• Abschluss

    Universitätsteilnahmezertifikat

  • Format

    On-Campus

  • Dauer

    2 Tage

  • Kosten

    EUR 690,-- (50 % Ermäßigung für Studierende und Absolvent_innen)

  • Sprache

    Deutsch

  • Studienort

    Krems (AT)

Wir freuen uns nach längerer Pause heuer wieder unsere beliebte Summer School in neuem Format für unsere Studierenden sowie alle Interessierten anbieten zu können.

Entsprechend dem Kernthema des Departments für Sicherheitsforschung wird es ein hochinteressantes Programm zu aktuellen und sicherheitsrelevanten Themen geben. Außerdem machen wir Sie "stark im Kopf" und sicher in der "Krisenkommunikation" und bieten mit gewohnt originellem Rahmenprogramm auch viel Gelegenheit zum Netzwerken.

Sollten Sie sich noch nicht für einen der drei Parallel-Workshops entscheiden können, haben Sie die Möglichkeit deren Inhalte am ersten Tag in einer kurzen Vorstellung näher kennen zu lernen.

Freuen Sie sich auf zwei spannende Tage in herausfordernden Zeiten!

Werner Katzengruber

Nicht fehlendes Wissen ist die Herausforderung, sondern innere Unordnung in wachsender Komplexität.

Werner Katzengruber

Leiter Workshop "Stark im Kopf"

Sicherheitsverantwortliche stehen regelmäßig vor Situationen, in denen viel auf dem Spiel steht: Risiken müssen eingeschätzt, erklärt und vertreten werden – oft unter Zeitdruck, mit unvollständigen Informationen. Ihr Visavis kennt die Materie oft weniger detailliert, aber entscheidet über Budgets, Prioritäten und öffentliche Wahrnehmung. Dabei geht es selten nur ausschließlich um Fakten. Es geht darum, ob Risiken ernst genommen werden, Entscheidungen getroffen werden und Vertrauen entsteht. Wasserdicht müssen Sie kommunizieren, um als fachlich kompetent und führungsstark wahrgenommen zu werden. Genau hier entscheidet Kommunikation!

In High-Stakes-Situationen reicht es nicht, „richtig“ zu argumentieren. Entscheidend ist, wie Sie komplexe Sachverhalte verständlich machen und Prioritäten klar benennen. Unser Ziel ist, dass Sie auch unter Druck souverän und glaubwürdig bleiben.

In diesem Kurzworkshop geht es nicht um klassische Rhetoriktricks und Standard-Tools. Ihre kommunikative Intelligenz wird gestärkt: die Fähigkeit, Sprache, Stimme und Präsenz bewusst einzusetzen – situationsangemessen, adressatengerecht und belastbar, auch wenn es kritisch wird.

Trainer_innen

Nika Triebe und Zsolt Janos

KOMMUNIKATION IST ENTSCHEIDUNG“   

Darauf basiert die Arbeit von Nika Triebe. Seit über zwei Jahrzehnten begleitet sie Menschen, die Verantwortung tragen – für Teams, Organisationen und öffentliche Wirkung. Kommunikation wird dabei nicht als Gesprächstechnik verstanden, sondern als systemischer Prozess. In jedem Gespräch wirken Beziehungen, Rollen, Interessen und Machtverhältnisse gleichzeitig.Wirkung entsteht dort, wo dieses Zusammenspiel erkannt und bewusst gestaltet wird – nicht dort, wo lediglich die passenden Worte gewählt werden. 

Die berufliche Herkunft aus Schauspiel, Moderation und Journalismus prägt diesen Ansatz bis heute. Nach leitenden Funktionen in der Rhetorik- und Trainerausbildung, didaktischer Leitung sowie Lehrtätigkeiten an Hochschulen in Wien und Berlin hat sie den Ansatz der Kommunikativen Intelligenz entwickelt. Es basiert auf jahrzehntelanger Praxis in Trainings, Seminaren und Führungssituationen. Als Bestseller-Autorin und LinkedIn-Learning-Instructor nutzen bereits rund 100.000 Menschen auch die Online-Inhalte. 

Das zugrunde liegende Prinzip ist klar:
Wirkung entsteht durch bewusste kommunikative Entscheidungen.

