch den Umfang der Abschlussarbeit. Für den Master-Lehrgang ist eine Studienberechtigung nachzuweisen - siehe Bewerbung.

Eine Weiterinskription von mindestens einem Semester ist für die Dauer des zu absolvierenden Praktikums wahrscheinlich. Die Kosten für die Weiterinskription nach der offiziellen Lehrgangsdauer von 7 Semester betragen derzeit pro weiterem Semester EUR 100,00.

Im Folgenden finden Sie die zu absolvierenden Fächer.

Fächer

Personzentrierte Psychotherapie (akademisch)

1. Fach Theorie der gesunden und psychopathologischen Persönlichkeitsentwicklung

Inhalte

Personzentrierte Entwicklungspsychologie

Um ein vertieftes Verstehen von Menschen und deren Entwicklung zu ermöglichen, wird an Hand der eigenen Entwicklungsgeschichte der TeilnehmerInnen, ein theoretisches Verständnis von Entwicklung aus personzentrierter Sicht erarbeitet. Ausgehend vom Menschenbild des Personzentrierten Ansatzes und dem Verständnis von Entwicklung im therapeutischen Prozess, werden die Grundlinien einer Entwicklungspsychologie hergeleitet und durch die Theorien von Biermann-Ratjen fortgeführt. Die förderlichen Bedingungen im therapeutischen Prozess, erarbeitet von C. R. Rogers, werden als grundlegende Bedingungen für die Entwicklung des Selbst in der frühen Kindheit und als wachstumsfördernde Bedingungen für die Persönlichkeit eines Menschen, über den gesamten Lebenszyklus hinweg, veranschaulicht und mit den persönlichen Geschichten der TeilnehmerInnen verknüpft. Ergänzt werden die personzentrierten Anschauungen durch die neuesten Erkenntnisse der neurophysiologischen Forschungen (Hüther) durch Erkenntnisse der Baby-Watcher (Stern) und der stufenweisen Selbstentwicklung als lebenslanger Prozess (Kegan). Weitere Bestandteile der Lehrveranstaltung sind die Darstellung der Empathienentwicklung (Binder) und Erkenntnisse aus der Bindungsforschung, sowie Hinweise auf Störungen die durch fehlgeleitete Entwicklungen entstehen.

 

Ätiologie psychischer Störungen

C. R. Rogers wandte sich gegen das Diagnostizieren und Klassifizieren von Störungen: Er sah die "erkrankte" Person als eine in ihrem Erleben und in der Bewertung ihres Erlebens Verstörte an, deren organismische Bewertung durch die Bewertungsbedingungen der Bezugspersonen eben mehr oder weniger gestört wurden.
Die Ätiologie von Störungen im Personzentrierten Konzept ist daher eng mit der Entwicklung des Säuglings und des Kleinkindes verbunden. Das "Verstanden- oder eben Nicht-Verstanden-Werden" (empathisch, wertschätzend und kongruent) des heranwachsenden Kindes durch seine wichtigsten Bezugspersonen wird so zum zentralen Faktor. Damit wird eine Unterscheidung zwischen mehr oder weniger "frühen Störungen" möglich, und somit die Grundlage der Diagnostik in personzentrierter Sicht.
Der Entstehung von traumatischem Erleben, von fragilen und dissoziativen Prozessen sowie von präexpressivem Erleben wird ebenfalls Raum gegeben.

 

Praxeologie I

9 Themenzentrierte Selbsterfahrungs- und Lernveranstaltungen im 1. Studienabschnitt:

 

  • Selbsterfahrung und Gruppenerfahrung

Ausgehend von der Thematisierung der eigenen Motivation zur Ausbildung und ausgehend von der Auseinandersetzung mit den anderen in der Gruppe und mit der Gruppe insgesamt sollen sowohl die eigenen Selbstbilder und die eigenen Persönlichkeits-Strukturen als auch das eigene Vorgehen und das Vorgehen Anderer im Gruppenprozess bewusster gemacht werden. Das Ziel dabei ist es, eine größere Offenheit sowohl für das eigene innere Erleben wie für interpersonelle Prozesse zu erreichen. Dies schließt u. a das Gewahr-Werden von persönlicher wie von interpersoneller Unstimmigkeit, aber auch das Erleben des Bedingungslos-Wertschätzens und des Empathisch-Verstehens mit ein.

 

  • Rekonstruktion des eigenen Geworden-Seins

Einen Schwerpunkt bildet die Rekonstruktion des eigenen Geworden-Seins aus der familiären Herkunft (mind. bis inkl. der Großelterngeneration). Die Herkunft und Entwicklung des eigenen inneren Bezugsrahmens sollte dadurch ebenso gewahr werden wie die Entwicklung des eigenen Umgangs mit Anderen (typische eigene Beziehungsangebote und Resonanzmuster, typische Vermeidungen dabei, typische eigene Positionen in verschiedenen Feldern usw.).

 

  • Focusing

Das Experiencing-Konzept von Gendlin und die daraus abgeleitete Methode des Focusing werden in der ÖGWG als unverzichtbare basale Elemente der Personzentrierten Psychotherapie verstanden. Im diesem Teil der Ausbildung wird geübt, den nötigen inneren Freiraum zu schaffen, um auf eigenes Experiencing Bezug zu nehmen, dabei Felt Sense und "Griff" zu bilden und den Felt Sense zu explizieren. Weiters geht es darum, Andere beim Focusing begleiten zu lernen.

 

  • Personzentrierte Gesprächsführung

Eine Reihe von Übungsgesprächen untereinander und deren Supervision sollen es ermöglichen, im aktiven Zuhören Erfahrung zu gewinnen. Dafür sind Fähigkeiten wie die Beachtung der eigenen Resonanz als Zugang zum Erfassen von (Persönlichkeits-)Strukturen Anderer, die Fähigkeit zur Metakommunikation über die gegenwärtige Beziehung u. a. m. erforderlich. Die Übungsgespräche ermöglichen zugleich auch eine Einschätzung der eigenen Kompetenz im Führen von förderlichen Gesprächen beim Screening, das den ersten Studienabschnitt abschließt.

 

Personzentrierter Umgang mit frühen Störungen

Frühe Störungen sind in besonderer Weise durch bestimmte Defizite im Erleben, in der Verarbeitung und im Ausdruck gekennzeichnet. Daher ist hier ein umfassendes Wissen (auf allen Ebenen des Seins: kognitiv, affektiv und sozial) nötig, um bestimmte Formen besonderer Verletzungen und die damit einhergehenden Ausdrucksformen verstehen zu können. Daraus können sich spezifische therapeutische Handlungsmöglichkeiten entwickeln, die das Erlebnis- und Funktionssystem Therapeut - Klient in geeigneter Weise zu thematisieren vermögen.


Folgende Diagnosegruppen werden behandelt:

  • Affektive und schizoide Psychosen (bes. Schizophrenie und Depression)
  • Persönlichkeitsstörungen (bes. emotional instabile Persönlichkeitsstörung)
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (bes. Alkohol)

 

Anhand der jeweiligen Krankheitsbilder beschäftigen wir uns mit:

 

  • Psychopathologie aus personzentrierter Sicht
  • Prozessualer Diagnostik
  • Differential-Diagnostik
  • Störungsspezifischem Vorgehen im therapeutischen Prozess
Lernergebnisse

Personzentrierte Entwicklungspsychologie

Verständnis der psychischen Entwicklung der Person aus personzentrierter Sicht

 

Praxeologie I

Die praxeologischen Lehrveranstaltungen bilden das Herzstück der Ausbildung für Personzentrierte Psychotherapie. Im ersten Studienabschnitt steht dabei die Entwicklung der eigenen Person in Annäherung zu einem kongruenten, wertschätzenden und empathischen Umgang mit sich selbst und mit Anderen im Mittelpunkt. Ein weiteres Ziel besteht in der Entwicklung einer arbeitsfähigen Gruppe.

