Dr. Ahmad Wali Ahmad Yar, PhD
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ahmad-wali.ahmad-yar@donau-uni.ac.at
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- Universität für Weiterbildung Krems
- Zentrum für Migrations- und Globalisierungsforschung
- Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30
- 3500 Krems
- Österreich
Funktionen
Dr. Ahmad Wali Ahmad Yar ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department für Migration und Globalisierung der Universität für Weiterbildung Krems.
- Postdoctoral Researcher in den Projekten SYREALITY und RESTATE
- Co-Koordinator des Forschungsclusters „Prozesse und Ursachen von Migration”
- Externer Dozent an der Brussels School of Governance (BSoG) der Vrije Universiteit Brussel (VUB), wo er MA-Kurse unterrichtet und MA-Abschlussarbeiten betreut.
Zur Person
Dr. Ahmad Yar ist Migrationswissenschaftler, und befasst sich in seiner Arbeit mit den Themen Migrationspolitik, Flüchtlingshilfe, politische Partizipation sowie den Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft. An der Universität für Weiterbildung Krems konzentriert sich seine Forschung darauf, wie Flüchtlinge staatliche Institutionen wahrnehmen, mit ihnen in Kontakt treten und umgehen, und wie sich der rechtliche Status, politische Rahmenbedingungen sowie die konkreten gemachten Erfahrungen auf die Partizipation, das politische Engagement sowie das Vertrauen der Geflüchteten in den Staat auswirken.
Bevor er nach Krems kam, war er Postdoktorand am Brüsseler Institut für Sozial- und Bevölkerungsstudien (BRISPO) an der Vrije Universiteit Brussel (VUB), wo er auch seinen Doktortitel in Soziologie erwarb. In seiner Doktorarbeit untersuchte er Migrationsdaten und irreguläre Migrationsverläufe und zeigte, wie individuelle Bestrebungen, Klasse, Geschlecht und Erfahrungen mit staatlicher Gewalt Migrationsentscheidungen in den Phasen vor der Abreise, während der Migration und nach der Ankunft beeinflussen. Seine Arbeit zeigte, dass irreguläre Wanderungsbewegungen phasenweise und nicht linear verlaufen und dass unter Druck, aber bewusst gefasste Entscheidungen eine entscheidende Rolle für den Ausgang der Migration spielen.
Dr. Ahmad Yar verfügt über umfangreiche Erfahrung in großen europäischen Forschungsprojekten, darunter Horizon 2020 und Horizon Europe-Initiativen wie HumMingBird und MIrreM. Er hat mehrsprachige Feldforschung in Belgien, Schweden und anderen europäischen Kontexten durchgeführt und in seiner Forschung qualitative Interviews, Umfragen und institutionelle Analysen kombiniert. Vor seiner akademischen Laufbahn arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre for European Policy Studies (CEPS) in Brüssel und wirkte dort an politikorientierten Forschungsarbeiten zu den Themen Asyl- und Migrationspolitik der EU, Integration von Migranten und legale Migrationswege mit. Zu seinen früheren beruflichen Erfahrungen zählt die Tätigkeit als interkultureller Mediator und Dolmetscher beim UNHCR in Zentralasien, wo er Flüchtlingsschutzverfahren und die Interaktion zwischen Vertriebenen und staatlichen Institutionen unterstützte.
Er hat einen Doktortitel in Soziologie, einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft von der Université libre de Bruxelles (ULB) und einen Bachelor-Abschluss in Internationalen Beziehungen von der Al Farabi Kazakh National University. Da er aus Afghanistan stammt, ist seine Arbeit auch von einem langjährigen Interesse an der Geschichte und den aktuellen Ereignissen in Süd- und Zentralasien geprägt, was seine vergleichende und transnationale Perspektive auf Migration, Vertreibung und Diaspora-Politik beeinflusst.
Neben seiner akademischen Arbeit engagiert sich Dr. Ahmad Yar intensiv für von Flüchtlingen geleitete und in der Diaspora ansässige zivilgesellschaftliche Initiativen in Europa. Er ist Präsident des Umbrella Refugee Committee, der nationalen Plattform Belgiens für von Flüchtlingen geleitete Komitees, und Generalsekretär des Network of Afghanistan Diaspora Organisations in Europe (NADOE). Diese Funktionen sind eng mit seiner akademischen Arbeit verknüpft und spiegeln sein starkes Engagement für partizipative Wissensproduktion, gemeindebasierte Ansätze und die Anerkennung von Flüchtlingen und Migranten als soziale, politische und epistemische Akteure wider, anstatt sie lediglich als politische Ziele oder Forschungsobjekte zu betrachten.
Zu seinen Forschungsinteressen zählen:
- Migrationssteuerung und Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft, mit einem Schwerpunkt auf ethnografischen Forschungsansätzen
- Zwangsmigration, politische Teilhabe sowie gesellschaftliche Einbindung von Flüchtlingen
- Diasporabewegungen, transnationales Engagement, die Mobilisierung von Diasporas und Aktivitäten, die von Flüchtlingen geleitet werden.
- Irreguläre Migration, Regularisierung und Integrationspolitik
- Ethik, Partizipation, Positionalität sowie insider research methods in der Migrationsforschung
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