 

„ZUKUNFT ENTSTEHT, WENN BEZIEHUNGEN GELINGEN“

Zsolt Janos MAS CSE zählt zu den erfahrensten Managementberatern, Keynote-Speakern und Führungskräfte-Coaches in Europa. Mit über 30 Jahren Branchenerfahrung – u. a. als Vorstand und CEO in der europäischen Finanzindustrie – begleitet er Unternehmen durch anspruchsvolle Veränderungsprozesse: von der strategischen Neuausrichtung bis zur operativen Umsetzung.

Als Entwickler erfolgreicher Vertriebsstrukturen bringt er tiefes Knowhow über Marktmechanismen, Organisationsentwicklung und Führung mit. Seine Stärke liegt darin, Unternehmen und Teams zukunftsfähig aufzustellen, indem er Potenziale erkennt, Ressourcen bündelt und gezielt in Resultate überführt.

Er ist gefragter Sparring-Partner auf Top-Management-Ebene, Dozent an Universitäten (Donau-Universität Krems, Bankárképző) und eine medienpräsente Stimme zu Wirtschaftstrends (u. a. ORF, OE24). Mit seinem täglichen Podcast „Aus dem Kaffeesatz“ erreicht er eine breite Zuhörerschaft mit Themen zu Marktverhalten, Persönlichkeitsentwicklung und Leadership.

Wie entwickeln sich Extremismus und Terrorismus aktuell, welche Akteure prägen die Bedrohungslage, und welche Trends sind für Europa besonders relevant? Der Workshop mit Dr. Nicolas Stockhammer bietet eine kompakte und fundierte Einführung in zentrale Dynamiken, aktuelle Entwicklungen und sicherheitspolitische Implikationen. Im Fokus stehen ideologische Strömungen, Radikalisierungsprozesse, digitale Mobilisierung sowie die Frage, wie Bedrohungen frühzeitig erkannt und eingeordnet werden können.

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die einen verständlichen, aber analytisch fundierten Überblick über die gegenwärtige Extremismus- und Terrorismuslandschaft suchen. Der Workshop verbindet wissenschaftliche Einordnung mit praxisnahen Perspektiven und eröffnet Raum für Diskussion, Fragen und Transfer in Forschung, Lehre und Praxis.

Ziele des Workshops:

Der Workshop vermittelt einen strukturierten Überblick über zentrale Akteursgruppen, Dynamiken, Narrative und Bedrohungstrends im aktuellen Extremismus- und Terrorismusgeschehen. Er ist als Einführung konzipiert und verbindet wissenschaftliche Analyse mit sicherheitspolitischer Einordnung.

Nach dem Workshop sollen die Teilnehmenden:

  1. zentrale Begriffe im Bereich „Extremismus und Terrorismus“ sicher unterscheiden können.
  2. aktuelle Entwicklungen der Extremismuslandschaft und Gewaltebenen benennen können.
  3. die Rolle digitaler Räume, Narrative und Mobilisierung besser einordnen können.
  4. sicherheitspolitische und präventive Implikationen für Europa und Österreich verstehen.

Didaktische Gestaltung:

Eine Mischung aus Vortrag, Fallanalyse und moderierter Diskussion. Im Fokus steht die stark interaktive Komponente.

Trainer

Nicolas Stockhammer

Dr. Nicolas Stockhammer ist Politikwissenschaftler mit den Schwerpunkten Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik. Von 2004 bis 2006 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Theorie an der Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland. Bis 2021 war Dr. Stockhammer als Senior Post-Doc Forscher der Forschungsgruppe Polemologie und Rechtsethik an der Universität Wien und ander Landesverteidigungsakademie tätig. Mit zahlreichen Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, Artikeln in Printmedien sowie vielen Medienauftritten als Experte für Terrorismus und terroristische Entwicklungen stößt Stockhammers Expertise zu sicherheitspolitischen Fragen im In- und Ausland auf großes Interesse. Derzeit ist Nicolas Stockhammer mit der wissenschaftlichen Leitung und Koordination des Forschungsclusters "Counter-Terrorism, CVE (Countering Violent Extremism) and Intelligence" im Department für Sicherheitsforschung an der Universität für Weiterbildung Krems betraut.