 

Ätiologie psychischer Störungen

"Mitfühlendes" Wissen soll in dieser Lehrveranstaltung vermittelt werden – in einem Bereich, wo Klient/inn/en normalerweise mit (hermeneutischer) Empathie alleine nicht erreicht werden können. Dazu ist oft ein "wissendes" Verstehen der Klient/inn/en aus dem Krankheitsmodell des Personzentrierten Konzeptes heraus notwendig.

 

Personzentrierter Umgang mit frühen Störungen

Erarbeiten einer differenziellen Krankheitslehre der Personzentrierten Therapie: Zugangsweisen zu fremdem und zunächst unverständlichem Erleben finden; das Wesen der frühen Störungen, deren Entstehung und deren Auswirkungen im gegenwärtigen Erleben des Klienten sowie die dadurch gegebene Problematik in der Therapie verstehen können.

ECTS-Punkte

9

2. Fach Methodik und Technik

Inhalte

Personzentrierte Therapietheorie

Rogers hat seine Therapietheorie in den sechs "notwendigen und hinreichenden Bedingungen für Persönlichkeitsveränderung durch Psychotherapie" zusammengefasst formuliert. Damit werden nicht konkrete Handlungen, sondern das Muster eines Beziehungssystems (Beziehungsregel, Salutogenesemodell) beschrieben. Dieses Muster dient Personzentrierten Therapeut/inn/en als Kriterium zur Wahrnehmung der Abweichungen von der geforderten Beziehungsqualität sowie als Leitlinie zur Kreation neuer Verstehenshypothesen, die die therapeutische Beziehung dem geforderten Muster näher bringen.

Als wesentlich darin enthaltene konzeptuelle Implikationen werden in der Lehrveranstaltung die folgenden Themen angesprochen:

 

  • Kontakt (Begegnungsphilosophie, Tiefe des Erlebens, Konzepte von Prouty und Swildens)
  • Inkongruenz und Kongruenz (Conditions of worth, Abwehrkonzepte, Abwehrformen, Experiencing vs. strukturgebundenes Erleben)
  • Unconditional positive regard (Einziges Bedürfnis im klz. Konzept, Entwicklungspsychologische Grundvoraussetzung, "Kontrollvariable" in der Therapie)
  • Empathie (Empathieentwicklung, störungsspezifische Empathie, Kommunikationstypen , Bindungstheorie, Säuglingsforschung)
  • Bedingung Nr. 6 (Innerer Bezugsrahmen, Veränderungen im Therapieprozess)

 

Psychotherapeutische Diagnostik

  • Grundlagen der psychotherapeutische Diagnostik - in Anlehnung an die Richtlinien des Bundesministeriums (BMG) zur psychotherapeutischen Diagnostik.
  • Grundlagen der prozessualen Diagnostik: Hermeneutische Empathie; Erkennen und Benennen von Inkongruenz; Diagnose des SELBST; Formulieren, Überprüfen und Weiterentwickeln von Verstehenshypothesen; Erkennen von strukturgebundenem Erleben; Prozessstufen nach Rogers etc.
  • Einführung, Überblick und Anwendung der gängigen Diagnosemanuals: ICD-10 (International Classification of Diseases) sowie DSM-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen).
  • Erstellen von Differenzialdiagnosen
  • Einführung in die OPD (operationalisierte psychodynamische Diagnostik)

 

Forschung I

Das Seminar dient in erster Linie der Vorbereitung des zu Ende des Lehrgangs erforderten "schriftlichen Leistungsnachweises" zur Evaluierung der Kenntnis der Theorien der Klz. Therapie. Diese schriftliche Arbeit kann zugleich als Vor-Arbeit für die spätere Masterthesis bzw. Abschlussarbeit angesehen und verwendet werden.
Beim Leistungsnachweis soll ein aus eigenem Motiv (eigene Forschungsfrage) gewählter Bereich aus der gesamten Theorie der Klz. Therapie im Sinne einer qualitativen Forschung erarbeitet werden. Ein großer Teil des Seminars soll der sorgsamen Themenfindung (Abgrenzung des interessierenden Bereichs aus der gesamten Theorie und Erstellen einer konkreten Forschungsfrage) für jede/n Teilnehmer/in gewidmet sein. Ergänzend wird die formale Gestaltung des schriftlichen Leistungsnachweises erarbeitet.
Vorbereitend für die eigene wissenschaftliche Arbeit sollen in diesem Seminar ein oder mehrere Fachartikel beispielhaft im Hinblick auf ihren Aufbau und ihre Struktur analysiert sowie das Exzerpieren und Zitieren daraus geübt werden.
Schließlich soll in diesem Seminar die Verwendung des Brief-Symptom-Inventory (BSI) und der Skalen für Emotionales Erleben (SEE) als Prä / Post – Untersuchungsinstrumente für Psychotherapieverläufe grundgelegt werden. Informationen über Forschungsstragien, die im Klz. Ansatz verwendet wurden, können dabei anregenden Hintergrund bieten.

 

Praxeologie II - Methodik

  • Grundlagen für den Therapiebeginn

Zu Beginn werden die Gestaltung der Erstkontakte und des Erstgesprächs einschließlich der globalen Therapieplanung, die Indikation für Psychotherapie und die differenzielle Indikation für Klz. Therapie (Ansprechbarkeit des Klienten), die Dokumentation der eigenen therapeutischen Tätigkeit und die Modalitäten der Supervision behandelt.

 

  • Basale personzentrierte Vorgehensweisen

Neben den basalen personzentrierten Vorgehensweisen (tiefes Hören nach Rogers, "listening" nach Gendlin, aus den Grundhaltungen abgeleitete Techniken nach Finke) bildet die prozessuale Diagnostik, d. h. das szenische Verstehen von der eigenen emotionalen Resonanz her und das daraus folgende Bilden, Überprüfen und Verändern von Verstehenshypothesen, den Mittelpunkt personzentrierter Methodik. Klz. Therapeut/inn/en sollen fähig sein, die Symbolisierung inneren Erlebens auf verschiedenen Stufen und in vielfachen Formen anzuregen und weiter zu entwickeln (Personifizieren und Dialog mit Teilen/Impulsen der Person, Arbeit mit Träumen, Arbeit mit der Beziehung, Arbeit mit nonverbalen Ausdrucksformen und der Einbezug des Körpers, Berücksichtigung von Partnern/Umwelt/Lebenskontext der Person u. v. a. m.)

 

  • Störungsspezifisches Arbeiten

Große professionelle Anforderungen stellen die Wahrnehmung von störungsspezifischen Erlebensformen, speziell solcher von "frühen Störungen" (Persönlichkeitsstörungen) sowie von Erlebensformen wie traumatischem Erleben, fragile process, dissociative process (Warner), präsymbolischem (psychotisches) Erleben (Prouty), suchtabhängigem Erleben sowie von Erlebensdefiziten bei somatoformen psychischen Störungen dar. Empathisches Verstehen und adäquater therapeutischer Umgang erfordern bei all diesen Formen "mitfühlendes Wissen" über diese Erlebensformen und ihre Entstehung.

 

  • Übergreifendes therapeutisches Know-how

Therapeutisches Know-how ist darüber hinaus erforderlich für die Indikation und Gestaltung von Kurzzeit- und von Langzeittherapien ebenso wie für die Leitung therapeutischer Gruppen. Weiters sollte eine einführende Information über spezifische Settings und die zugehörigen therapeutischen Methoden, die nicht Gegenstand dieser Ausbildung sein können (Kinder- und Jugendlichentherapie, Paartherapie u. a. m.), gewonnen werden.

