Wahlmodul: Prekäres und informelles Wohnen

Forschung und Lehre des Departments für Migration und Globalisierung verschmelzen

24.04.2018

Mehr als eine Milliarde Menschen leben weltweit unter prekären Bedingungen in informellen Stadtvierteln mit ungenügender Infrastruktur. Diese Slums erfüllen jedoch eine wichtige Funktion, indem sie oft den einzigen leistbaren Wohnraum für einkommensschwache Gruppen zur Verfügung stellen. Ein Thema, das sowohl aus migrationspolitischen als auch aus interkulturellen Gesichtspunkten hohe Relevanz aufweisen.

Der Fachbereich Sozialraum und Migration am Department für Migration und Globalisierung der Donau Universität Krems koordiniert seit zwei Jahren zwei große internationale Kooperationsprojekte mit HochschulpartnerInnen in Indien und Äthiopien zum Thema des Informellen Wohnens in rasant wachsenden Megastädten.

Nunmehr besteht für TeilnehmerInnen der Lehrgänge Interkulturelle Kompetenzen und Migrations- und Integrationsmanagement die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Wahlmoduls mit Themen rund um das Allgemeine Menschenrecht auf würdiges Wohnen – im Globalen Süden ebenso wie in Europa – auseinanderzusetzen. Dabei sollen mit der Verknüpfung von Lehre und Forschung vertiefende Kenntnisse im Austausch mit internationalen ProjektpartnerInnen gewonnen werden. Zusätzlich sollen die Studierenden an der Gestaltung einer Ausstellung samt begleitendem Weblog mitwirken.

Hierbei können vertiefte Kenntnisse erworben werden zu:
• Interkulturelles Wohnen und Migration allgemein – Land-Stadt-Migrationsprozesse, Urbanisierung, Zirkuläre Migrationsformen, prekäre & temporäre Wohnformen
• Wohnungspolitik und Wohnraumversorgung als Werkzeuge sozialer Integration und Inklusion (in Mitteleuropa stehen hierbei insbesondere auch sozio-ökonomisch schwache Gruppen von ZuwanderInnen im Fokus)
• Wirkungen von residentieller Segregation und marginalisierender Wohnverhältnisse in interkulturellen Lebensräumen
• Ermächtigungsansätze, partizipative Planung und Sozialraumentwicklung usw.

Ausstellung: „UnOrt“
Den krönenden Abschluss dieses Wahlmoduls bietet die Ausstellung „Schöner Wohnen – Un Ort“. Die Vernissage im Rahmen des niederösterreichischen Viertelfestivals findet von 22.5. – 22.6.2018 statt. (Ausstellung 30.5. – 9.6.2018, Vernissage 30.5.2018, 18:30). Der wettergeschützte Bereich unter einer Brücke im Kremser Stadtgebiet wird mit Mobiliar bestückt, wie man es in einem biederen Wohnzimmer erwarten würde: Sofa, Teppich, Beistelltisch, Stehlampe, Rüschendeckerl usw. In dem so eingerichteten „Forschungslabor für Alltägliches“ wird während der Projektlaufzeit zu unterschiedlichen Tageszeiten und Wochentagen Feldforschung betrieben.

In Kooperation mit dem Department für Migration und Globalisierung (MIG) wird an diesem unkonventionellen Ausstellungs UN ORT auch eine Schau zum informellen Wohnen stattfinden: Das MIG koordiniert zurzeit zwei große Forschungsprojekte zu diesem Thema mit Partnern aus Indien und Äthiopien; erste Ergebnisse werden hier präsentiert – und regen ebenso wie die Location an sich mit der Bedeutung des sprichwörtlichen Dach über dem Kopf auseinander zu setzen – von wegen „Schöner Wohnen“!

 

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