Aktuelle Publikationen:

  • als Herausgeber: „Routledge Handbook on Transnational Terrorism“, London: Routledge 2023.
  • zus. mit Stefan Goertz: „Lehrbuch Terrorismusbekämpfung und Extremismusprävention“, Wiesbaden: Springer VS 2023.
  • Trügerische Ruhe. Der Anschlag von Wien und die terroristische Bedrohung in Europa“, Wien: Amalthea Signum 2023.
  •  „Russia-Ukraine War on Countering Terrorism. Implications of the Russia-Ukraine War on World Order and the Future of Counter-Terrorism”. In: Sadik, Giray, The Effects Of The Russia-Ukraine War on Countering Terrorism: n.v., NATO Centre of Excellence Defence Against Terrorism (COE-DAT), Ankara 2025.
  • Zus. mit Colin P. Clarke: “The August 2024 Taylor Swift Vienna Concert Plot”. Combating Terrorism Center (at West Point), CTC "SENTINEL", Volume 18, ISSUE 1/ 2025: 8-18.
  • Zus. mit Colin P. Clarke: “Learning from Islamic State-Khorasan Province’s Recent Plots”. LAWFARE, 11. August 2024: Online, Brookings Institution.

Die Sicherheitsforschung steht vor der Aufgabe, sich mit Technologien auseinanderzusetzen, die gleichzeitig erhebliches Potenzial und - im Hype oft vergessen - Risiken in sich tragen. Blockchain, Generative KI, Telepresence-Roboter und digitale Spielwelten sind längst keine Zukunftsszenarien mehr, sie sind gelebte Gegenwart. Dieser eintägige Workshop betrachtet diese Technologien aus der Perspektive eines „Ludic Scientist“ und verbindet theoretische Inputs mit spielerischen Elementen, die das Erlernte greifbar machen. Es geht darum, ausgewählte Technologien zu erkennen, in einem geschützten Rahmen zu erproben und gemeinsam einzuschätzen, welche Relevanz sie für die Sicherheitsforschung haben – gestern, heute und in den nächsten Jahren.

Inhalt:

Block 1: Blockchain-Technologien - Datenbank vs. Kryptowährung

In der Sicherheitsforschung betrachten wir Blockchain aus verschiedenen Blickwinkeln: Dieselbe Technologie, die beispielsweise fälschungssichere Beweismittelketten - etwa im Bereich der Beweismittelsicherung (Chain of Custody) - ermöglicht, wird auch als Tatmittel eingesetzt. Ein verbreitetes Missverständnis betrifft dabei das Verhältnis zwischen Blockchain als Technologie, sprich Blockchain als besondere Art und Weise eine Datenbank zu gestalten, und Kryptowährungen als einer spezifischen Anwendung davon. Die Blockchain-Datenbank als dezentrales Protokoll auf Basis kryptographischer Hashwerte und Konsensus-Algorithmen geht nämlich weit über den Bereich der Kryptowährungen hinaus und findet Einsatz in fälschungssicheren Datenbanken sämtlicher Branchen und bei der digitalen Identitätsverwaltung. Letzteres wird besonders wichtig im Zeitalter der agentischen KI.

Ponzi-Schemata, betrügerische ICOs, NFT-Wash-Trading und Geldwäsche über Mixer-Dienste zeigen die Bandbreite krimineller Nutzung. Gleichzeitig eröffnen Zero-Knowledge Proofs (ZKPs) (siehe unser Projekt www.zkp-gamification.com) - Verfahren, die es ermöglichen, etwas zu beweisen, ohne die zugrundeliegenden Daten preiszugeben - datenschutzkonforme Lösungen für Altersverifikation und Identitätsnachweise, die gerade im Kontext des Jugendmedienschutzes von Bedeutung sind.

Im Rahmen dieses Blocks erhalten die Teilnehmer_innen einen Einblick in:

  • den Unterschied zwischen Blockchain als Technologie und Kryptowährungen als Anwendung
  • Grundprinzipien dezentraler Datenbanken und deren Relevanz für die Sicherheitsforschung
  • wesentliche Missbrauchsformen im Blockchain-Kontext anhand ausgewählter Fallbeispiele
  • positive Anwendungsfelder - insbesondere in der Forensik und beim Datenschutz
  • das Konzept der Zero-Knowledge Proofs und dessen Bedeutung für datenschutzkonforme Systeme

