Im Wintersemester 2026/2027 führt die Universität für Weiterbildung Krems das Masterstudium Psychotherapie gemäß dem Psychotherapiegesetz 2024 ein. Das neue Studium ist ergänzend zu den bisherigen Weiterbildungsstudien als ordentliches Masterstudium organisiert und leistet angesichts des stark steigenden Bedarfs an Therapieplätzen einen wesentlichen Beitrag zur psychotherapeutischen Versorgung in Österreich.
Die Universität für Weiterbildung Krems kann dabei mehr als 20 Jahre Erfahrung bei der Ausbildung von Psychotherapeut_innen in das neue Modell einbringen. Lange vor dem Inkrafttreten des Psychotherapiegesetzes 2024 wurden hier psychotherapeutische Studienangebote auf akademischem Niveau konzipiert, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet. Diese gewachsene Expertise prägt sowohl die inhaltliche als auch die organisatorische Ausgestaltung des neuen ordentlichen Masterstudiums.
Das Studium ist als reguläres Präsenzstudium mit kontinuierlichem Lehr- und Prüfungsbetrieb konzipiert und richtet sich an Absolventinnen und Absolventen eines fachlich einschlägigen Bachelorstudiums. Es verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praxisbezogenen Lehr- und Lernformen und folgt einem bundesweit einheitlichen Rahmen, der im Zuge der gesetzlichen Neuregelung geschaffen wurde. Die Lehre wird von Lehrenden getragen, die über langjährige klinische Erfahrung ebenso wie über ausgewiesene wissenschaftliche Expertise verfügen.
Höchste Zahl an Studienplätzen im bundesweiten Vergleich
Mit 80 kostenfreien Studienplätzen stellt die Universität für Weiterbildung Krems einen wesentlichen Anteil der österreichweit insgesamt 500 vorgesehenen Plätze für das ordentliche Masterstudium Psychotherapie. Im bundesweiten Vergleich zählt der Standort damit sogar zu jenem mit der höchsten Zahl an verfügbaren Studienplätzen innerhalb des neuen Ausbildungsmodells.
Diese Position knüpft an die langjährige Rolle der Universität für Weiterbildung Krems als einer der größten Anbieter psychotherapeutischer Studienangebote in Österreich an. Angesichts der aktuellen Versorgungslage und der hohen psychischen Belastung in der Bevölkerung kommt dem Ausbau dieser Kapazitäten eine entscheidende gesellschaftliche Relevanz zu.
Moderne Infrastruktur für innovative Lehrmethoden
Lehr- und Lernort des neuen Masterstudiums ist die 2024 eröffnete Erweiterung des Campus Krems. Der Neubau umfasst rund 18.000 m² und bietet modern ausgestattete Vorlesungs- und Seminarräume, die gezielt auf die Anforderungen zeitgemäßer Lehre und Forschung ausgerichtet sind.
Verantwortet wird das Studium von Katharina Luttenberger, Professorin für Psychotherapieforschung und Verhaltenstherapeutin, die von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an die Universität für Weiterbildung Krems berufen wurde, sowie von Professor Christoph Pieh, Leitung des Departments für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Luttenberger verfügt über langjährige Expertise in der Erforschung innovativer Psychotherapiekonzepte, unter anderem das bereits mehrfach erfolgreich evaluierte Konzept der psychotherapeutischen Nutzung der Sportart Bouldern, das ebenfalls im Studium angeboten wird.
So zählen auch Sporträumlichkeiten mit integrierter Boulderwand zur Infrastruktur, die innovative Lehrformate ermöglichen. „Viele therapeutische Methoden wie Exposition oder Problemlösung können sehr praxisnah und eindrücklich an der Boulderwand umgesetzt und erfahren werden“, betont Luttenberger. Auch für Selbsterfahrungsgruppen eignet sich die Boulderwand – erste Gruppen hierzu werden bereits im Januar und Februar angeboten.
Drei Fachrichtungen an einem Studienstandort
Inhaltlich bietet das Masterstudium in Krems bereits spezifische Inhalte in den beiden psychotherapeutischen Clustern Humanistische Therapie und Verhaltenstherapie. Damit werden am Standort Krems die fachspezifischen Richtungen Integrative Therapie, Existenzanalyse und Logotherapie sowie Verhaltenstherapie vertieft und die Möglichkeit geschaffen, direkt in die postgraduelle Fachausbildung weiterzugehen.
Im neuen Studium ist eine enge Verschränkung zwischen theoretischen Inhalten und praktischer Erfahrung wichtig, welche direkt in der Universitätsambulanz erworben werden kann. Als besonderes Alleinstellungsmerkmal ist in Krems eine durchgängige Ausbildung möglich, da nach dem Masterstudium auch die dritte Phase der Therapieausbildung in Krems möglich ist. Damit ist eine optimale Abstimmung aller Ausbildungsschritte gewährleistet, da die UWK die Ausbildungshoheit in diesen Fachrichtungen selbst innehat.
Die Universität für Weiterbildung Krems knüpft damit an ihre bisherige Rolle als Ausbildungsstätte für Psychotherapie an, in der Theorie, Praxis und wissenschaftliche Reflexion seit vielen Jahren erfolgreich miteinander verbunden sind. Neben den etablierten Professuren für Psychotherapiewissenschaften und Psychosomatische Medizin für qualitative als auch quantitative Psychotherapiewissenschaften wird zudem eine neue Professur nach §98 des Universitätsgesetzes für humanistische Psychotherapiewissenschaften geschaffen. Das neue ordentliche Masterstudium ist in die bestehende Campus- und Studienumgebung eingebettet und wird ab dem Wintersemester 2026/2027 als Teil des neuen gesetzlichen Ausbildungsmodells umgesetzt.
Univ.-Prof. Dr. Katharina Luttenberger
Stv. Departmentleitung - Department für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
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