Schluss mit Limbo

Forschungsprojekt TRAFIG: Lösungen für Langzeitfluchtsituationen

24.04.2019

In dem dreijährigen Forschungsprojekt TRAFIG (Transnational Figurations of Displacement) wird nach Lösungen für ungeklärte Langzeitfluchtsituationen gesucht. Mag. Dr. Albert Kraler, vom Department für Migration und Globalisierung der Donau-Universität Krems, betreut das seit Jänner 2019 laufende Projekt. TRAFIG versucht aufzuzeigen, welche Strategien Flüchtlinge selbst entwickeln, mit ihrer Situation umzugehen und diese zu bewältigen.

Ende 2017 gab es weltweit rund 13,4 Millionen Flüchtlinge, die sich in einer Art „Limbo Situation“ befanden. So nennt man die ungeklärte Situation, wenn Flüchtlinge mehr als fünf Jahre außerhalb ihres Herkunftslandes sind, sie keine Chance auf eine dauerhafte Lösung, wie etwa eine Rückkehr, lokale Integration oder dauerhafte Umsiedlung in ein Drittland haben und eine Integration in einem Erstaufnahmeland nicht möglich ist. In dem dreijährigen Forschungsprojekt Transnational Figurations of Displacement (TRAFIG), das im Jänner 2019 startete, sollen Gründe für langanhaltende Fluchtsituationen untersucht und Lösungen für derartige Situationen erarbeitet werden, wobei insbesondere die Rolle der transnationalen Beziehungen von Flüchtlingen und der Mobilität von Flüchtlingen im Vordergrund stehen soll. Initiiert wurde das Projekt vom Bonner International Center for Conversion (BICC), einem unabhängigen deutschen Friedens- und Konfliktforschungsinstitut, das die Idee zusammen mit einschlägigen Forschungsinstitutionen im Bereich Migration, Arealwissenschaften und Entwicklung ausarbeitete und weitere Partner mit einband.

Langanhaltende Fluchtsituationen
Seit September 2018 arbeitet Mag. Dr. Albert Kraler am Department für Migration und Globalisierung der Donau-Universität Krems, wo er das Projekt betreut. „Wir wollen mit dem Projekt die grundlegende Frage beantworten, welche transnationalen bzw. translokalen Beziehungen Flüchtlingen helfen, die in vielerlei Hinsicht schwierige Situation langandauernder Flucht mit ungewisser Perspektive zu bewältigen“, erklärt Kraler. Die empirische Analyse konzentriert sich auf die Regionen Pakistan mit Fokus auf afghanische Flüchtlinge, Jordanien mit Fokus auf Syrer, Äthiopien mit Fokus auf Eritreer, Tansania mit Fokus auf Kongolesen sowie die EU anhand von Deutschland, Griechenland und Italien mit Fokus auf Afghanen, Syrer und Eritreer. Aufgabe der Donau-Universität Krems ist die Leitung eines Arbeitspakets, in dem der Verlauf ehemaliger bzw. noch andauernder langanhaltender Fluchtsituationen analysiert wird.

Große Erwartungen
TRAFIG versucht auch aufzuzeigen, welche Strategien Flüchtlinge selbst entwickeln, mit ihrer Situation umzugehen und diese zu bewältigen. Diese Strategien gehen nicht unbedingt konform mit den Vorstellungen der Politik. Umso wichtiger ist es, dass in dem Projekt mögliche Lösungsansätze herausgearbeitet werden. Dazu wird im Rahmen des Projekts auch ein eigenes Instrumentarium entwickelt, das Entscheidungsträger dazu befähigen soll, eigene Ressourcen von Flüchtlingen für humanitäre und Entwicklungsstrategien zu nutzen.

 

Hier geht es zum Volltext in der Ausgabe des UPGRADE.

Text von Christian Scherl, Foto: © trafig.eu,

Factbox

TRANSNATIONAL FIGURATIONS OF DISPLACEMENT (TRAFIG)

  • Koordinator: Bonn International Center for Conversion (BICC)
  • Partner: Addis Ababa University (Äthiopien), Aristoteles-Universität,Thessaloniki (Griechenland), Christian Michelsen Institut (Norwegen), International and European Forum on Migration (Italien), International Centre for Migration Policy Development und Donau-Universität Krems (Österreich), Society for Human Rights and Prisoners’ Aid (SHARP) (Pakistan), Universität Sussex (Großbritannien), Universität Leiden (Niederlande), Yarmouk University (Jordanien), NGO Kwanza (Tansania)
  • Laufzeit: 2019 – 2021, Ein Projekt im Forschungsrahmenprogramm der EU Horizon 2020, gefördert von der EU Kommission
  • Budget: 3,1 Millionen Euro

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