 

  • Abschlussphase

Am Ende des methodischen Lernens stehen Themen wie die Gestaltung der Abschlussphase und der Beendigung der Psychotherapie, aber auch ethische und technische Aspekte der professionellen therapeutischen Berufstätigkeit zur Erarbeitung an.

 

  • Screening 2

Den Abschluss der Praxeologie-Lehrveranstaltungen bildet das Screening, in welchem die erreichte therapeutische Kompetenz und Performanz der Ausbildungsteilnehmer reflektiert und die Empfehlung zur Arbeit am Ausbildungsabschluss erteilt wird.

 

Krisenintervention

Nach einer allgemeinen Begriffsklärung werden die physiologischen Vorgänge im menschlichen Gehirn (freeze, Dissoziation) beschrieben, die den betroffenen Menschen in der Extremsituation der Krise ein Weiterleben ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt dann auf dem Verlauf von Krisen und dem psychotherapeutischen Umgang mit Menschen nach Traumaerfahrungen. In der traditionellen personzentrierten Psychotherapie zielen wir auf die Steigerung der Selbstexploration der Klientin mittels Wertschätzung, Empathie und Kongruenz. Da traumabedingtes dissoziiertes Erleben einen Zusammenbruch der Selbstexploration bedeutet, stoßen wir mit unserem Verfahren an eine Grenze. Krisenintervention mit traumatisierten Menschen zielt zunächst einmal auf eine Stabilisierung und erst dann auf ein Verarbeitungsangebot quasi "Schritt für Schritt", das auf die Steigerung der zusammengebrochenen Integrationsfähigkeit gerichtet ist.
Einen weiteren Schwerpunkt der Lehrveranstaltung bilden die Themen Suizidalität, Einschätzung des Suizidrisikos und Umgang mit suizidgefährdeten Menschen.

Lernergebnisse

Personzenrierte Therapietheorie

Überprüfen des eigenen Verständnisses von Therapiekonzepten (cf. "die beste Therapietheorie ist die selbst entwickelte"); Verständnis der Therapietheorie von Rogers aus ihrer Entstehungsgeschichte heraus; Unterscheiden der Abstraktionsebenen von Therapieprinzipien vs. Therapiemethoden; Abweichungen von der geforderten therapeutischen Beziehungsqualität erkennen und hermeneutisch verwenden können (prozessuale Diagnostik).

 

Psychotherapeutische Diagnostik

Rogers lehnt eine, dem Therapieprozess vorausgehende Statusdiagnostik ab und spricht sich für eine zeit- und bedingungsvariable Prozessdiagnostik aus.
Im Zentrum dieser LV steht das Vermitteln von Wissen und von Fähigkeiten zur psychotherapeutischen und im engeren Sinn zur personzentrierten prozessualen Diagnostik. Eine Einordnung der beobachteten Phänomene in eines der gängigen Klassifikationssysteme ICD-10 bzw. DSM-IV stellt die Voraussetzung dafür dar, dass Psychotherapie mit den Krankenkassen verrechnet werden kann und soll in dieser LV praktiziert werden.

 

Forschung I

Vorbereitung des zu Ende des Lehrgangs erforderten "schriftlichen Leistungsnachweises"; Einführung in wissenschaftliches Arbeiten: wissenschaftliches Lesen (Recherchieren) und Schreiben von Theorietexten, Verwendung von Prä / Post – Untersuchungsinstrumenten in der Psychotherapie.

 

Praxeologie II - Methodik

In den praxeologischen Lehrveranstaltungen im 2. Studienabschnitt sollen v. a. die personale Kompetenz zur Gestaltung therapeutischer Beziehungen und die fachliche Kompetenz zu einem personzentrierten psychotherapeutischen Verstehen und Handeln grundgelegt und aufgebaut werden.

 

Krisenintervention

In dieser Lehrveranstaltung sollen die Begriffe Krise und Trauma definiert und von "Psychischer Krankheit" abgegrenzt werden.
Ein personzentriertes Verständnis von Krisen soll erarbeitet werden.
Die Teilnehmer/innen sollen ein theoretisches und erfahrungsbezogenes Rüstzeug für die beraterisch/psychotherapeutische Arbeit mit Menschen in Krisensituationen erhalten.

ECTS-Punkte

10

3. Fach Persönlichkeits-und Interaktionstheorien

Inhalte

Personzentrierte Persönlichkeitstheorie

In dieser Lehrveranstaltung soll der Entstehungskontext der Persönlichkeitstheorie von C. Rogers nachgezeichnet werden, um ein Verständnis für das von ihm gemeinte Prozesshafte und immer "Vorläufige" der Theorie zu entwickeln und einen kritischen und kreativen Umgang damit zu ermöglichen.
Folgende grundlegende und spezifische Aspekte der Persönlichkeitstheorie werden dargestellt:

 

  • Die persönliche Welt der Erfahrung als subjektive Realität
  • Die Aktualisierungstendenz als angeborenes motivationales System und das mit ihr verbundene Kriterium der organismischen Bewertung als Regulierungssystem
  • Der ebenso der Idee der Aktualisierungstendenz innewohnende Entwicklungsaspekt als Entstehungsprozess des Selbst
    • Bedürfnis nach bedingungsfreier Beachtung
    • Bedürfnis nach Selbstbeachtung
    • Entwicklung von Bewertungsbedingungen
  • Die mit der Entstehung von Bedingungen der Selbstachtung verbundene selektive Wahrnehmung hat eine Inkongruenz zwischen Selbst und Erfahrung zur Folge und führt zu psychischer Fehlanpassung und diversen Abwehrmechanismen.

 

Personzentrierte Interaktionskonzepte

Unter Interaktion versteht man in der Soziologie und Psychologie aufeinander bezogenes Handeln zweier oder mehrerer Personen oder die Wechselbeziehung zwischen Handlungspartnern. Systemisch betrachtet ist Interaktion kreisförmig und ohne Anfang. Therapeutische Arbeit ist das Differenzieren der Interaktion.
Eine Strömung in der Personzentrierten Psychotherapie bildet die interaktionelle Orientierung: Die Veränderung des gestörten inneren Erlebens kann durch Gewahrwerden der Beziehungsgestaltung (Interaktion) bearbeitet werden. Diese Hypothese hat zur Folge, dass nicht die Behandlung von Beschwerden und Symptomen als solche im Mittelpunkt stehen, sondern dass diese als Äußerungen eines kommunikativen Konfliktes angesehen werden.
"Indem ich meinen eigenen Mitspiel-Beitrag erkenne, erhalte ich mehr Macht, bin dem schwierigen Anderen z. B. dem Dauerredner, Dominanten etc. nicht mehr ausgeliefert und komme aus der Opferrolle heraus." (Schulz von Thun). Ähnliches gilt für den kommunikativen Teufelskreis ("Problem des Problems") in partnerschaftlichen Interaktionen. Auch im Umgang mit sich selbst besteht das Ideal einer guten (= stimmigen) Kommunikation in der doppelten Übereinstimmung mit sich selbst und mit der (systemisch verstandenen) jeweiligen äußeren Situation.

Lernergebnisse

Personzentrierte Persönlichkeitstheorie

Grundlegendes Verständnis der zentralen Begriffe und Zusammenhänge der Persönlichkeitstheorie von Rogers.

 

Personzentrierte Interaktionskonzepte

Erfassen und schwerpunktmäßiges Erfahren der wichtigsten personzentrierten Interaktionskonzepte. Dabei soll erlebt werden, wie intrapsychische und interpersonelle Kommunikation einander entsprechen und wie Muster die Kommunikation und das Verhalten prägen. Weiters soll ansatzweise deutlich werden, wie in der Personzentrierten Therapie mit diesen Konzepten gearbeitet werden kann.

