Strukturelle neuronale Veränderungen bei Patienten mit somatoformer Störung

Beschreibung

Körperliche Beschwerden wie z.B. Schmerzen, Missempfindungen, Schwäche, Schwindel, etc., die nicht hinreichend durch organische Ursachen erklärbar sind, werden oft als „funktionell“, „psychogen“, medizinisch unerklärbar“ oder „somatoform“ bezeichnet. Seit DSM-V wurden somatoformen Störungen und Somatisierungsstörungen unter somatische Symptom Störungen zusammengefasst. Die Pathogenese somatoformer Störungen, im spezifischen von Somatisierungsstörungen, sind bisher nicht vollständig verstanden, sowohl psychologische, soziologische sowie neurobiologische Erklärungsmodelle existieren. Zur Überprüfung neurobiologischer Erklärungsmodelle wurden bislang verschiedene bildgebende Studien durchgeführt (Review: Atmaca 2012). Hakala et al. (2004) fand eine Vergrößerung des Nucleus caudatus im Vergleich zu gesunden Vergleichspersonen, Atmaca et al. (2011) fand beidseitig reduzierte Volumen der Amygdala, und Garcia-Campayo et al. (2001) fanden eine Hypoperfusion bei Patienten mit Somatisierungsstörung im Vergleich zu gesunden Probanden. In dieser Studie sollen Unterschiede der Neuroplastizität des Gehirns zwischen Patienten mit komorbider Somatisierung bei schwerer Depression und Patienten mit Depression ohne Somatisierung getestet werden. Patienten, die stationär auf Grund von Depression aufgenommen wurden werden mit Patienten, die stationär auf Grund von Depression aufgenommen wurden jedoch eine komorbide Somatisierungsstörung haben vergleichen. Zusätzlich wird einer Kontrollgruppe die auf Geschlecht, Alter, Händigkeit und Ausbildung abgestimmt sind, in die Untersuchung miteinbezogen. Es sollen native Magnetresonanz-Tomographie (nMRT) des Schädels durchgeführt werden bei der Sequenzen zur Bestimmung von Volumen basierter Morphometrie (VBM) und Diffusions Tensor Bildgebung (DTI) verglichen werden um Unterschiede in der grauen und weißen Substanz des Gehirns zu messen. Die Hypothese ist, dass sich die drei Gruppen in ihren morphologischen Strukturen unterscheiden.

Details

Projektzeitraum 01.04.2014 - 30.06.2019
Fördergeber Sonstige
Förderprogramm ---
Department

Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit

Zentrum für Psychosomatische Medizin und Biopsychosoziale Interventionen

Projekt­verantwortung (Donau-Universität Krems) Univ.-Prof. Dr. Christoph Pieh
Projekt­mitarbeit Mag. Mag. Dr. Markus Böckle Mag. Gregor Liegl

Publikationen

Boeckle, M.; Schrimpf, M.; Liegl, G.; Pieh, C. (2016). Neural correlates of somatoform disorders from a meta-analytic perspective on neuroimaging studies. NeuroImage: Clinical, 11: 606-613

Boeckle, M; Liegl, G.; Jank, R.; Pieh, C. (2016). Neural correlates of conversion disorder: overview and meta-analysis of neuroimaging studies on motor conversion disorder. BMC Psychiatry, 16: 195

Boeckle, M. (2016). Neurobiologie funktioneller Schmerzen. In: Pieh, C.; Jank, R.; Leitner, A., Schmerz - eine integrative Herausforderung: 8-22, Beltz Juventa, Weinheim und Basel

Boeckle, M.; Schirmpf, M.; Liegl, G.; Leitner, A.; Pieh, C. (2016). Neurobiology of somatoform Pain Disorder: a Meta-Analysis of imaging Studies. Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, 46(1): 35-36

Vorträge

Neurobiologie der somatoformen Schmerzstörung: eine Meta-Analyse bildgebender Studien

Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, 17.03.2016

Neurobiologische Grundlagen bei Fibromyalgie-Syndrom und Reizdarm-Syndrom

Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, 16.03.2016

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