Schlaganfallversorgung in Zeiten von COVID-19

Schlaganfallexperte Michael Brainin diskutierte in einer weltweiten Konferenz über die Versorgung von Schlaganfällen in Zeiten der Pandemie

21.04.2020

Am 15. April veranstaltete die Chinesische Stroke Assoziation (CSA) und die Stroke und Gefäßneurologie (SVN) ein globales Webinar zum Thema “COVID-19 & Stroke”. Zentrales Ergebnis: Weltweit wurde ein Rückgang der Anzahl der PatientInnen mit Schlaganfällen in Krankenhäusern verzeichnet. Über Gründe und Schlussfolgerungen tauschten sich 12 ExpertInnen aus der ganzen Welt aus. Der Aufbau eines weltweiten Netzwerkes im Rahmen der World Stroke Organization soll einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie und ihren Auswirkungen leisten.

Vor dem Hintergrund der COVID-19 Pandemie stehen ÄrztInnen vor besonderen Schwierigkeiten bei der Diagnose und Behandlung von Schlaganfällen und neurologischen Erkrankungen. Weltweit wurde ein Rückgang der Anzahl der PatientInnen mit Schlaganfällen in Krankenhäusern verzeichnet. Dies kann mehrere Gründe haben. Zum einem haben viele PatientInnen Angst sich mit COVID-19 anzustecken, zum anderem gibt es Bedenken, dass es nicht genügend ÄrztInnen gibt, welche die PatientInnen behandeln können.

Damit PatientInnen trotz der Pandemie behandelt werden können, müssen schnelle und effektive Lösungen für das Gesundheitsmanagement und nützliche Praktiken gefunden werden. Dieses globale Webinar ermöglichte einen Erfahrungsaustausch, vor allem mit China, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen und Kooperationen zu bilden. Insgesamt tauschten sich 12 ExpertInnen aus China, Amerika und Österreich aus. Rund 5.000 ÄrztInnen und med. Personal verfolgten das Webinar live über WeChat.

Beobachtung der globalen Situation

Univ.-Prof. Dr. Michael Brainin, Leiter des Departments für klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin sowie Präsident der World Stroke Organization (WSO), sieht es als Aufgabe der WSO die globale Situation zu beobachten. Die Schlaganfallversorgung sei vor allem in Entwicklungsländern gefährdet. Da das therapeutische Fenster, um einen Schlaganfall zu behandeln, sehr klein sei, sei es wahrscheinlich, dass die PatientInnen dieses verpassen oder überhaupt nicht ins Krankenhaus kommen würden. Die WSO prüfe derzeit das Ausmaß des Rückgangs der Schlaganfallaufnahme in Krankenhäusern.

Weiters verstehe sich die WSO als eine Art Plattform für globale Aktivitäten, so der Schlaganfallexperte. Im Mittelpunkt stünden hierbei die Förderung von Best-Practice-Richtlinien. Wichtig sei es hierbei, keine eigenen Richtlinien, sondern die Praktikabilität derjenigen zu fördern, die bereits bekannt seien. Darüber hinaus spiele die Telemedizin, die Überbrückung von zeitlicher und räumlicher Distanz zwischen ÄrztInnen sowie ÄrztInnen und PatientInnen, eine wichtige Rolle in der COVID-Krise.

Vernetzung fördern

„Die World Stroke Organization hofft, eine Plattform für den weltweiten Austausch aufbauen zu können. Wir sind stolz und glücklich, Teil dieses Bestrebens zu sein. Wir arbeiten mit MedizinerInnen auf der ganzen Welt zusammen um die Pandemie zu bekämpfen“, so der Neurowissenschaftler Michael Brainin.

Auf der Homepage der WSO werden Erfahrungsberichte der verschiedenen Länder über den Umgang, Anpassungen und Anforderungen von Schlaganfallversorgungen in Krankenhäusern gesammelt. Diese Online-Plattformen sowie Webinare ermöglichen den Austausch von Lösungsansätzen.

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