 

ECTS-Punkte

8

4. Fach Spezielle Theorie

Inhalte

Eine Theorie des Persönlichkeitswandels - "Experiencing-Theorie" von Eugene T. Gendlin

Gendlin's Experiencing-Theorie ist aus der Therapietheorie und Persönlichkeitstheorie von Rogers "herausgewachsen". Die Weiterentwicklung besteht insbesondere in der ● Betonung des Prozesshaften, des ● körperlichen Erlebens, sowie ● in einer besonderen, philosophischen Genauigkeit in der Entwicklung von und im Umgang mit Konzepten. Die „Theorie des Persönlichkeitswandels“ wird als eine Theorie des Erlebens - eines kontinuierlichen Prozesses des körperlichen Fühlens - dargestellt und über Selbsterfahrungs-Übungen erfahrbar / erlebbar gemacht. Folgende besonders relevanten Aspekte sollen theoretisch wie erlebensmäßig verständlich gemacht werden:
Direct reference, direct referent, felt sense, implicit, explicit, modes of experience, carrying forward, referent movement (felt shift), und self-process.

 

Literatur zur personzentrierten Psychotherapie

 

Psychosomatik

Die psychosomatische Medizin kennt verschiedene Modelle, u. a. die zweiphasige Verdrängung nach Mitscherlich, das Stresskonzept von Selye, das Situationskreiskonzept nach Uexküll. Anhand von Modellvorstellungen werden die historischen Veränderungen in der Auffassung von Krankheit sichtbar. Ätiologie, Verlauf und Bewältigung wird nach WHO mittlerweile ganzheitlich als sich selbst organisierendes Zusammenwirken von seelischen, körperlichen und sozialen Faktoren verstanden.
Die personzentrierte Störungstheorie basiert auf der fehlenden Symbolisierung von Erfahrungen des Organismus im Selbstkonzept und der dadurch entstehenden Inkongruenz. Reisch stellt die Regulierung von widersprüchlichen Nähe- und Distanzwünschen, die wertschätzende Empathie in den Mittelpunkt, während für Binder/Binder wesentliche störungsspezifische Defizite das therapeutische Verstehen und Handeln bestimmen. Zentral für diese Lehrveranstaltung sind darüber hinaus die psychodynamischen, systemischen, humanistischen und körpertherapeutischen theoretischen Ansätze in Bezug auf psychosomatische Symptome. Allen gemeinsam ist die Annahme, dass Konflikte und sich daraus ergebende Schmerzen, die nicht symbolisch oder verbal ausgedrückt werden können, sich präsymbolisch durch Somatisierung äußern, aber vor einem psychotherapeutischen Verstehenshintergrund auch reale Entwicklungsmöglichkeiten beinhalten können.

 

Personzentrierte Gruppenpsychotherapie

Die therapeutische Haltung in der Klz. Psychotherapie und ihre normative Wirkung in Gruppen; Bearbeitung von Ängsten und Führungsambivalenzen der Teilnehmer/innen in verschiedenen Gruppenkonstellationen;
Einübung der personzentrierten Interventionsformen: Präsenz, Aktivierung und Verbalisierung im Bezugssystem der Gruppe als Ausdruck empfundener und gelebter Wertschätzung, Empathie und Echtheit;
Die "Weisheit der Gruppe": ein systemischer Effekt in personzentrierter Terminologie; Pacing und Leading in Gruppen;
Wahrnehmung, Beschreibung und Reflexion von (Entwicklungs-)Prozessen des Einzelnen/der Gruppe; Unterscheidung personale und systemische Sichtweise (z.B. Störungen durch Problemklient/inn/en versus Störungen als Ergebnis von Strukturen);
Umgang mit den sozialen Themen einer Gruppe und der Lösung von Ambivalenzen, Umgang mit Entwicklungsblockaden.

 

Forschung II

Rogers hat wissenschaftliche Studien, "die unsere Hypothesen der Prüfung unterziehen, unsere Theorie bereichern, unser Wissen erweitern und uns an ein tieferes Verständnis der Phänomene menschlicher Veränderung heranführen" als für den Personzentrierten Ansatz unverzichtbar gehalten. In diesem Sinn soll die Masterthesis / Abschlussarbeit am Ende der Ausbildung der wissenschaftlichen Reflexion der eigenen klz. Praxis und Theorie dienen.
Zur Vorbereitung der eigenen Masterthesis / Abschlussarbeit bieten sollen im Seminar die generellen Möglichkeiten der Gestaltung der Masterthesis (Literaturarbeit, qualitative oder quantitative Forschungsarbeit, theorieverschränkter Praxisbericht), im Speziellen auch die Möglichkeiten der Erstellung von therapeutischen Einzelfallstudien erörtert werden. Ein wesentlicher Teil des Seminars wird der Themenfindung (Forschungsfragestellung) der eigenen Arbeit gewidmet sein. Darüber hinaus soll in relevante Vorgehensweisen der qualitativen Forschung (v.a. Grounded Theory) sowie in einige der in der Klz. Therapieforschung verwendeten quantitativen Methoden eingeführt werden.

Lernergebnisse

Eine Theorie des Persönlichkeitswandels - "Experiencing-Theorie" von Eugene T. Gendlin

Entstehung sowie spezielle Begrifflichkeit und Bedeutungen der Experiencing-Theorie von Gendlin kennen - in ihren in der Persönlichkeitstheorie von Rogers gründenden sowie darüber hinausführenden Aspekten.

 

Literatur zur personzentrierten Psychotherapie

Die Lehrveranstaltung soll einen Einblick in die inhaltliche Entwicklung im Denken von Rogers und Gendlin sowie eine Übersicht über die weiteren Entwicklungslinien innerhalb des Ansatzes ermöglichen. Dabei sollen v. a. die Unterschiede in den Konzepten von Rogers, Gendlin, Biermann-Ratjen et al., Swildens und Greenberg et al. deutlich gemacht werden.

 

Psychosomatik

Die Lehrveranstaltung soll mit Hilfe der Theorien, gemeinsamer Reflexionen und Übungen (eigene Erfahrungen) verdeutlichen, dass erst die Schaffung eines eigenen psychischen Raumes die Möglichkeit für Denken und Symbolisierung an Stelle somatischer Symptome bietet.

 

Personzentrierte Gruppenpsychotherapie

Einübung der personzentrierten therapeutischen Haltung im Kontext der Gruppe;
Übernahme informeller und formeller Gruppenleitung;
Vorbereitung auf den Umgang mit spezifischen/schwierigen Gruppensituationen und Konstellationen.

 

Forschung II

Einführung in die qualitative sozialwissenschaftliche Forschung, v. a. in die Grundlagen und Methoden der Inhaltsanalyse und der Grounded Theory (offenes Codieren, axiales Codieren, selektives Codieren); Vorbereitung der Masterthesis / Abschlussarbeit.

