10. Forschungswerkstatt

„Social Video Learning“ – Eine didaktische Expedition

Termin

09.05.2014 - 10.05.2014

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Das Thema „Videolernen“ ist 2014 in aller Munde. MOOCs, Tutorials, SimpleShow, Unterrichtsvideos, Vorlesungsmitschnitte, Kahn-Akademie, TEDed und YouTube sind einer breiten Öffentlichkeit ein Begriff. Die 10. Forschungswerkstatt widmet sich einer speziellen Spielart des Videolernens, dem Social Video Learning. Diese technische und didaktische Innovation ermöglicht den Dialog der Lernenden nicht nur über ein Video, sondern in einem Video.

Videos übernehmen in den genannten Beispielen primär eine Instruktionsfunktion, also et-was, das mindestens seit den 1970er Jahren des letzten Jahrtausends theoretisch, praktisch und empirisch durchleuchtet ist. „Neu“ sind allerdings die Möglichkeiten, die sich durch die Nutzung des Internets und die Einbettung in Lernmanagementsysteme ergeben. Hier hängt es davon ab, welche didaktischen Szenarien „um die Videos herum“ konstruiert werden, damit Lernende damit (formal) lernen.

Was genau ist Social Video Learning?

In der 10. Forschungswerkstatt des Departments für Interaktive Medien und Bildungstechnologien (IMB) wollen wir uns einer speziellen Spielart des webgestützten Videolernens zuwenden, dem Social Video Learning. Obwohl dieser Begriff in der E-Learning-Community noch nicht etabliert ist, bildet er doch gut den Zweck dieser technisch und didaktische Innovation ab: den Dialog zwischen Lernenden nicht nur über ein Video, sondern in einem Video zu ermöglichen. Technische Grundlage für diesen Videodialog ist die zeitmarkengenaue bzw. situationsgenaue Videokommentierung (rich video annotation). Durch diesen Situationsbezug eröffnen sich interessante didaktische Potenziale, da sich die jeweiligen Kommentierungen als Situationsdeutungen bzw. Interpretationen von Videosituationen verstehen lassen, die einen Kommunikationsprozess „mit Videoanker“ zwischen Lernenden (und Lehrenden) in Gang setzen.
 

Wie kann Social Video Learning in der Praxis ausschauen?

Seit 2000 haben sich primär im universitären Kontext einige Prototypen und Entwicklungsumgebungen herausgebildet, die ein solches Annotieren von Videos zu Lernzwecken erlauben. Zu nennen sind hier z.B. das Projekt „DIVER“ des amerikanischen Psychologen Professor Roy Pea von der Standfort University oder das Projekt „SIVA“ um den deutschen Wirtschaftsinformatiker Professor Lehner. In der Forschungswerkstatt wollen wir uns vertiefend mit der Online-Umgebung edubreak®CAMPUS beschäftigen, einem Hybrid aus Videoplattform und Lernmanagementsystem (LMS), der in den letzten sieben Jahren vom deutschen edu-spin-off Ghostthinker in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern der Aus- und Weiterbildung (Sportbildung, Berufsbildung, Hochschulbildung) und universitären Partnern entwickelt wurde und 2011 den eureleA für eine besonders gute Projektwirkung (im Sport) gewonnen hat.

Welche Inhalte wird die Forschungswerkstatt haben?

Ziel der Forschungswerkstatt ist es, sich (a) dem Lernphänomen des Social Video Learnings im Selbstversuch (Blended Forschungswerkstatt) zu nähern und Erfahrungen zu sammeln, (b) didaktische Potenziale zu identifizieren, zu strukturieren (Taxonomie P.B.) und in unter-schiedliche Anwendungsfelder hineinzudenken, (c) theoretische Bezüge und Rahmenkonzepte aus unterschiedlichen Disziplinen kennen zu lernen und mit der transdisziplinären Teilnehmerschaft im Forschungsdialog bisher unberücksichtigte Theorieelemente zusammenzutragen sowie (d) gegenstandsangemessene Forschungsfragen zu entwickeln, die helfen, dieses noch junge Forschungsfeld systematisch zu erschließen.

Wer leitet die Forschungswerkstatt?

Dr. Frank Vohle, Studium der Sportwissenschaft (Diplom), Pädagogik (Examen) und Wirtschaft (freie Studien) in Köln, Promotion an der Uni Augsburg, Medienpädagogik, mit einer Arbeit über ein Analogietraining in Kooperation mit der Siemens AG / Wissensmanagement. Seit 2005 Gründer und Geschäftsführer der Ghostthinker GmbH, Wolfratshausen. Leitung und Begleitung von EU- und BMBF-Forschungsprojekten (u.a. Driver Instruktor Education) sowie eigenes F&E-Projekt zur langfristigen Integration von Blended Learning-Strukturen in die Traineraus- und Weiterbildung des deutschen Sports – jeweils immer mit Schwerpunkt Social Video Learning. Besonderes Interesse an „rekursiven Reflexionen“ zur Förderung von individuellem und organisationalem Lernen. Enge Zusammenarbeit mit Gabi Reinmann (HE-DeR, Zeppelin Universität), u.a. bei Entwicklungsprojekten und Publikationen.

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