Eine aktuelle Metaanalyse unter der Leitung des Departments für Wirtschaft und Gesundheit an der Universität für Weiterbildung Krems zeigt, dass Bewegungsprogramme unabhängig von ihrem Format ähnlich wirksam sind. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für die Entwicklung flexibler und zielgruppenspezifischer Angebote in der Gesundheitsförderung.
Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nature Human Behaviour. Erstautorin ist Dr.in Marlene Kritz vom Department für Wirtschaft und Gesundheit, die gemeinsam mit internationalen Partnerinstitutionen an der Untersuchung gearbeitet hat.
“Die Veröffentlichung in Nature Human Behaviour freut uns besonders, da sie dem Thema internationale Sichtbarkeit verleiht“, sagt Kritz. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass erfolgreiche Bewegungsförderung nicht von einem einzigen Format abhängt, sondern vor allem davon, wie gut Angebote auf die Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Menschen abgestimmt sind.“
Breite internationale Datenbasis
Die Analyse basiert auf 71 internationalen Studien mit insgesamt mehr als 22.000 Teilnehmenden und vergleicht individuelle und gruppenbasierte Bewegungsprogramme in unterschiedlichen Settings, sowohl in Präsenz als auch online.
Die Ergebnisse zeigen, dass Einzel- und Gruppenprogramme hinsichtlich körperlicher Aktivität statistisch gleich wirksam sind. Auch in Bezug auf gesundheitliche und psychosoziale Auswirkungen konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Die Studie deutet damit darauf hin, dass unterschiedliche Formate grundsätzlich gleichwertige Wege zur Förderung von Bewegung darstellen.
Gleich wirksam, mit Unterschieden im Detail
Unterschiede zeigen sich vor allem bei funktionellen Fähigkeiten wie Gleichgewicht, Koordination, Mobilität oder Kraft, bei denen gruppenbasierte Programme leichte Vorteile aufweisen. Darüber hinaus deuten weiterführende Analysen darauf hin, dass Programme mitgezielt geförderter sozialer Interaktion – sogenannte „true groups“ – tendenziell stärkere gesundheitliche Effekte erzielen können. Auch Online- und Präsenzangebote zeigen vergleichbare Wirkungen, was neue Möglichkeiten für skalierbare und niederschwellige Bewegungsprogramme eröffnet.
“Die Ergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten, Bewegungsangebote flexibler und zielgruppenspezifischer zu gestalten“, sagt Erstautorin Kritz. „Gerade digitale und hybride Formate könnten künftig dazu beitragen, mehr Menschen niederschwellig zu erreichen und langfristig zu mehr Bewegung zu motivieren.“
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