08.07.2026

Klimawandel oder soziale Ungleichheit: Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich längst nicht mehr aus nur einer Fachrichtung heraus lösen. Genau hier setzt die Forschung von Dr. Romana Bates an, die im Rahmen ihrer Dissertation an der Universität für Bodenkultur Wien untersucht hat, welche Fähigkeiten Studierende heute wirklich brauchen, um Lösungskonzepte entwickeln zu können.

Neben Fachwissen sind dafür vor allem sogenannte Meta-Kompetenzen entscheidend, also Fähigkeiten, die disziplinübergreifendes Denken und verantwortungsvolles Handeln ermöglichen. Die aus der Untersuchung an der Universität für Weiterbildung Krems resultierenden Ergebnisse dienten als Grundlage zur Entwicklung eines Modells mit sechs zentralen Handlungsfeldern.

Meta-Kompetenzen gegen komplexe Probleme

Den Kern bildet die Kompetenz Kollaboration, denn nur gemeinsam lassen sich komplexe globale Probleme lösen. Dabei ist vernetztes Denken, also die Fähigkeit, große Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu erkennen, essenziell. Ergänzt wird dies durch ein starkes Wertebewusstsein, um ethische Fragen zu identifizieren, sowie durch die Fähigkeit zur Selbstreflexion. 

Bates unterstreicht die Bedeutung einer wertorientierten Ausbildung: „Man kann fachlich kompetent handeln, ohne dabei ethisch zu handeln. Die Frage ist, wie sich das über das professionelle Umfeld hinaus auswirkt, auf die Gesellschaft, auf die Natur. Eine wesentliche Aufgabe der Hochschulen ist es daher, gerade Studierende in der Weiterbildung zu sensibilisieren und sie dabei zu einem wertebasierten Handeln zu befähigen.“

Ebenso wichtig ist ein grundlegendes Verständnis für ökologische und soziale Kreisläufe. Für Bates muss diese Komponente disziplinenübergreifend Raum finden: „Wir müssen verstehen, in welchem Zustand sich unser Planet befindet. Bezogen auf die Natur geben wir ihr damit eine eigene moralische Dimension, die über rein systemisches Denken hinausgeht.“ Nicht zuletzt bleibt ein sicheres fachliches Fundament die notwendige Basis für alle weiteren Schritte. 

 

Abbildung 1: eigene Darstellung basierend auf Bates et al., 2025

Abbildung 1: eigene Darstellung basierend auf Bates et al., 2025

Anschlussfähig für künftige Forschung

Mit dieser neu entwickelten Skala steht Hochschulen bereits jetzt ein konkretes Instrument zur Verfügung, um ihre Lehrpläne so zu gestalten, dass sie Studierende besser auf die Anforderungen von Arbeitswelt und Gesellschaft vorbereiten. Die Skala bildet zugleich die Grundlage für weitere Forschung.

In ihren nächsten Schritten möchte Bates das Instrument insbesondere im Hinblick auf Werteorientierung und Künstliche Intelligenz erweitern. Außerdem soll untersucht werden, wie sich diese Kompetenzen auf Unternehmenskulturen auswirken und wie sie sich methodisch messen lassen, um sie künftig gezielt in die Hochschullehre zu integrieren.

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