Mit Daten die Zukunft Ihres Unternehmens gestalten

Auf Einladung des Wirtschaftsforums der Führungskräfte Niederösterreich (WdF) und des Zentrums für E-Governance der Donau-Universität Krems diskutierten am 18. Februar 2020 ExpertInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft über die Bedeutung von Daten für Unternehmen und deren Businessmodelle.

20.02.2020

Podiumsgäste

Die weltweit erfolgreichsten Unternehmen arbeiten mit Businessmodellen, die sich sehr stark auf Daten stützen. Ein Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung von 2000 bis 2018 macht deutlich, in welch rasantem Tempo Data-Driven Unternehmen wie Apple oder Google das Ranking der Top 15 Global Brands stürmten. Wie erfolgsentscheidend ist der Faktor Daten? Welche anderen Faktoren machen diese Unternehmen so erfolgreich? Von diesen Fragestellungen ausgehend diskutierten Mag. Roman Chromik, MBA, CEO von Cards & Systems, Prof. Dr. Barbara Kastlunger, Vizerektorin der Digital Business University Berlin, Prof. DI Dr. Stefan Oppl, Leiter des Departments für Weiterbildungsforschung und Bildungstechnologien, Prof. Mag. Dr. Peter Parycek, MAS MSc Leiter des Departments für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung, beide Donau-Universität Krems, sowie Mag. Gerhard Zeiner, ways2digital, unter der Moderation von Gerhard Krennmair, Cards & Systems, an der Donau-Universität Krems.

 

Evolution der Datennutzung

Stefan Oppl stellte als Diskussionsimpuls die Entwicklungsstufen von Data-Driven Unternehmen vor. Dabei unterschied er zwischen Data-Guided, Data-Savvy und Data-Driven. Data-Guided Unternehmen sind jene, die Daten zur Unterstützung von Entscheidungen verwenden, beispielsweise Supermarktketten, die auf Grund von Informationsdaten entscheiden, welche Produkte gemeinsam mit welchen Aktionen im Geschäft präsentiert werden. In den Bereich Data-Savvy fällt unter anderem Predictive Maintenance, wo Daten Vorhersagen ermöglichen, etwa wann bestimmte Maschinen gewartet werden müssen, um Ausfälle zu vermeiden. Zu den Data-Driven Unternehmen zählen Technologieriesen wie Google oder Amazon, deren Geschäftsmodelle auf dem Einsatz von Daten beruhen.

 

Daten als unverstandene Ressource

Peter Parycek führte aus, dass der Vergleich von Daten mit Gold oder Öl irreführend sei: Daten funktionieren anders als physische Ressourcen, weil gerade durch das Teilen erhebliche Wertsteigerungen erzielt werden können. Als Beispiel brachte er Gesundheitsdaten: Durch das Teilen mit ForscherInnen rund um den Globus könnten diese Daten einen ungeahnten Mehrwert für den medizinischen Fortschritt entfalten. Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt darin, dass Daten keine limitierte Ressource seien, sondern im Gegensatz zu Öl oder Gold mit der Zeit exponentiell anwachsen würden.

 

Silodenken als Hindernis

Bei seinen Kunden trifft Roman Chromik oft auf Strukturen, die noch an die Abläufe vor dem Zeitalter der Daten angepasst sind: Gesammelte Daten blieben oftmals ungenützt, selbst zwischen den Abteilungen fände kaum Austausch statt. Das führe zu Datensilos, die wertlos seien. Eine weitere Erkenntnis ist für ihn, dass die Nutzung von Daten für alle Branchen relevant ist. Momentan mag es noch so scheinen, dass manche Unternehmen ohne den gezielten Einsatz ihrer Daten wettbewerbsfähig seien. Doch auch diese Firmen müssten im Zuge des sich verschärfenden Wettbewerbs oder der sich ändernden Marktlage ihre vorhandenen Ressourcen – inklusive der Daten – gut nutzen, um auch diesen Entwicklungen zukünftig begegnen zu können.

 

Datenqualität und Analyse

Barbara Kastlunger beobachtet, dass viele heimische KMUs nach wie vor mehr dem Bauchgefühl vertrauten, statt auf fundierte Daten-basierte Analysen zu setzen. Würden geeignete Informationseinheiten gesammelt werden, könnte damit auch die strategische Ausrichtung gestaltet werden. Eine wesentliche Rolle hierfür spiele vor allem die Datenqualität, da diese für Datenanalysen eine fundierte Grundlage und Voraussetzung bilde. Ohne hinreichende Datenqualität könnten auch die daraus resultierenden Analysen keine fundierten Entscheidungen ableiten.

 

Bestehende Geschäftsmodelle neu denken

Wie wichtig es sei, bestehende Geschäftsmodelle neu zu denken und über den Tellerrand hinaus zu blicken, daran erinnerte Gerhard Zeiner. Als Beispiel brachte er die Firma Hagleitner, die, statt nur Seife zu verkaufen, ihren Kunden ein Servicepaket zur Verfügung stellt, wodurch der Erfolg des Unternehmens gesteigert werden konnte. Um erfolgreich sein können, seien neue Sichtweisen auf das bestehende Ökosystem erforderlich, wie es schon Airbnb und Uber taten. Auch eine Verlagerung vom Angebot des physischen Produkts hin zum umfassenden Service ist zu beobachten.

 

Einig waren sich die ExpertInnen darin, dass der Erfolg der Big Player wie Google, Apple oder Amazon darin bestehe, dass diese den User-Nutzen in den Mittelpunkt stellten, sich aus einer Produktnische heraus entwickelt hätten und durch eine Start-up-Kultur geprägt seien.

Auch das Publikum nutzte die Möglichkeit sich einzubringen. So wurde die interessante Frage aufgeworfen, wie man im Bereich der Data Literacy dem großen Wissensunterschied entgegenwirken könnte. Vielen UnternehmerInnen und auch Personen mit Entscheidungsbefugnissen in Großkonzernen fehle es am Verständnis für Daten. Diese Daten- bzw. Technikkompetenzen gilt es aufzubauen, aber darüber hinaus ist ein grundlegendes Verständnis des Businesssystems ausschlaggebend für den Erfolg.

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