Am 20. Februar 2026 stand das Museum Stillfried ganz im Zeichen des römischen Erbes der Weinviertelregion und Südmährens. Der Nachmittag war bewusst in zwei aufeinanderfolgende Veranstaltungsteile gegliedert, um sowohl fachliche Expertise zu vermitteln als auch innovative Vermittlungsformate praktisch zu testen. Zielgruppe waren regionale Interessensvertreter_innen, darunter Vertreter_innen von Gemeinden, Lokalmuseen, Tourismusverbänden und Regionalentwicklungsstellen.
Der erste Teil des Nachmittags bestand aus einem Expertenvortrag des Archäologen Alarich Langendorf (Archaeo Perspectives). Im Mittelpunkt stand die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu römischen Fundplätzen, insbesondere zu temporären Marschlagern und historischen Marschrouten nördlich des Donaulimes, auf verständliche, anschauliche und zugleich fachlich fundierte Weise. Thematisiert wurden der aktuelle Forschungsstand, besondere Herausforderungen archäologischer Untersuchungen wie eingeschränkte Erhaltungsbedingungen oder moderne Überbauung sowie Perspektiven für künftige Forschung und Visualisierung. Ziel war es, die regionale Identifikation mit dem römischen Erbe zu stärken, den Austausch zwischen Forschung und Praxis zu fördern und den Teilnehmenden die historische Einmaligkeit der Region nahezubringen.
Im Anschluss folgte der zweite Teil, die Pilotveranstaltung „Ein römischer Nachmittag im Museum“, die das neue Eventformat praxisnah testete. Unter Leitung von Museumsdirektorin Walpurga Antl erhielten die Teilnehmenden eine Führung durch die Ausstellung, die sowohl die rund 30.000-jährige Siedlungsgeschichte des Fundplatzes Stillfried seit dem Paläolithikum als auch die römische Historie der Region beleuchtete. Anschließend konnten die Besucher_innen ein römisches Buffet verkosten, bei dem Zutaten, Zubereitungsmethoden und Essgewohnheiten der Antike erklärt wurden, sodass kulinarische Erfahrungen direkt mit historischen Inhalten verknüpft wurden.
Den Abschluss bildete ein römisches Tavernenquiz, bei dem die Teilnehmenden in drei Teams 20 abwechslungsreiche Fragen zu römischen Persönlichkeiten, Hygiene und Gesundheit, Arbeit und Handwerk sowie Leben am Donaulimes beantworteten. Durch die Kombination von amüsanter Wissensvermittlung und fachlichen Erklärungen konnten die Teilnehmenden auf unterhaltsame Weise ihr Wissen vertiefen. Am Ende wurden die Fragen aufgelöst, weiterführende Informationen zu den Themen gegeben und das Siegerteam gekürt.
Der gesamte Nachmittag verdeutlichte eindrucksvoll, wie sich komplexe archäologische Themen sowohl wissenschaftlich fundiert als auch kreativ, interaktiv und erlebnisorientiert vermitteln lassen. Durch die Verbindung von Vortrag, Führung, Quiz und kulinarischem Erlebnis wurden nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Identifikation mit dem regionalen Erbe gestärkt. Gleichzeitig bot das Format eine praxisnahe Plattform für die Zusammenarbeit von Museen, Gemeinden und Tourismusakteur_innen und eröffnete neue Perspektiven für die nachhaltige Entwicklung kultureller Angebote und des Kulturtourismus in der Region.







Roman Trails
Das Projekt konzentriert sich auf die Schaffung einer gemeinsamen, grenzübergreifenden Themenregion der Gebiete Südmährens und Niederösterreichs nördlich der Donau (Weinviertel), die auf der - in der Öffentlichkeit wenig bekannten - römischen Geschichte nördlich der Donau basiert und interaktive (Weit-)Wander- & Radwege entlang der Spuren der römischen Vergangenheit etabliert.
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