Interkulturelle Fachkommunikation im Informationszeitalter

Beschreibung

Translationsmanagement. Interkulturelle Fachkommunikation im Informationszeitalter Eine komplexe Aufgabe wie die Gestaltung mehrsprachiger und multimedialer Dokumente ist nur in der Zusammenarbeit von qualifizierten ExpertInnen befriedigend zu lösen. Diese Kooperation im Allgemeinen und die Rolle von Artefakten in der heutigen Arbeitswelt im Besonderen sind das Thema der Arbeit. Zu diesem Zwecke wird eine qualitative Interviewstudie und eine qualitative Feldstudie mit teilnehmender Beobachtung durchgeführt. Das Potenzial der Informationstechnologie wird analysiert, und ihre Möglichkeiten und Grenzen werden aufgezeigt. Dazu wird auf die interdisziplinären Forschungsgebiete Kognitionswissenschaft, Usability und Computer Supported Cooperative Work zurückgegriffen, durch welche der kooperative Aspekt des Übersetzens modelliert werden kann. In den Fachgebieten Translationswissenschaft und Technische Kommunikation trägt das vorliegende Forschungsprojekt zu einem aktuellen Paradigmenwechsel bei: Der Forschungs¬gegenstand wird von der klassischen Interaktion Mensch-Text auf die Interaktion von Teams in computerunterstützten, multimedialen Kommunikations- und Arbeitsumgebungen erweitert. Als Vorstudie dient eine Interviewstudie zum Wechsel vom Berufsfeld Übersetzen zum Berufsfeld Technische Redaktion. Sie erschließt das soziale und technische Umfeld sowie die unterschiedlichen Selbst- und Fremdbilder von TranslatorInnen und Technischen KommunikatorInnen. Die Ergebnisse zeigen, wie resistent traditionelle Anschauungen von der Translation sein können. Es kristallisieren sich mehrere Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten Berufsfelder heraus, etwa in Bezug auf ihre Rolle als „ExotInnen“ im Kommunikationsbetrieb bzw. auf die Relevanz der IT-Kompetenz. Als Schlussfolgerung wird eine verstärkte Öffnung der Translationsdidaktik mit dem Ziel der Integration der Technischen Redaktion und Lokalisierung vorgeschlagen. Dies könnte eine wesentliche Verbesserung der Zukunftsperspektiven der AbsolventInnen der Übersetzerausbildung mit sich bringen. Das Objekt der teilnehmenden Beobachtung bildet ein Wiener Übersetzungsbüro mit einer starken internationalen Vernetzung. Methodisch wird ein ethnographischer Ansatz gewählt. Das Büro wurde von zwei Personen abwechselnd über einen Zeitraum von vier Wochen beobachtet. Es bot ein ideales Objekt für die Beobachtung der sozialen Netzwerke, aber auch für den Umgang mit den ausgiebig in Anspruch genommenen technischen Hilfsmitteln. Aufgrund der ausführlichen Beschreibung einzelner Arbeitsprozesse kann die Arbeit im translationsdidaktischen Kontext als Praxismodell herangezogen werden. Die authentischen Gespräche der KommunikationsteilnehmerInnen bieten einen Einblick in den komplexen Berufsalltag der heutigen TranslatorInnen. Die Rolle der Übersetzungstechnologie wird kritisch beleuchtet: Nachdem sich die Translationswissenschaft vom Blick auf Sätze und Satzteile als Übersetzungseinheiten auf die Betrachtung von Texten-in-Situationen emanzipiert hat, bringen vor allem die Translation-Memory-Systeme die bereits überholte Sicht auf das Übersetzen als Ersatz von Textteilen zurück. Nur durch kritischen, professionellen Einsatz können daher die potenziellen Vorteile der Produktivität und Konsistenz ohne gleichzeitige Qualitätsverluste aufgrund der Segmentierung und des Kontextverlusts tatsächlich genützt werden.

Details

Projektzeitraum 01.01.2001 - 31.12.2004
Fördergeber Bundesländer (inkl. deren Stiftungen und Einrichtungen)
Department

Department für Wissens- und Kommunikationsmanagement

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