ECTS-Punkte

13

5. Fach Identitätsentwicklung zum/zur PsychotherapeutIn

Inhalte

Praxeologie I

siehe 1. Fach

Praxeologie II

siehe 2. Fach

ECTS-Punkte

25

Supervidiertes Praktikum I

Inhalte

Laut § 6 (2) 2 - 4 des Psychotherapiegesetzes

ECTS-Punkte

30

Supervidiertes Praktikum II

Inhalte

Laut § 6 (2) 2 - 4 des Psychotherapiegesetzes

 

ECTS-Punkte

55

Literaturstudium

ECTS-Punkte

5

Schriftliche Arbeit

Inhalte

Wahlweise aus den Themenbereichen der Fächer 1 bis 5

ECTS-Punkte

5

Schriftliche Abschlussarbeit

ECTS-Punkte

20

Fächer

Personzentrierte Psychotherapie (MSc)

1. Fach Theorie der gesunden und psychopathologischen Persönlichkeitsentwicklung

Inhalte

Personzentrierte Entwicklungspsychologie

Um ein vertieftes Verstehen von Menschen und deren Entwicklung zu ermöglichen, wird an Hand der eigenen Entwicklungsgeschichte der TeilnehmerInnen, ein theoretisches Verständnis von Entwicklung aus personzentrierter Sicht erarbeitet. Ausgehend vom Menschenbild des Personzentrierten Ansatzes und dem Verständnis von Entwicklung im therapeutischen Prozess, werden die Grundlinien einer Entwicklungspsychologie hergeleitet und durch die Theorien von Biermann-Ratjen fortgeführt. Die förderlichen Bedingungen im therapeutischen Prozess, erarbeitet von C. R. Rogers, werden als grundlegende Bedingungen für die Entwicklung des Selbst in der frühen Kindheit und als wachstumsfördernde Bedingungen für die Persönlichkeit eines Menschen, über den gesamten Lebenszyklus hinweg, veranschaulicht und mit den persönlichen Geschichten der TeilnehmerInnen verknüpft. Ergänzt werden die personzentrierten Anschauungen durch die neuesten Erkenntnisse der neurophysiologischen Forschungen (Hüther) durch Erkenntnisse der Baby-Watcher (Stern) und der stufenweisen Selbstentwicklung als lebenslanger Prozess (Kegan). Weitere Bestandteile der Lehrveranstaltung sind die Darstellung der Empathienentwicklung (Binder) und Erkenntnisse aus der Bindungsforschung, sowie Hinweise auf Störungen die durch fehlgeleitete Entwicklungen entstehen.

 

Ätiologie psychischer Störungen

C. R. Rogers wandte sich gegen das Diagnostizieren und Klassifizieren von Störungen: Er sah die "erkrankte" Person als eine in ihrem Erleben und in der Bewertung ihres Erlebens Verstörte an, deren organismische Bewertung durch die Bewertungsbedingungen der Bezugspersonen eben mehr oder weniger gestört wurden.
Die Ätiologie von Störungen im Personzentrierten Konzept ist daher eng mit der Entwicklung des Säuglings und des Kleinkindes verbunden. Das "Verstanden- oder eben Nicht-Verstanden-Werden" (empathisch, wertschätzend und kongruent) des heranwachsenden Kindes durch seine wichtigsten Bezugspersonen wird so zum zentralen Faktor. Damit wird eine Unterscheidung zwischen mehr oder weniger "frühen Störungen" möglich, und somit die Grundlage der Diagnostik in personzentrierter Sicht.
Der Entstehung von traumatischem Erleben, von fragilen und dissoziativen Prozessen sowie von präexpressivem Erleben wird ebenfalls Raum gegeben.

 

Praxeologie I

9 Themenzentrierte Selbsterfahrungs- und Lernveranstaltungen im 1. Studienabschnitt:

 

  • Selbsterfahrung und Gruppenerfahrung

Ausgehend von der Thematisierung der eigenen Motivation zur Ausbildung und ausgehend von der Auseinandersetzung mit den anderen in der Gruppe und mit der Gruppe insgesamt sollen sowohl die eigenen Selbstbilder und die eigenen Persönlichkeits-Strukturen als auch das eigene Vorgehen und das Vorgehen Anderer im Gruppenprozess bewusster gemacht werden. Das Ziel dabei ist es, eine größere Offenheit sowohl für das eigene innere Erleben wie für interpersonelle Prozesse zu erreichen. Dies schließt u. a das Gewahr-Werden von persönlicher wie von interpersoneller Unstimmigkeit, aber auch das Erleben des Bedingungslos-Wertschätzens und des Empathisch-Verstehens mit ein.

 

  • Rekonstruktion des eigenen Geworden-Seins

Einen Schwerpunkt bildet die Rekonstruktion des eigenen Geworden-Seins aus der familiären Herkunft (mind. bis inkl. der Großelterngeneration). Die Herkunft und Entwicklung des eigenen inneren Bezugsrahmens sollte dadurch ebenso gewahr werden wie die Entwicklung des eigenen Umgangs mit Anderen (typische eigene Beziehungsangebote und Resonanzmuster, typische Vermeidungen dabei, typische eigene Positionen in verschiedenen Feldern usw.).

 

  • Focusing

Das Experiencing-Konzept von Gendlin und die daraus abgeleitete Methode des Focusing werden in der ÖGWG als unverzichtbare basale Elemente der Personzentrierten Psychotherapie verstanden. Im diesem Teil der Ausbildung wird geübt, den nötigen inneren Freiraum zu schaffen, um auf eigenes Experiencing Bezug zu nehmen, dabei Felt Sense und "Griff" zu bilden und den Felt Sense zu explizieren. Weiters geht es darum, Andere beim Focusing begleiten zu lernen.

 

  • Personzentrierte Gesprächsführung

Eine Reihe von Übungsgesprächen untereinander und deren Supervision sollen es ermöglichen, im aktiven Zuhören Erfahrung zu gewinnen. Dafür sind Fähigkeiten wie die Beachtung der eigenen Resonanz als Zugang zum Erfassen von (Persönlichkeits-)Strukturen Anderer, die Fähigkeit zur Metakommunikation über die gegenwärtige Beziehung u. a. m. erforderlich. Die Übungsgespräche ermöglichen zugleich auch eine Einschätzung der eigenen Kompetenz im Führen von förderlichen Gesprächen beim Screening, das den ersten Studienabschnitt abschließt.

 

Personzentrierter Umgang mit frühen Störungen

Frühe Störungen sind in besonderer Weise durch bestimmte Defizite im Erleben, in der Verarbeitung und im Ausdruck gekennzeichnet. Daher ist hier ein umfassendes Wissen (auf allen Ebenen des Seins: kognitiv, affektiv und sozial) nötig, um bestimmte Formen besonderer Verletzungen und die damit einhergehenden Ausdrucksformen verstehen zu können. Daraus können sich spezifische therapeutische Handlungsmöglichkeiten entwickeln, die das Erlebnis- und Funktionssystem Therapeut - Klient in geeigneter Weise zu thematisieren vermögen.


Folgende Diagnosegruppen werden behandelt:

  • Affektive und schizoide Psychosen (bes. Schizophrenie und Depression)
  • Persönlichkeitsstörungen (bes. emotional instabile Persönlichkeitsstörung)
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (bes. Alkohol)

 

Anhand der jeweiligen Krankheitsbilder beschäftigen wir uns mit:

 

  • Psychopathologie aus personzentrierter Sicht
  • Prozessualer Diagnostik
  • Differential-Diagnostik
  • Störungsspezifischem Vorgehen im therapeutischen Prozess
Lernergebnisse

Personzentrierte Entwicklungspsychologie

Verständnis der psychischen Entwicklung der Person aus personzentrierter Sicht

 

Praxeologie I

Die praxeologischen Lehrveranstaltungen bilden das Herzstück der Ausbildung für Personzentrierte Psychotherapie. Im ersten Studienabschnitt steht dabei die Entwicklung der eigenen Person in Annäherung zu einem kongruenten, wertschätzenden und empathischen Umgang mit sich selbst und mit Anderen im Mittelpunkt. Ein weiteres Ziel besteht in der Entwicklung einer arbeitsfähigen Gruppe.

