GUSS - Gugginger Schluckscreen

Der Gugginger Schluck Screen (GUSS) beurteilt die Schwere der Dysphagie und das Aspirationsrisiko bei Patienten mit akutem Schlaganfall und wurde aus einem konkreten klinischen Bedarf heraus entwickelt.

Die vor  der Entwicklung des GUSS verfügbaren Screeningverfahren waren auf Wassertests beschränkt, die zwar Aussagen über das Aspirationsrisiko zuließen aber keine Ernährungsempfehlungen für PatientInnen abgaben. Deshalb wurde von uns ein Test entwickelt, der stufenweise die Schluckfunktion der PatientInnen beurteilt und Ernährungsempfehlungen für flüssige, breiige oder feste Nahrung in Anlehnung an das IDDSI-Framework (www.idddsi.org) gibt.

Nach einer gründlichen Voruntersuchung beginnt der Screen mit einem direkten Schluckversuch von breiiger Nahrung bevor Flüssigkeiten und feste Nahrung getestet werden. Die Wahl dieser Reihenfolge beruht auf Studien, die festgestellt haben, dass breiige Nahrung für viele DysphagiepatientInnen leichter zu schlucken ist als Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Wasser (Doggett et al. 2001, Steele et al. 2015).

Der den GUSS ermöglicht vielen PatientInnen weiterhin eine teil-orale Ernährung, während Flüssigkeiten intravenös oder über eine Magensonde verabreicht werden. Somit kann ein kompletter oraler Nahrungsaufnahmestopp in vielen Fällen verhindert werden.

Als Risikofaktoren für die Aspiration und die Schwere der Dysphagie wurden im GUSS validierte Kriterien, wie zum Beispiel Schlucken möglich/nicht möglich, Speicheldrooling, Stimmänderung und Husten herangezogen.

 

Testaufbau

Verglichen mit anderen Dysphagie Screenings, ist die Testfolge des GUSS einzigartig: nach dem sogenannten Leerschlucken folgt das Schlucken von breiiger Nahrung und schließlich das Schlucken von flüssigen und festen Texturen.

Der gesamte Test besteht aus 4 Subtests und ist in 2 Teile unterteilt: Voruntersuchung oder indirekter Schluckversuch (Subtest 1) und direkter Schluckversuch (Subtest 2-4). Diese Subtests müssen in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt werden.
Der indirekte Schluckversuch besteht aus folgenden Untersuchungen:

1. Kontrolle der Vigilanz;

2. Überprüfung des willkürlichen Hustens und/oder Räusperns;

3. Speichelschluck; (Schlucken, Drooling, Stimmänderung).

Die Subtests des direkten Schluckversuchs bewerten den Schluckakt, das willkürliche Husten, das Drooling und die Stimmänderung bei einer breiigen, flüssigen und festen Nahrungsaufnahme.

 

Schweregrade

In jedem Subtest ist eine Maximalpunktezahl von 5 Punkten erreichbar. Diese Maximalpunktezahl muss erreicht werden, um mit dem nächsten Subtest fortzusetzen. Die Höchstpunktzahl für einen einwandfreien Schluckakt liegt somit bei 20.
Insgesamt gibt es 4 Schweregrade, die anhand dieses Testes bestimmt werden:

  • 0-9 Punkte: Schwere Dysphagie und hohes Aspirationsrisiko;
  • 10-14 Punkte: Mittelgradige Dysphagie und moderates Aspirationsrisiko;
  • 15-19 Punkte: Leichtgradige Dysphagie mit mildem Aspirationsrisiko;
  • 20 Punkte: Normaler Schluckakt.

 

Zu jedem der 4 Schweregrade gibt es eigene Diätvorschläge.

Zum Anfang der Seite

 

Zum Glossar

Diese Website verwendet Cookies zur Verbesserung Ihrer Nutzererfahrung, für analytische Zwecke zur Optimierung unserer Systeme und für Marketingmaßnahmen. Indem Sie auf „OK" klicken bzw. die Website weiter verwenden, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Information zum Datenschutz.

OK