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Von der Tabakfabrik zur Denkwerkstatt

Wo heute gelernt, gelehrt und geforscht wird, drehten früher fleißige Hände Virginier-Zigarren: Das historische Hauptgebäude der Donau-Universität Krems wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Tabakfabrik errichtet und 1995 zur Bildungsinstitution umfunktioniert. 2005 wurde die ehemalige Tabakfabrik um einen Neubau aus Glas, Stahl und Aluminium ergänzt, da die Zahl der Studierenden an der Universität stark gestiegen waren. Heute sind mehr als 8.500 Studierende aus aller Welt an der Donau-Universität Krems inskribiert.
Virginier-Produktion
Alte Tabakfabrik
Foto: Art Cult Tabakmuseum ZOOM
Die alte Tabakfabrik

Die Zigarrenfabrik Stein, Bezirk Krems, wurde 1850 aufgrund der guten Verkehrslage an der Donau und der Nähe zu Wien gegründet. Im Gebäude der alten Tabakfabrik, die durch die Justizanstalt Stein von der "neuen" Tabakfabrik getrennt wird, ist heute die Kunsthalle Krems untergebracht. Dieses Haus war ursprünglich ein Gasthof, der 1850 per Dekret vom Finanzministerium erworben wurde. Nur drei Monate später begann hier die Zigarrenproduktion.

1865 stellten knapp 600 Arbeiterinnen mehr als 41 Millionen Zigarren her. Die Virginier, eine rund 20 Zentimeter lange, dünne, leicht gebogene Zigarre aus kräftigen Virginia- und Kentucky-Tabaken mit einem Strohhalm im Inneren (siehe Bild rechts oben), wurde zur Spezialität des Tabakregie-Sortiments und zu einer der beliebtesten Zigarren der Wiener Bevölkerung. Daher beschloss man 1918 - trotz finanzieller Schwierigkeiten - den Bau einer neuen Virginier-Fabrik in unmittelbarer Nähe.

Jahresproduktion von 75 Millionen Zigarren

Donau-Universität Krems
Foto: Zajc ZOOM
"Neue" Fabrik von 1922 als Uni-Gebäude

Der dreistöckige Stahlbetonskelettbau in der Formensprache eines "dritten Barock", der heute die Donau-Universität Krems beherbergt, wurde zwischen 1919 und 1922 nach Plänen des Architekten Paul Hoppe errichtet. Eröffnet hat die neue Fabrik am 16. Juni 1922 der damalige Generaldirektor der Tabakwerke, Dr. Karl Dorrek, nach dem später die an das Gebäude grenzende Straße benannt wurde. Als das "soziale Musterunternehmen" Österreichs schufen die Austria Tabakwerke, vormals "Österreichische Tabakregie", zahlreiche Wohlfahrtseinrichtungen wie Invaliden- und Krankenversicherungen, Behandlungszimmer für den Betriebsarzt, eine Betriebsküche und ein Arbeiterbad, Kinderheime und für damalige Verhältnisse großzügige Arbeiterwohnungen.

Im neuen Fabriksgebäude stellten einige Jahrzehnte lang rund 800 Arbeiterinnen Virginier-Zigarren in Handarbeit her. 1931 erreichte die Fabrik mit einer Erzeugung von 75 Millionen Stück den Produktionshöchststand. Durch den Rückgang des Zigarrenkonsums musste die Produktion ab den Achtzigerjahren eingeschränkt und 1991 gänzlich eingestellt werden. Damit war die Virginier-Fabrik Stein - neben einer Schuhfabrik im Kremstal - weit über 100 Jahre lang der wichtigste und größte Arbeitsplatz für die weibliche Bevölkerung von Stein und Umgebung.

Sensible Umgestaltung nach Plänen von Manfred Wehdorn

Heute spielt das Gebäude - nach seiner Wandlung von der Tabakfabrik zur Weiterbildungsuiversität - wieder eine wichtige Rolle in der Region: als Arbeitsstätte für mehr als 500 MitarbeiterInnen der Donau-Universität Krems sowie als wissenschaftlicher Impulsgeber und als kulturelles Begegnungszentrum. 1987, als die Gründung der Wissenschaftlichen Landesakademie für Niederösterreich beschlossen worden war, beauftragte man den Architekten Manfred Wehdorn mit der Umgestaltung des historischen Gebäudes in der Tradition des "Heimatstils". Die Umbauplanung wurde mit größtmöglicher Schonung der historischen Bausubstanz und nach wirtschaftlichen Kriterien durchgeführt. Die historische Raumhöhe wurde absichtlich nicht vermindert, um den Charme des Industriegebäudes zu erhalten. 1995 zog die Donau-Universität Krems in die neu adaptierten Räume ein. Der Mitteltrakt des Gebäudes wurde von 2002 bis 2003 saniert und ausgebaut. Gleichzeitig fiel der Startschuss für den Bau des Campus Krems, der am 7. Oktober 2005 eröffnet wurde. Dem bestehenden Gebäude wurde eine moderne Konstruktion aus Stahl, Glas und Aluminium gegenübergestellt, die sich harmonisch in das historische Areal einfügt und neben der Donau-Universität Krems auch Teilen der IMC Fachhochschule Krems Platz bietet.
Infos zum Neubau des Campus Krems