Forschungsstand und Wissenslücken im Bereich der Migrationsursachenforschung

ExpertInnen-Workshop mit Univ.-Prof. Mathias Czaika an der Universität Malmö

08.08.2019

Was wissen wir zu den Ursachen der Migration? Worin bestehen die Forschungslücken? Und wie können MigrationsforscherInnen effektiv Forschungsergebnisse vermitteln und politische Akteure informieren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des „CrossMigration“ ExpertInnen-Workshops zu Antriebsfaktoren in der Migration, der am 26. Juni 2019 an der Universität Malmö stattfand.

Mit dem Projekt „Cross Migration“ möchte IMISCOE - Europas größtes wissenschaftliches Netzwerk im Bereich Migration und Integration - WissenschaftlerInnen, politischen EntscheidungsträgerInnen und anderen InteressentInnen auf diesem Gebiet als Anlaufstelle für die Suche nach Wissen über Migration helfen: Von der neuesten Literatur bis zu den in Europa vorhanden ExpertInnen.

Das im Rahmen von Horizont 2020 finanzierte Projekt „Cross Migration“ startete im März 2018. Das Konsortium besteht aus MigrationswissenschaftlerInnen von 15 Forschungseinreichtungen aus ganz Europa, das von dem IMISCOE ForscherInnennetzwerk beraten wird. Die im Rahmen des Projekts gesammelten Daten bilden die Grundlage für die Entwicklung einer länderübergreifenden strategischen Forschungsplattform und -agenda für Migration.

„Mit dem Projekt "Cross Migration" versuchen wir, mögliche Antriebsfaktoren für Migration näher zu beleuchten und daraus ableitend einen Bericht mit einem kurzen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu verfassen.“

Univ.-Prof. Dr. Mathias Czaika

Leiter des Departments für Migration und Globalisierung

Stand der Forschung
Die Diskussion im ExpertInnen-Workshop an der Universität Malmö wurde von Univ.-Prof. Dr. Mathias Czaika geleitet, der zunächst einen Überblick darüber gab, was „Cross Migration“ mit seinem Migrationsforschungszentrum erreichen will und die Taxonomie vorstellte, die das Rückgrat dieser Wissensakkumulation bildet. „Mit diesem Projekt versuchen wir, mögliche Antriebsfaktoren für Migration näher zu beleuchten und daraus ableitend einen Bericht mit einem kurzen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu verfassen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Mathias Czaika, Leiter des Departments für Migration und Globalisierung der Donau-Universität Krems. Dabei stünden auch verschiedene Arten von Ursachen und Begleitfaktoren von Migration sowie „zeitliche Veränderungsprozesse im Fokus, die nach sozialen Gruppen und Regionen untergliedert werden“, sagt Czaika.

Theoretische und empirische Lücken erkennen
Im zweiten Teil des Treffens in Malmö teilten sich die ForscherInnen in Kleingruppen, um Forschungslücken zu Ursachen und Begleitfaktoren der Migration zu schließen. „Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus diesen Diskussionen war, dass die in der neu eingerichteten Forschungsplattform „Migration Research Hub“ erfassten Informationen eine engere Verknüpfung von ForscherInnen mit politischen EntscheidungsträgerInnen bei der Ermittlung des Forschungsbedarfs erleichtern und zu einer verbesserten Interaktion zwischen den beiden Gruppen beitragen kann“, betont Migrationsexperte Czaika. Dies würde einerseits den politischen EntscheidungsträgerInnen zugutekommen, die dadurch über bessere Informationen zum aktuellen Forschungsstand verfügen. Andererseits profitieren ForscherInnen durch die Transparenz in der Wissenschaftspraxis sowie insbesondere Menschen, die politische Maßnahmen in diesem Bereich unmittelbar betreffen.


Das Ergebnis dieses ExpertInnenworkshops wird in Form eines Kapitels in einem Open-Access-Buch und einer Reihe von Berichten für den Migration Research Hub veröffentlicht. Die identifizierten Forschungslücken und Empfehlungen aus dem Workshop machen den Migration Research Hub zu einem noch wirkungsvolleren Instrument für ForscherInnen und EntscheidungsträgerInnen.

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