Antrittsvorlesung Ulrike Guérot

Offizielle Eröffnung des Departements für Europapolitik und Demokratieforschung

28/04/2017

Die Krise der EU, aber vor allem mögliche Lösungsansätze und Visionen für eine europäische Zukunft standen im Zentrum des Europatages an der Donau-Universität Krems, zu dem das Department für Europapolitik und Demokratieforschung anlässlich seiner offiziellen Eröffnung eingeladen hatte. In ihrer Rede sah Departmentleiterin Univ.-Prof. Dr. Ulrike Guérot das Auseinanderdriften des Europas der Menschen und des Europas der Staaten.

 

UG

 

Angesichts der Tendenzen, dass sich Europa zur Situation in den 1950er-Jahren zurückentwickle, strich Mag. Friedrich Faulhammer, der Rektor der Donau-Universität Krems, die Bedeutung eines geeinten Europas hervor. Für die Donau-Universität Krems sei Europa seit ihrer Gründungszeit ein „zentraler Begriff und Ankerpunkt“. Die zahlreichen Europa-Aktivitäten im Vorjahr im Rahmen des neuen Departments für Europapolitik und Demokratieforschung zu bündeln und auszubauen, sei daher ein logischer Schritt gewesen.

„Der Brexit ist ein gutes Beispiel für die Eigendynamik eines politischen Prozesses, in dem ein ganzes Land eyes wide shut into disaster geht. “

Ulrike Guérot

Leiterin des Departements für Europapolitk und Demokratieforschung

Populismus und Nationalismus sind in Europa auf dem Vormarsch und nehmen in einigen Ländern beunruhigende Dimensionen an: in Ungarn und Polen beispielsweise ist freie Presse und eine unabhängige Gerichtsbarkeit bedroht; auch in Frankreich hat sich der Front National im politischen System verfestigt und es ist nicht davon auszugehen, dass der politische Zuspruch für links- oder rechtspopulistische Bewegungen wegschmelzen wird.

Die Antrittsvorlesung möchte dabei, die Eurokrise in theoretischer Dimension als Moment der europäischen Stasis („Bürgerkrieg“) zu lesen – also als Suche nach dem neuen Souverän – in dem sich der politische Körper der Nationalstaaten auflöst und ein neuer politischer Körper auf europäischer Ebene bildet. Nicht Renationalisierung, sondern das Aufbrechen, also die Spaltung der Nationalstaaten und ihrer Gesellschaften durch den Populismus ist die eigentliche historische Bewegung, deren Zeitzeugen wir sind. So gesehen könnte die europäische Krise die eigentliche Geburtsstunde eines neuen Europas sein, das ganz im Zeichen der Ideen der Föderalisten der ersten Stunde steht.

Back to top

 

To Glossary

This website uses cookies to improve your user experience, for analytical purposes for optimizing our systems "This website uses cookies to improve your user experience, for analytical purposes for optimizing our systems and for marketing purposes. By clicking on „OK" or continuing to browse the site, you are agreeing to the use of cookies. More information concerning privacy policy and data protection official.

OK