Block 2: Generative und Agentische KI

Die Entwicklung generativer KI hat zur Entstehung von Deepfakes geführt - hyperrealistische Manipulationen audiovisueller Identitäten. Das Konzept des „Liar's Dividend" beschreibt, wie die bloße Existenz von Deepfakes es ermöglicht, auch Echtes als Fälschung abzutun. Agentische KI - also (teil-)autonome Systeme, die eigenständig planen und handeln - eröffnet eine weitere Perspektive, die die Sicherheitsforschung zunehmend beschäftigt. In der Sicherheitsforschung betrachten wir konkrete Vorfälle: CEO-Fraud über synthetische Stimmen und Deepfake-Videokonferenzen, politische Desinformation durch gefälschte Videobotschaften von Staatsoberhäuptern sowie die Verbreitung von Deepfake-Inhalten über soziale Medien. Ein aktuelles Beispiel ist der Instagram-Hack vom Juni 2026, bei dem Kriminelle den KI-Support-Chatbot von Meta manipulierten, um Konten prominenter Nutzer_innen zu übernehmen: Angreifer_innen baten den Bot schlicht darum, die hinterlegte E-Mail-Adresse eines fremden Accounts zu ändern - und der Bot folgte der Anweisung. Dieser Fall zeigt, wie Social-Engineering-Angriffe durch den Einsatz von KI-Agenten skaliert und automatisiert werden können. Als Gegenmaßnahme wird Blockchain-basierte Medienauthentifizierung diskutiert, bei der Aufnahmen direkt bei der Erstellung kryptographisch signiert werden - ein Ansatz, den die Adobe Content Authenticity Initiative und Kamerahersteller wie Leica bereits (teilweise) umsetzen. Auch werden wir uns dem Thema widmen, wie und ob wir agentischen KI-Systemen Identität zuweisen können und sollen. Wir sehen also auch hier das Zusammenspiel zwischen Blockchain und KI wird zwar noch kaum angesprochen, ist aber eng miteinander verbunden.

Im Rahmen dieses Blocks erhalten die Teilnehmer_innen einen Einblick in:

  • die technischen Grundlagen von Deepfakes und ausgewählte gesellschaftliche Implikationen
  • das Konzept des „Liar's Dividend" und dessen Bedeutung für Beweisführung und demokratische Prozesse
  • konkrete Betrugsformen auf Basis generativer KI anhand aktueller Fälle
  • einen Überblick über technische und regulatorische Gegenmaßnahmen
  • erste Orientierung zu agentischen KI-Systemen und deren Relevanz für die Cybersicherheit
  • Identität von Daten und digitalen Agenten, welche diese für uns verwalten

Block 3: Telepresence-Roboter

Telepresence-Roboter ermöglichen es, physische Präsenz in einem entfernten Raum zu projizieren - über das hinaus, was Videokonferenzen leisten können. Im EU-Projekt TRinE (Telepresence Robots in Education) wurden an der Universität für Weiterbildung Krems gemeinsam mit dem Karlsruhe Institute of Technology, MCAST Malta und der University of Macedonia Chancen und Grenzen dieser Technologie untersucht. TR können fehlende Mobilität kompensieren, interkulturelle Lernszenarien ermöglichen und das Gefühl sozialer Präsenz steigern, da sie es erlauben, aktiv den physischen Raum zu besetzen und mit der Umgebung zu interagieren. In der Sicherheitsforschung stellen sich in Bezug auf Telepresence-Roboter Fragen, die über den Bildungsbereich hinausgehen: Wie verändern diese Systeme Kommunikation und Interaktion in sicherheitsrelevanten Kontexten? Welche rechtlichen und datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen gelten für den Einsatz von TR in sensiblen Umgebungen? Und welche neuen Angriffsvektoren entstehen, wenn physische Präsenz digital vermittelt wird? Im Rahmen des Seminars kommt unser Telepresence-Roboter „Cassedy" zum Einsatz, der im Personas-Workshop eine besondere Rolle einnimmt.

Im Rahmen dieses Blocks erhalten die Teilnehmer_innen einen Einblick in:

  • technische Grundlagen von Telepresence-Robotern und ausgewählte Anwendungsszenarien
  • Unterschiede zwischen TR und herkömmlichen Videokonferenzlösungen in Bezug auf soziale Präsenz
  • Chancen und Herausforderungen des TR-Einsatzes in Bildungs- und Sicherheitskontexten
  • datenschutz- und sicherheitsrelevante Fragestellungen im Zusammenhang mit TR
  • einen ersten praktischen Eindruck durch den Einsatz des Roboters „Cassedy"

Block 4: Digitale Spiele und Jugendmedienschutz

Digitale Spiele sind ein gesellschaftliches Massenmedium. Virtuelle Welten haben reale Auswirkungen - insbesondere für Minderjährige. Cybergrooming in Kinderspielen, bereits 2012 von Rüdiger und Pfeiffer in Spielen wie Habbo Hotel untersucht, ist 2026 aktueller denn je: Plattformen wie Roblox, deren Nutzer_innen zu einem erheblichen Teil unter 13 Jahren alt sind, stehen im Mittelpunkt von Debatten über Sicherheitsversagen beim Kinderschutz. In der Sicherheitsforschung betrachtet man aktuelle Vorfälle, die zeigen, wie eng digitale Spielwelten und Cyberkriminalität verknüpft sind - insbesondere werden Geldwäsche über In-Game-Währungen, Diebstahl virtueller Güter und die Frage der generellen Einordnung virtueller Delikte behandelt.