 

Ätiologie psychischer Störungen

"Mitfühlendes" Wissen soll in dieser Lehrveranstaltung vermittelt werden – in einem Bereich, wo Klient/inn/en normalerweise mit (hermeneutischer) Empathie alleine nicht erreicht werden können. Dazu ist oft ein "wissendes" Verstehen der Klient/inn/en aus dem Krankheitsmodell des Personzentrierten Konzeptes heraus notwendig.

 

Personzentrierter Umgang mit frühen Störungen

Erarbeiten einer differenziellen Krankheitslehre der Personzentrierten Therapie: Zugangsweisen zu fremdem und zunächst unverständlichem Erleben finden; das Wesen der frühen Störungen, deren Entstehung und deren Auswirkungen im gegenwärtigen Erleben des Klienten sowie die dadurch gegebene Problematik in der Therapie verstehen können.

ECTS-Punkte

9

2. Fach Methodik und Technik

Inhalte

Personzentrierte Therapietheorie

Rogers hat seine Therapietheorie in den sechs "notwendigen und hinreichenden Bedingungen für Persönlichkeitsveränderung durch Psychotherapie" zusammengefasst formuliert. Damit werden nicht konkrete Handlungen, sondern das Muster eines Beziehungssystems (Beziehungsregel, Salutogenesemodell) beschrieben. Dieses Muster dient Personzentrierten Therapeut/inn/en als Kriterium zur Wahrnehmung der Abweichungen von der geforderten Beziehungsqualität sowie als Leitlinie zur Kreation neuer Verstehenshypothesen, die die therapeutische Beziehung dem geforderten Muster näher bringen.

Als wesentlich darin enthaltene konzeptuelle Implikationen werden in der Lehrveranstaltung die folgenden Themen angesprochen:

 

  • Kontakt (Begegnungsphilosophie, Tiefe des Erlebens, Konzepte von Prouty und Swildens)
  • Inkongruenz und Kongruenz (Conditions of worth, Abwehrkonzepte, Abwehrformen, Experiencing vs. strukturgebundenes Erleben)
  • Unconditional positive regard (Einziges Bedürfnis im klz. Konzept, Entwicklungspsychologische Grundvoraussetzung, "Kontrollvariable" in der Therapie)
  • Empathie (Empathieentwicklung, störungsspezifische Empathie, Kommunikationstypen , Bindungstheorie, Säuglingsforschung)
  • Bedingung Nr. 6 (Innerer Bezugsrahmen, Veränderungen im Therapieprozess)

 

Psychotherapeutische Diagnostik

  • Grundlagen der psychotherapeutische Diagnostik - in Anlehnung an die Richtlinien des Bundesministeriums (BMG) zur psychotherapeutischen Diagnostik.
  • Grundlagen der prozessualen Diagnostik: Hermeneutische Empathie; Erkennen und Benennen von Inkongruenz; Diagnose des SELBST; Formulieren, Überprüfen und Weiterentwickeln von Verstehenshypothesen; Erkennen von strukturgebundenem Erleben; Prozessstufen nach Rogers etc.
  • Einführung, Überblick und Anwendung der gängigen Diagnosemanuals: ICD-10 (International Classification of Diseases) sowie DSM-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen).
  • Erstellen von Differenzialdiagnosen
  • Einführung in die OPD (operationalisierte psychodynamische Diagnostik)

 

Forschung I

Das Seminar dient in erster Linie der Vorbereitung des zu Ende des Lehrgangs erforderten "schriftlichen Leistungsnachweises" zur Evaluierung der Kenntnis der Theorien der Klz. Therapie. Diese schriftliche Arbeit kann zugleich als Vor-Arbeit für die spätere Masterthesis bzw. Abschlussarbeit angesehen und verwendet werden.
Beim Leistungsnachweis soll ein aus eigenem Motiv (eigene Forschungsfrage) gewählter Bereich aus der gesamten Theorie der Klz. Therapie im Sinne einer qualitativen Forschung erarbeitet werden. Ein großer Teil des Seminars soll der sorgsamen Themenfindung (Abgrenzung des interessierenden Bereichs aus der gesamten Theorie und Erstellen einer konkreten Forschungsfrage) für jede/n Teilnehmer/in gewidmet sein. Ergänzend wird die formale Gestaltung des schriftlichen Leistungsnachweises erarbeitet.
Vorbereitend für die eigene wissenschaftliche Arbeit sollen in diesem Seminar ein oder mehrere Fachartikel beispielhaft im Hinblick auf ihren Aufbau und ihre Struktur analysiert sowie das Exzerpieren und Zitieren daraus geübt werden.
Schließlich soll in diesem Seminar die Verwendung des Brief-Symptom-Inventory (BSI) und der Skalen für Emotionales Erleben (SEE) als Prä / Post – Untersuchungsinstrumente für Psychotherapieverläufe grundgelegt werden. Informationen über Forschungsstragien, die im Klz. Ansatz verwendet wurden, können dabei anregenden Hintergrund bieten.

 

Praxeologie II - Methodik

  • Grundlagen für den Therapiebeginn

Zu Beginn werden die Gestaltung der Erstkontakte und des Erstgesprächs einschließlich der globalen Therapieplanung, die Indikation für Psychotherapie und die differenzielle Indikation für Klz. Therapie (Ansprechbarkeit des Klienten), die Dokumentation der eigenen therapeutischen Tätigkeit und die Modalitäten der Supervision behandelt.

 

  • Basale personzentrierte Vorgehensweisen

Neben den basalen personzentrierten Vorgehensweisen (tiefes Hören nach Rogers, "listening" nach Gendlin, aus den Grundhaltungen abgeleitete Techniken nach Finke) bildet die prozessuale Diagnostik, d. h. das szenische Verstehen von der eigenen emotionalen Resonanz her und das daraus folgende Bilden, Überprüfen und Verändern von Verstehenshypothesen, den Mittelpunkt personzentrierter Methodik. Klz. Therapeut/inn/en sollen fähig sein, die Symbolisierung inneren Erlebens auf verschiedenen Stufen und in vielfachen Formen anzuregen und weiter zu entwickeln (Personifizieren und Dialog mit Teilen/Impulsen der Person, Arbeit mit Träumen, Arbeit mit der Beziehung, Arbeit mit nonverbalen Ausdrucksformen und der Einbezug des Körpers, Berücksichtigung von Partnern/Umwelt/Lebenskontext der Person u. v. a. m.)

 

  • Störungsspezifisches Arbeiten

Große professionelle Anforderungen stellen die Wahrnehmung von störungsspezifischen Erlebensformen, speziell solcher von "frühen Störungen" (Persönlichkeitsstörungen) sowie von Erlebensformen wie traumatischem Erleben, fragile process, dissociative process (Warner), präsymbolischem (psychotisches) Erleben (Prouty), suchtabhängigem Erleben sowie von Erlebensdefiziten bei somatoformen psychischen Störungen dar. Empathisches Verstehen und adäquater therapeutischer Umgang erfordern bei all diesen Formen "mitfühlendes Wissen" über diese Erlebensformen und ihre Entstehung.

 

  • Übergreifendes therapeutisches Know-how

Therapeutisches Know-how ist darüber hinaus erforderlich für die Indikation und Gestaltung von Kurzzeit- und von Langzeittherapien ebenso wie für die Leitung therapeutischer Gruppen. Weiters sollte eine einführende Information über spezifische Settings und die zugehörigen therapeutischen Methoden, die nicht Gegenstand dieser Ausbildung sein können (Kinder- und Jugendlichentherapie, Paartherapie u. a. m.), gewonnen werden.

 

  • Abschlussphase

Am Ende des methodischen Lernens stehen Themen wie die Gestaltung der Abschlussphase und der Beendigung der Psychotherapie, aber auch ethische und technische Aspekte der professionellen therapeutischen Berufstätigkeit zur Erarbeitung an.

