Schlaganfall-Prävention braucht neue interdisziplinäre Konzepte

Michael Brainin von der Donau-Universität Krems zu aktuellen Entwicklungen in der Vorsorge von Schlaganfall

Bei der 20. Jahrestagung der Österreichischen Schlaganfall-Gesellschaft in Salzburg hielt Michael Brainin den Festvortrag zum Thema „Globale Schlaganfallprävention“, zu dem er als President-Elect der Welt-Schlaganfall-Gesellschaft geladen war. Darin führte der Professor der Donau-Universität Krems die Notwendigkeit der Schlaganfallvorsorge in Zusammenhang mit anderen Krankheiten wie Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes und obstruktiven Lungenerkrankungen aus. Erst seit Kurzem ist die Interdependenz zwischen diesen Krankheiten, die generell und besonders im asiatischen Raum stark im Ansteigen begriffen sind, weltweit anerkannt.

 

Neue Aspekte, neue Konzepte


Angesichts der derzeitigen Risikokonstellationen der Bevölkerung sei, wie Brainin betonte, zusätzliche Anstrengungen nötig, um die von der Weltgesundheitsorganisation WHO bis 2025 vorgegebenen Präventionsprogramme einhalten zu können. So ist erst seit Kurzem bekannt, dass 29 Prozent aller Schlaganfälle weltweit wesentlich durch Luftverschmutzung hervorgerufen werden. Neue Aspekte wie dieser führen zu neuen Präventionskonzepten, die weit über die medizinischen Einzelfachrichtungen hinausgehen, lässt sich Brainins zentrale Botschaft seines Vortrags zusammenfassen. „Diese wurde von allen TagungsteilnehmerInnen als neue wichtige und richtungsweisende Präventionsvorgabe verstanden“, so Brainin.
Die 20. Jahrestagung der Österreichischen Schlaganfall-Gesellschaft wurde von 19. bis 21. Jänner an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg abgehalten; rund 300 Schlaganfall-ExpertInnen, darunter alle 36 Stroke Unit-BetreiberInnen Österreichs, nahmen daran teil. „In den ergiebigen Diskussionen wurde betont, dass es in allen Bereichen der Schlaganfallbekämpfung eine interdisziplinäre und wissenschaftlich fundierte Vorgehensweise braucht“, resümiert Brainin.

 

Neue Entwicklungen in der Gerinnungshemmung


Bei der „Anticoagulation Academy“ von 26. bis 27. Jänner in Wien hatte Univ.-Prof. Dr. Michael Brainin gemeinsam mit dem kanadischen Kardiologen Prof. Dr. John W. Eikelboom den Vorsitz inne. Die internationale Tagung mit zirka 300 TeilnehmerInnen verschiedener Fachrichtungen stand unter dem Titel „Innovation in Anticoagulation“ und machte einmal mehr die interdisziplinäre Ausrichtung der Schlaganfall-Prävention deutlich. „In den letzten Jahren sind neue und wesentlich sicherere Medikamente zur Gerinnungshemmung, also der Antikoagulation, entwickelt worden. Deren Anwendung und Dosierung sowie damit verbundene Vorsichtsmaßnahmen waren Gegenstand der Tagung“, berichtet Brainin. Die jüngsten Entwicklungen schließen auch die Prävention von Schlaganfällen ein, vor allem bei PatientInnen mit sogenanntem Vorhofflimmern, die besonders gefährdet für Embolien sind. Brainin leitete bei dieser Tagung u. a. Workshops zur konkreten Anwendung in Einzelfällen.

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