Im Rahmen dieses Blocks erhalten die Teilnehmer_innen einen Einblick in:

  • wesentliche Deliktformen im Kontext digitaler Spiele
  • die besondere Gefährdungslage Minderjähriger und ausgewählte Schutzansätze
  • aktuelle Vorfälle aus dem DACH-Raum im sicherheitsrelevanten Kontext
  • die Fragestellung der Grenze zwischen realer und virtueller Welt aus kriminologischer Perspektive
  • erste Ansätze für Prävention und Strafverfolgung im Bereich Game Crime

Exzerpt: Verhaltensökonomische Maßnahmen - Gamification und Nudging

Gamification - im Regelfall das Aufsetzen von Spielmechaniken auf Nicht-Spiel-Umgebungen - ist ein wachsendes Feld an der Schnittstelle zwischen Verhaltensökonomie, Game Studies und Sicherheitsforschung. In meiner Dissertation „Auf dem Weg zur ludischen Gesellschaft" (WU Wien, 2018) habe ich aufgezeigt, wie Spielmechaniken zunehmend in gesellschaftliche Prozesse integriert werden - von Lernumgebungen über Gesundheitsanwendungen bis hin zu Organisationsstrukturen. Spiel ist kein Gegensatz zum Ernst des Lebens, sondern ein wirksames Prinzip menschlicher Motivation und Entscheidungsfindung.

In der Sicherheitsforschung eröffnen Gamification und Nudging (also das gezielte Gestalten von Entscheidungsarchitekturen) Möglichkeiten der Prävention und Sensibilisierung: Awareness-Trainings für Cybersecurity, spielerische Vermittlung von Risikokompetenz (wie im Risk Radar) oder die Gestaltung von Meldeprozessen, die Nutzer_innen intuitiv zur richtigen Handlung leiten. Gleichzeitig ist zu bedenken, dass dieselben Mechanismen auch in problematischen Kontexten eingesetzt werden: Lootboxen in Spielen - also virtuelle Überraschungspakete mit zufälligen Inhalten - setzen auf variable Belohnungssysteme, die aus verhaltenspsychologischer Sicht suchtähnliches Verhalten begünstigen können. Ob und inwieweit dies rechtlich als Glücksspiel einzustufen ist, wird in verschiedenen Ländern unterschiedlich bewertet - der OGH Österreich verneinte dies für FIFA-Lootboxen im Dezember 2025, während andere europäische Länder strengere Maßstäbe anlegen. Social-Engineering-Angriffe wiederum nutzen Dringlichkeit, Belohnung und sozialen Druck als Manipulationsinstrumente - Mechanismen, die aus der Spielpsychologie bekannt sind. Das Verständnis dieser Mechanismen ist daher sowohl für die Prävention als auch für die Ermittlungsarbeit von Bedeutung.

Im Rahmen dieses Blocks erhalten die Teilnehmer_innen einen Einblick in:

  • den Begriff Gamification und dessen Abgrenzung zu verwandten Konzepten wie Nudging
  • verhaltenspsychologische Mechanismen in Spielen und deren Relevanz für die Sicherheitsforschung
  • die aktuelle Debatte zu Lootboxen im DACH-Raum
  • Gamification als mögliches Instrument der Prävention und Sensibilisierung

Spielerische Elemente:

Risk Radar (Einstieg, ca. 30 Minuten)

Zum Auftakt spielen wir Risk Radar - ein vielfach erprobtes Brettspiel zum Thema Risikomanagement. Es dient als spielerisches Kennenlernen der Gruppe und führt in den strukturierten Umgang mit Risiken ein.

Personas-Workshop mit Cassedy (Abschluss, letzte Stunde)

Die Teilnehmer_innen entwickeln Personas für verschiedene Akteur_innen im Kontext emergenter Technologien. Der Telepresence-Roboter „Cassedy" kommt dabei aktiv zum Einsatz und macht die Technologie unmittelbar erfahrbar.