 

  • Screening 2

Den Abschluss der Praxeologie-Lehrveranstaltungen bildet das Screening, in welchem die erreichte therapeutische Kompetenz und Performanz der Ausbildungsteilnehmer reflektiert und die Empfehlung zur Arbeit am Ausbildungsabschluss erteilt wird.

 

Krisenintervention

Nach einer allgemeinen Begriffsklärung werden die physiologischen Vorgänge im menschlichen Gehirn (freeze, Dissoziation) beschrieben, die den betroffenen Menschen in der Extremsituation der Krise ein Weiterleben ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt dann auf dem Verlauf von Krisen und dem psychotherapeutischen Umgang mit Menschen nach Traumaerfahrungen. In der traditionellen personzentrierten Psychotherapie zielen wir auf die Steigerung der Selbstexploration der Klientin mittels Wertschätzung, Empathie und Kongruenz. Da traumabedingtes dissoziiertes Erleben einen Zusammenbruch der Selbstexploration bedeutet, stoßen wir mit unserem Verfahren an eine Grenze. Krisenintervention mit traumatisierten Menschen zielt zunächst einmal auf eine Stabilisierung und erst dann auf ein Verarbeitungsangebot quasi "Schritt für Schritt", das auf die Steigerung der zusammengebrochenen Integrationsfähigkeit gerichtet ist.
Einen weiteren Schwerpunkt der Lehrveranstaltung bilden die Themen Suizidalität, Einschätzung des Suizidrisikos und Umgang mit suizidgefährdeten Menschen.

Lernergebnisse

Personzenrierte Therapietheorie

Überprüfen des eigenen Verständnisses von Therapiekonzepten (cf. "die beste Therapietheorie ist die selbst entwickelte"); Verständnis der Therapietheorie von Rogers aus ihrer Entstehungsgeschichte heraus; Unterscheiden der Abstraktionsebenen von Therapieprinzipien vs. Therapiemethoden; Abweichungen von der geforderten therapeutischen Beziehungsqualität erkennen und hermeneutisch verwenden können (prozessuale Diagnostik).

 

Psychotherapeutische Diagnostik

Rogers lehnt eine, dem Therapieprozess vorausgehende Statusdiagnostik ab und spricht sich für eine zeit- und bedingungsvariable Prozessdiagnostik aus.
Im Zentrum dieser LV steht das Vermitteln von Wissen und von Fähigkeiten zur psychotherapeutischen und im engeren Sinn zur personzentrierten prozessualen Diagnostik. Eine Einordnung der beobachteten Phänomene in eines der gängigen Klassifikationssysteme ICD-10 bzw. DSM-IV stellt die Voraussetzung dafür dar, dass Psychotherapie mit den Krankenkassen verrechnet werden kann und soll in dieser LV praktiziert werden.

 

Forschung I

Vorbereitung des zu Ende des Lehrgangs erforderten "schriftlichen Leistungsnachweises"; Einführung in wissenschaftliches Arbeiten: wissenschaftliches Lesen (Recherchieren) und Schreiben von Theorietexten, Verwendung von Prä / Post – Untersuchungsinstrumenten in der Psychotherapie.

 

Praxeologie II - Methodik

In den praxeologischen Lehrveranstaltungen im 2. Studienabschnitt sollen v. a. die personale Kompetenz zur Gestaltung therapeutischer Beziehungen und die fachliche Kompetenz zu einem personzentrierten psychotherapeutischen Verstehen und Handeln grundgelegt und aufgebaut werden.

 

Krisenintervention

In dieser Lehrveranstaltung sollen die Begriffe Krise und Trauma definiert und von "Psychischer Krankheit" abgegrenzt werden.
Ein personzentriertes Verständnis von Krisen soll erarbeitet werden.
Die Teilnehmer/innen sollen ein theoretisches und erfahrungsbezogenes Rüstzeug für die beraterisch/psychotherapeutische Arbeit mit Menschen in Krisensituationen erhalten.

ECTS-Punkte

10

3. Fach Persönlichkeits-und Interaktionstheorien

Inhalte

Personzentrierte Persönlichkeitstheorie

In dieser Lehrveranstaltung soll der Entstehungskontext der Persönlichkeitstheorie von C. Rogers nachgezeichnet werden, um ein Verständnis für das von ihm gemeinte Prozesshafte und immer "Vorläufige" der Theorie zu entwickeln und einen kritischen und kreativen Umgang damit zu ermöglichen.
Folgende grundlegende und spezifische Aspekte der Persönlichkeitstheorie werden dargestellt:

 

  • Die persönliche Welt der Erfahrung als subjektive Realität
  • Die Aktualisierungstendenz als angeborenes motivationales System und das mit ihr verbundene Kriterium der organismischen Bewertung als Regulierungssystem
  • Der ebenso der Idee der Aktualisierungstendenz innewohnende Entwicklungsaspekt als Entstehungsprozess des Selbst
    • Bedürfnis nach bedingungsfreier Beachtung
    • Bedürfnis nach Selbstbeachtung
    • Entwicklung von Bewertungsbedingungen
  • Die mit der Entstehung von Bedingungen der Selbstachtung verbundene selektive Wahrnehmung hat eine Inkongruenz zwischen Selbst und Erfahrung zur Folge und führt zu psychischer Fehlanpassung und diversen Abwehrmechanismen.

 

Personzentrierte Interaktionskonzepte

Unter Interaktion versteht man in der Soziologie und Psychologie aufeinander bezogenes Handeln zweier oder mehrerer Personen oder die Wechselbeziehung zwischen Handlungspartnern. Systemisch betrachtet ist Interaktion kreisförmig und ohne Anfang. Therapeutische Arbeit ist das Differenzieren der Interaktion.
Eine Strömung in der Personzentrierten Psychotherapie bildet die interaktionelle Orientierung: Die Veränderung des gestörten inneren Erlebens kann durch Gewahrwerden der Beziehungsgestaltung (Interaktion) bearbeitet werden. Diese Hypothese hat zur Folge, dass nicht die Behandlung von Beschwerden und Symptomen als solche im Mittelpunkt stehen, sondern dass diese als Äußerungen eines kommunikativen Konfliktes angesehen werden.
"Indem ich meinen eigenen Mitspiel-Beitrag erkenne, erhalte ich mehr Macht, bin dem schwierigen Anderen z. B. dem Dauerredner, Dominanten etc. nicht mehr ausgeliefert und komme aus der Opferrolle heraus." (Schulz von Thun). Ähnliches gilt für den kommunikativen Teufelskreis ("Problem des Problems") in partnerschaftlichen Interaktionen. Auch im Umgang mit sich selbst besteht das Ideal einer guten (= stimmigen) Kommunikation in der doppelten Übereinstimmung mit sich selbst und mit der (systemisch verstandenen) jeweiligen äußeren Situation.

Lernergebnisse

Personzentrierte Persönlichkeitstheorie

Grundlegendes Verständnis der zentralen Begriffe und Zusammenhänge der Persönlichkeitstheorie von Rogers.

 

Personzentrierte Interaktionskonzepte

Erfassen und schwerpunktmäßiges Erfahren der wichtigsten personzentrierten Interaktionskonzepte. Dabei soll erlebt werden, wie intrapsychische und interpersonelle Kommunikation einander entsprechen und wie Muster die Kommunikation und das Verhalten prägen. Weiters soll ansatzweise deutlich werden, wie in der Personzentrierten Therapie mit diesen Konzepten gearbeitet werden kann.

