Teletherapie als Überbrückung in COVID-19-Zeiten

Das erste Webinar über Teletherapie und Telemedizin an der Donau-Universität Krems widmete sich Kindern mit Bewegungsbehinderungen

15.05.2020

Aus aktuellem Anlass der COVID-19-Pandemie läuft derzeit an der Donau-Universität Krems eine Free-Webinarreihe zu den Möglichkeiten der Teletherapie und Telemedizin. Das Webinar stieß auf großes Interesse, über 230 TherapeutInnen, Ärztinnen und Ärzten aus Österreich und Deutschland nahmen teil. Im Fokus standen Kinder mit neuromotorischen Erkrankungen und Bewegungsbehinderungen.

Kinder mit Bewegungsbehinderungen bei chronischen neuromotorischen Erkrankungen bedürfen einer gut abgestimmten und funktionsfähigen Versorgungsstruktur durch zahlreiche medizinische, therapeutische, pädagogische, orthopädie- und rehatechnische ExpertInnen. Diese Behandlung und Betreuung kann während der neuen Situation der COVID-19-Pandemie nicht in ausreichendem Ausmaß aufrechterhalten werden. Wegen geschlossener Kindergärten, Schulen, Reha-Zentren, etc. und einem erschwerten Zugang zu Gesundheitseinrichtungen ist in vielen Fällen eine regelmäßige Therapie und medizinische Kontrolle nicht möglich. So konnten sowohl Eltern als auch betreuende ExpertInnen in den vergangenen Wochen einen Abbau erworbener Fähigkeiten, von Muskelkraft und Koordination bei ihren Kindern beobachten.

In der kostenlosen Fortbildungsveranstaltung präsentieren ExpertInnen neue Möglichkeiten der Teletherapie und Telemedizin. Dadurch kann zu Hause eine erfolgreich begonnene Therapie fortgesetzt und die Zeit gut überbrückt werden. Ziele sind die Vermeidung von Folgeschäden durch Erhalt der kardiopulmonalen (Herz-Lunge) Leistungsfähigkeit und Infektprophylaxe, Erhalt der motorischen Leistungsfähigkeit, Vermeidung von Kontrakturen und Schmerzfreiheit der Kinder.

Teletherapie – eine gute Alternative

Vorteile der Therapieform sind in der aktuellen Pandemie-Situation das fehlende Infektionsrisiko für beide Seiten, reduzierte Kosten für Hygienematerial in Therapiepraxis und Einrichtung, kein Zeitaufwand für Hygienedurchführung und Fahrten und die Möglichkeit schneller, kurzer Interventionen.

Häufig sind bei der Therapieeinheit alle Bezugspersonen anwesend und das Bewusstsein für die Eigenverantwortung in Bezug auf den Therapieverlauf steigt wesentlich. Darüber hinaus vermittelt die Therapie den Kindern im heimischen Umfeld mehr Sicherheit. Und gerade bei langfristigen Therapien erhöht der Einsatz neuer Medien die Aufmerksamkeit der jungen PatientInnen.

Fünf weitere Webinare geplant

Im Anschluss an das Einführungsseminar konnten zahlreiche im Chat gestellte Fragen der TeilnehmerInnen beantwortet werden. Eine Vertiefung der Inhalte erfolgt in fünf weiteren Veranstaltungen zu den Themen: Rechtliche und finanzielle Grundlagen, Methodik der Teletherapie, interdisziplinäre Tele-Teambehandlung und orthopädie- und rehatechnische Versorgung sowie Telerehabilitation am Beispiel der konduktiven Förderung in Kindergärten und Schulen.

Die beiden Initiatoren der Webinarreihe, die Kinderphysiotherapeutin Claudia Abel und der Kinderorthopäde Prof. Dr. Walter Strobl, und das Organisationsteam um Dr. Christiane Fischer und Maria Walluch von der Donau-Universität Krems freuen sich über den gelungenen Start der Fortbildungsreihe.

 

Telerehabilitation – Konduktive Förderung – Indikationen, Inhalte, Gestaltung

Termin:    19.05.2020
Beginn:    18.00 – 19.00 Uhr

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