Trainer

Alexander Pfeiffer

Mag. Dr. Alexander Pfeiffer, Ph.D MA MBA leitet das Kompetenzzentrum für Emergente Technologien in der Sicherheitsforschung an der Universität für Weiterbildung Krems. Forschungsschwerpunkte: Blockchain, Generative KI, Game-Based Learning, Cybercrime und digitale Identität.

Wie Sie Ihre psychologische Widerstandskraft stärken, um unter maximalem Druck klar, stabil und strategisch handeln zu können.

Gerade Sicherheitsverantwortliche erleben täglich, wie rasant sich die Welt verändert: Globale Krisen, digitale Transformation und volatile Bedrohungslagen erzeugen ein Umfeld, in dem Planbarkeit kaum noch existiert. Die neue Realität heißt: permanente Vorläufigkeit. Diese Dynamik betrifft nicht nur Technologien und Prozesse – sie wirkt tief in die Organisationen hinein und prägt das Erleben der Mitarbeitenden.
 
Die Folge: steigende psychische Belastungen, zunehmende Erschöpfung und ein deutlicher Anstieg von Fehlzeiten, wie zahlreiche nationale und internationale Studien belegen. Seit dem Jahr 2000 hat sich das subjektive Stresserleben nahezu verdoppelt. Krisen, Informationsüberflutung und die wachsende Komplexität digitaler Risiken führen zu Unsicherheit – und damit zu einem Faktor, der unmittelbar die Resilienz von Teams und Organisationen beeinflusst.
 
Damit wird eine zentrale Frage immer relevanter:
Was brauchen Menschen in sicherheitskritischen Rollen und hochkomplexen Organisationssystemen, um in einer unsicheren Welt stabil, konzentriert und leistungsfähig zu bleiben?
 
Dieses Seminar widmet sich genau dieser Frage – interdisziplinär, wissenschaftlich fundiert und praxisnah. Aus psychologischer Perspektive beleuchten wir, wie Resilienz, mentale Stabilität und ein modernes Verständnis von Sicherheit zusammenspielen. Teilnehmende erhalten konkrete Ansätze, wie sie die psychische Widerstandskraft ihrer Teams stärken können – ein entscheidender Erfolgsfaktor in einer Ära permanenter Transformation.

Trainer

Werner Katzengruber

Werner Katzengruber ist als Deutschlands Personality Coach Nr.1 (Pro 7) durch zahlreiche Auftritte im Fernsehen, Radio und Printmedien einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. 

"Wenn Deine Realität nicht mehr zu Deinem Leben passt, musst Du eines von beiden ändern."

Dieser Leitsatz ist die Grundlage des Denkens und Handelns von Werner Katzengruber. Er unterstützt Unternehmen, Privatkunden und Personen des öffentlichen Lebens durch seine Arbeit. Seit 2012 bildet er ausgewählte Coaches nach der von ihm und seinem Team entwickelten Methoden in seiner Akademie online und Live in Schloss Seefeld nahe München aus.

Zahlreiche namhafte Unternehmen und Organisationen lassen sich von den tiefgreifenden Vorträgen von Werner Katzengruber inspirieren. Unterhaltsam und dabei tiefgründig, vermittelt Werner Katzengruber Wissen und eröffnet neue Perspektiven. Werner Katzengruber bringt das Publikum zum Lachen, zum Nach- und Weiterdenken. 

QUALIFIKATIONEN:

Psychologisches Studium (USA)

Zertifizierte Ausbildung als klinischer Hypnotherapeut (USA/D)

Zertifizierte Coach-Ausbildung (ICA-USA)

Studium zum Dipl. Medien und Marketing Fachwirt) (D)

Mediations-, Moderations- und Trainerausbildung (USA, D)

Zertifizierter Personaldiagnostiker & Profiler (USA)

Ausbildung als „Certified Master Practitioner of NLP“ bei Dr. John Grinder (IANLP-USA)

Ausbildung in Transaktionsanalyse (USA)

Master of Pranic Healing (Indien, Sri Lanka)

Fortbildungen u.a. in den Bereichen Entwicklungspsychologie, Psychoanalyse, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Ego-State Therapie.

Gründer und Lehrtrainer an der AKADEMIE für TRANSAKTIONALES COACHING

 

Details zu den Inhalten des Buches "Mental Health als Schlüsselkompetenz resilienter Organisationen" von Werner Katzengruber erfahren Sie im Video:

26., 27. August 2026 (siehe Programm)

  • Zukunftskompetenzen

  • Leadership Skills

  • Wahlmöglichkeiten

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