Beschreibung

Kleine, artenreiche Gewässer (z.?B. Fischteiche) werden in Landschaften stark durch menschliche Aktivitäten beeinflusst und sind in ökologischen Theorien bislang vergleichsweise wenig untersucht. Umweltfilterung, Konkurrenz und Ausbreitung formen die Planktondiversität, die Ökosystemfunktion sowie die Stabilität von Metagemeinschaften. Diese Prozesse sind jedoch für Netzwerke von Fischteichen nur unzureichend verstanden, was evidenzbasierte Schutz- und Managementmaßnahmen einschränkt. Wir werden die Auswirkungen verschiedener Stressoren – insbesondere Landnutzungsänderungen, Eutrophierung, Erwärmung und die Invasion nicht-heimischer Arten – auf die Diversität, Stabilität und Ökosystemfunktion von Plankton-Metagemeinschaften in österreichischen Fischteichnetzwerken untersuchen. METAPONDS kombiniert großskalige Freilanduntersuchungen mit experimentellen Mesokosmos-Manipulationen, um die isolierten und kombinierten Effekte von Nährstoffbelastung, landwirtschaftlicher Nutzung, Erwärmung und biologischen Invasionen auf Planktongemeinschaften zu verstehen. Mehr als 60 Fischteiche im Waldviertel (Niederösterreich) aus unterschiedlichen Landnutzungstypen werden hinsichtlich physikochemischer, biologischer und landschaftsbezogener Parameter beprobt (Space-for-Time-Ansatz). Amplicon-Analysen (eDNA) ermöglichen eine hohe taxonomische Auflösung und decken kryptische Diversität auf, wodurch Struktur, Assemblierung und funktionelle Muster von Metagemeinschaften über Teichlandschaften hinweg erfasst werden. Mesokosmos-Experimente simulieren Eutrophierung, Erwärmung und Invasionen und verfolgen die Reaktionen der Planktondiversität, -funktion und Stabilitätsindizes. Durch die Integration von eDNA-Metabarcoding, funktioneller Merkmalsanalyse und Metagemeinschaftstheorie wird das Projekt Assemblierungsregeln rigoros testen und prädiktive Modelle für den Biodiversitätsschutz unter multiplen Stressoren entwickeln. Die Ergebnisse werden direkt zur Umsetzung der österreichischen Biodiversitätsstrategie 2030+ beitragen, indem sie Erkenntnisse für Monitoring, Management und die Priorisierung von Hotspot-Lebensräumen liefern und damit politische Maßnahmen sowie Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. METAPONDS zielt darauf ab, Theorie und Praxis des Gewässerschutzes voranzubringen – von lokalen Restaurationsmaßnahmen bis hin zur Anpassung an globale Veränderungen – und Fischteichlandschaften erstmals als natürliche Labore zur Untersuchung von Biodiversitäts- und Ökosystemreaktionen auf moderne Herausforderungen zu etablieren.

Details

Projektzeitraum 01.08.2026 - 30.07.2028
Fördergeber FWF
Förderprogramm
Projekt­verantwortung (Universität für Weiterbildung Krems) Dr. Cihelio Alves Amorim
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