05.05.2023

Das Projekt „compact sequencing“ der Firma Cube Dx in Zusammenarbeit mit der Universität für Weiterbildung Krems, Department für Biomedizinische Forschung und dem Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck als Forschungspartner wurde beim Houskapreis 2023 in der Kategorie Forschung und Entwicklung in KMU mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Der renommierte Forschungspreis der B&C Privatstiftung wurde am 27. April in Wien vergeben.

Bei einer Sepsis kann eine Infektion durch Mikroorganismen ein lebensbedrohliches Organversagen auslösen. Eine rasche Abklärung des Erregers ist wichtig, um eine wirksame Therapie einleiten zu können. Bei herkömmlichen Verfahren werden die Mikroorganismen aus dem Blut der Patienten kultiviert, was jedoch sehr zeitintensiv ist und mitunter Tage dauert.

Rasche Diagnose rettet Leben

Cube Dx entwickelte mit „compact sequencing“ ein Verfahren, das die Erreger bereits innerhalb von drei Stunden identifiziert. Bei dieser sehr sensitiven Methode wird die spezifische DNA von Mikroorganismen im Blut nachgewiesen. „Rund 100 verschiedene Bakterien, Pilze und Resistenzgene aus Proben wie Speichel oder Blut werden gleichzeitig vermessen. Wir bekommen die Ergebnisse schnell, präzise und kostengünstig und bieten damit eine einzigartige Abdeckung“, so Projektleiter Mag. Dr. Bernhard Ronacher.

Am 27. Mai 2023 wurde die Arbeit von Cube Dx mit dem Houskapreis Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ ausgezeichnet. Das Unternehmen mit Sitz in St. Valentin überzeugte die Houskapreis-Fachgremien und erhielt 150.000 Euro Preisgeld die für die weitere Forschung eingesetzt werden.

Enge Zusammenarbeit mit Forschungspartner

Das Department für Biomedizinische Forschung der Universität für Weiterbildung Krems unter Leitung von Univ.-Prof.in Dr.in Viktoria Weber fungierte in diesem Projekt als Forschungspartner von Cube Dx und untersuchte unter anderem Einflussfaktoren, die den Erregernachweis im Blut hemmen können. Die Kooperation des Departments für Biomedizinische Forschung mit Cube Dx geht auf das CD-Labor für Innovative Therapieansätze in der Sepsis zurück, das von 2013 bis 2019 an der Universität für Weiterbildung Krems unter anderem an der Entwicklung verbesserter Diagnostikverfahren für die Sepsis arbeitete. Im Rahmen des COVID-Testlabors der Universität wurde „compact sequencing“ erfolgreich zum Variantenscreening in SARS-CoV-2-positiven Proben eingesetzt.

Das Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck unter der Leitung von Univ.Prof.in Dr.in med.univ. Cornelia Lass-Flörl brachte umfangreiche klinische Expertise im Umfeld der Sepsisdiagnostik ein und definierte die Anforderungen an den Test. Die erste Generation des Produktes wurde im Rahmen einer Leistungsbewertungsstudie gemeinsam mit internationalen Partnern evaluiert und dokumentiert. Damit wurde eine wichtige Voraussetzung für die Marktzulassung des Tests geschaffen, der mittlerweile in der klinischen Routine eingesetzt wird.

Über den Houskapreis

Die B&C Privatstiftung hat den Houskapreis im Jahr 2005 mit dem Ziel ins Leben gerufen, wirtschaftsrelevante Forschung zu fördern und damit zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich beizutragen. Mit einer Gesamtdotierung von insgesamt 750.000 Euro ist der Houskapreis in Österreich der größte private Preis für anwendungsnahe Forschung.

Cube Dx GmbH

Cube Dx GmbH wurde 2015 gegründet und hat ihren Sitz in St. Valentin (Österreich). Die Schwerpunkte liegen in der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von labordiagnostischen Multiplex-Tests zur Anwendung im klinischen Umfeld. Multiplexe Diagnostik ermöglicht mit einem einzigen Test den parallelen Nachweis einer Vielzahl von Merkmalen (Bakterien, Pilze, Virusvarianten etc.) aus einer minimalen Probenmenge. Cube Dx entwickelte eine komplett neuartige Multiplextechnologie, die auf den Prinzipen des Microarrays basiert. Die hybcell – das weltweit einzigartige zylindrische Microarray – liefert schnelle und zuverlässige Resultate bei minimalem Aufwand. Der hyborg – das vollständig automatisierte Gerät – übernimmt die Abarbeitung selbstständig. Basierend auf compact sequencing werden komplexe diagnostische Fragestellungen schnell und einfach abgearbeitet.

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