Rund 28.000 Menschen haben am 27. Mai in Wien gegen die ab 2028 drohenden Einsparungen im Universitätsbudget demonstriert. Gemeinsam mit den anderen öffentlichen Universitäten Österreichs war auch die Universität für Weiterbildung Krems bei der Großkundgebung vertreten und setzte damit ein sichtbares Zeichen für eine tragfähige Finanzierung des heimischen Hochschul- und Forschungsstandortes.
Bei sommerlichen Temperaturen zogen die Teilnehmenden der Demonstration vom Universitätsring durch die Wiener Innenstadt vor das Bundeskanzleramt. Auf Transparenten warnten sie unter anderem vor einem „Sparen bis zur Erkenntnislücke" und betonten: „Bildung ist kein Sparposten".
Breites Bündnis gegen Sparpolitik
Aufgerufen zur Kundgebung hatten die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko), die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) sowie Gewerkschaft und Arbeitnehmer_innenvertretung. Am heutigen Donnerstag folgen weitere Protestaktionen in Klagenfurt, Graz, Salzburg und Linz.
uniko-Präsidentin Mag.a Brigitte Hütter, MSc., sprach in ihrer Rede von einem gemeinsamen Aufschrei gegen eine fehlgeleitete Sparpolitik. Während die Europäische Union ihr Forschungsbudget erhöhe, drohe Österreich der gegenteilige Weg. Einsparungen in der angekündigten Größenordnung würden nicht nur die internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährden, sondern auch die Qualität der Ausbildung künftiger Ärztinnen, Pädagogen und Juristen. „Wir nehmen es nicht hin", so Hütter, die Studierende und Universitätsangehörige aufrief, auch in den kommenden Monaten weiter Druck zu machen.
Rückhalt aus Forschung, von Uniräten und Ländern
Unterstützung kam von den Vorsitzenden der Uniräte: Das erwartete Budget-Minus gefährde die Qualität der akademischen Ausbildung ebenso wie die Arbeitsmarktchancen der Absolventinnen und Absolventen. Es erscheine unvorstellbar, dass Universitätsräte Leistungsvereinbarungen mit einem solchen Substanzverlust mittragen könnten.
Auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der Wissenschaftsfonds FWF und das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) sprachen sich in einer gemeinsamen Aussendung für eine ausreichende Finanzierung aus. Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen seien kommunizierende Gefäße, das eine sei ohne das andere weder zukunftsfähig noch international konkurrenzfähig. Mehrere Landeshauptleute hatten sich im Vorfeld ebenfalls kritisch geäußert.
Entscheidung im Herbst
Auslöser der Proteste sind Sparpläne der Bundesregierung, die für öffentliche Universitäten ab 2028 Einschnitte in Milliardenhöhe vorsehen. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner strebt eigenen Angaben zufolge mittlerweile ein Plus für die Leistungsvereinbarungsperiode 2028-2030 an. Die endgültigen Summen sollen nach Verhandlungen Ende Oktober feststehen.
Die Universität für Weiterbildung Krems wird sich auch in den kommenden Monaten gemeinsam mit den anderen öffentlichen Universitäten für eine tragfähige Finanzierung des Wissenschafts- und Forschungsstandortes Österreich einsetzen.
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