 

ECTS-Punkte

8

4. Fach Spezielle Theorie

Inhalte

Eine Theorie des Persönlichkeitswandels - "Experiencing-Theorie" von Eugene T. Gendlin

Gendlin's Experiencing-Theorie ist aus der Therapietheorie und Persönlichkeitstheorie von Rogers "herausgewachsen". Die Weiterentwicklung besteht insbesondere in der ● Betonung des Prozesshaften, des ● körperlichen Erlebens, sowie ● in einer besonderen, philosophischen Genauigkeit in der Entwicklung von und im Umgang mit Konzepten. Die „Theorie des Persönlichkeitswandels“ wird als eine Theorie des Erlebens - eines kontinuierlichen Prozesses des körperlichen Fühlens - dargestellt und über Selbsterfahrungs-Übungen erfahrbar / erlebbar gemacht. Folgende besonders relevanten Aspekte sollen theoretisch wie erlebensmäßig verständlich gemacht werden:
Direct reference, direct referent, felt sense, implicit, explicit, modes of experience, carrying forward, referent movement (felt shift), und self-process.

 

Literatur zur personzentrierten Psychotherapie

 

Psychosomatik

Die psychosomatische Medizin kennt verschiedene Modelle, u. a. die zweiphasige Verdrängung nach Mitscherlich, das Stresskonzept von Selye, das Situationskreiskonzept nach Uexküll. Anhand von Modellvorstellungen werden die historischen Veränderungen in der Auffassung von Krankheit sichtbar. Ätiologie, Verlauf und Bewältigung wird nach WHO mittlerweile ganzheitlich als sich selbst organisierendes Zusammenwirken von seelischen, körperlichen und sozialen Faktoren verstanden.
Die personzentrierte Störungstheorie basiert auf der fehlenden Symbolisierung von Erfahrungen des Organismus im Selbstkonzept und der dadurch entstehenden Inkongruenz. Reisch stellt die Regulierung von widersprüchlichen Nähe- und Distanzwünschen, die wertschätzende Empathie in den Mittelpunkt, während für Binder/Binder wesentliche störungsspezifische Defizite das therapeutische Verstehen und Handeln bestimmen. Zentral für diese Lehrveranstaltung sind darüber hinaus die psychodynamischen, systemischen, humanistischen und körpertherapeutischen theoretischen Ansätze in Bezug auf psychosomatische Symptome. Allen gemeinsam ist die Annahme, dass Konflikte und sich daraus ergebende Schmerzen, die nicht symbolisch oder verbal ausgedrückt werden können, sich präsymbolisch durch Somatisierung äußern, aber vor einem psychotherapeutischen Verstehenshintergrund auch reale Entwicklungsmöglichkeiten beinhalten können.

 

Personzentrierte Gruppenpsychotherapie

Die therapeutische Haltung in der Klz. Psychotherapie und ihre normative Wirkung in Gruppen; Bearbeitung von Ängsten und Führungsambivalenzen der Teilnehmer/innen in verschiedenen Gruppenkonstellationen;
Einübung der personzentrierten Interventionsformen: Präsenz, Aktivierung und Verbalisierung im Bezugssystem der Gruppe als Ausdruck empfundener und gelebter Wertschätzung, Empathie und Echtheit;
Die "Weisheit der Gruppe": ein systemischer Effekt in personzentrierter Terminologie; Pacing und Leading in Gruppen;
Wahrnehmung, Beschreibung und Reflexion von (Entwicklungs-)Prozessen des Einzelnen/der Gruppe; Unterscheidung personale und systemische Sichtweise (z.B. Störungen durch Problemklient/inn/en versus Störungen als Ergebnis von Strukturen);
Umgang mit den sozialen Themen einer Gruppe und der Lösung von Ambivalenzen, Umgang mit Entwicklungsblockaden.

 

Forschung II

Rogers hat wissenschaftliche Studien, "die unsere Hypothesen der Prüfung unterziehen, unsere Theorie bereichern, unser Wissen erweitern und uns an ein tieferes Verständnis der Phänomene menschlicher Veränderung heranführen" als für den Personzentrierten Ansatz unverzichtbar gehalten. In diesem Sinn soll die Masterthesis / Abschlussarbeit am Ende der Ausbildung der wissenschaftlichen Reflexion der eigenen klz. Praxis und Theorie dienen.
Zur Vorbereitung der eigenen Masterthesis / Abschlussarbeit bieten sollen im Seminar die generellen Möglichkeiten der Gestaltung der Masterthesis (Literaturarbeit, qualitative oder quantitative Forschungsarbeit, theorieverschränkter Praxisbericht), im Speziellen auch die Möglichkeiten der Erstellung von therapeutischen Einzelfallstudien erörtert werden. Ein wesentlicher Teil des Seminars wird der Themenfindung (Forschungsfragestellung) der eigenen Arbeit gewidmet sein. Darüber hinaus soll in relevante Vorgehensweisen der qualitativen Forschung (v.a. Grounded Theory) sowie in einige der in der Klz. Therapieforschung verwendeten quantitativen Methoden eingeführt werden.

Lernergebnisse

Eine Theorie des Persönlichkeitswandels - "Experiencing-Theorie" von Eugene T. Gendlin

Entstehung sowie spezielle Begrifflichkeit und Bedeutungen der Experiencing-Theorie von Gendlin kennen - in ihren in der Persönlichkeitstheorie von Rogers gründenden sowie darüber hinausführenden Aspekten.

 

Literatur zur personzentrierten Psychotherapie

Die Lehrveranstaltung soll einen Einblick in die inhaltliche Entwicklung im Denken von Rogers und Gendlin sowie eine Übersicht über die weiteren Entwicklungslinien innerhalb des Ansatzes ermöglichen. Dabei sollen v. a. die Unterschiede in den Konzepten von Rogers, Gendlin, Biermann-Ratjen et al., Swildens und Greenberg et al. deutlich gemacht werden.

 

Psychosomatik

Die Lehrveranstaltung soll mit Hilfe der Theorien, gemeinsamer Reflexionen und Übungen (eigene Erfahrungen) verdeutlichen, dass erst die Schaffung eines eigenen psychischen Raumes die Möglichkeit für Denken und Symbolisierung an Stelle somatischer Symptome bietet.

 

Personzentrierte Gruppenpsychotherapie

Einübung der personzentrierten therapeutischen Haltung im Kontext der Gruppe;
Übernahme informeller und formeller Gruppenleitung;
Vorbereitung auf den Umgang mit spezifischen/schwierigen Gruppensituationen und Konstellationen.

 

Forschung II

Einführung in die qualitative sozialwissenschaftliche Forschung, v. a. in die Grundlagen und Methoden der Inhaltsanalyse und der Grounded Theory (offenes Codieren, axiales Codieren, selektives Codieren); Vorbereitung der Masterthesis / Abschlussarbeit.

ECTS-Punkte

13

5. Fach Identitätsentwicklung zum/zur PsychotherapeutIn

Inhalte

Praxeologie I

siehe 1. Fach

Praxeologie II

siehe 2. Fach

ECTS-Punkte

25

Supervidiertes Praktikum I

Inhalte

Laut § 6 (2) 2 - 4 des Psychotherapiegesetzes

ECTS-Punkte

30

Supervidiertes Praktikum II

Inhalte

Laut § 6 (2) 2 - 4 des Psychotherapiegesetzes

 

ECTS-Punkte

55

Literaturstudium

ECTS-Punkte

5

Schriftliche Arbeit

Inhalte

Wahlweise aus den Themenbereichen der Fächer 1 bis 5

ECTS-Punkte

5

Master-Thesis

ECTS-Punkte

20

Termine

Die aktuellen Starttermine erhalten Sie vom Kooperationspartner ÖGWG.

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