Mag. Ilja Steffelbauer
Wissenschaftlicher Referent - Fakultät für Wirtschaft und Globalisierung
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Zur Person
Ilja Steffelbauer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Unternehmerische Nachhaltigkeit der Universität für Weiterbildung Krems. Seine Forschung verbindet historische Gesellschaftsanalyse mit aktuellen Fragen der Nachhaltigkeit, Transformation und transdisziplinären Wissensproduktion. Ausgehend von seiner Ausbildung und Tätigkeit als Historiker entwickelte er ein breites wissenschaftliches Profil, das von Alter Geschichte, Sozial- und Globalgeschichte über Medien- und Geschichtsdidaktik bis hin zur aktuellen Transformationsforschung reicht. Im Zentrum seiner Arbeit steht dabei die Frage, wie komplexe gesellschaftliche Systeme entstehen, sich verändern und wie Wissen über diese Veränderungsprozesse für Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden kann.
Frühe Forschungsschwerpunkte lagen in der Alten Geschichte sowie der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Er beschäftigte sich unter anderem mit antiken staatlichen und nicht-staatlichen Gesellschaften, Krieg und Gewalt, politischen und sozialen Strukturen sowie langfristigen historischen Entwicklungsprozessen im Sinne der allgemeinen sozialen Evolution. In weiterer Folge weitete er seine Perspektive auf Globalgeschichte und vergleichende historische Transformationsprozesse aus. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner historischen Arbeiten war die Untersuchung von Krieg als gesellschaftlichem Phänomen – nicht nur als militärisches Ereignis, sondern als Faktor, der Wirtschaft, soziale Ordnung, Herrschaftsstrukturen und kulturelle Vorstellungen prägt. Daneben arbeitete er zu Agrar- und Ernährungsgeschichte sowie zu Mensch-Umwelt-Beziehungen.
Ein weiterer Strang seines wissenschaftlichen Profils ist die Beschäftigung mit der Vermittlung von Geschichte in modernen Medien. Er setzte sich früh mit der Frage auseinander, wie historische Vorstellungen durch Film, Fernsehen und Computerspiele geprägt und Geschichts- und Gesellschaftsbilder durch Spielmechaniken vermittelt werden. Seine Arbeit in diesem Bereich verbindet historische Forschung mit Medienanalyse und der Frage, wie Menschen außerhalb klassischer Bildungsinstitutionen mit Vergangenheit umgehen.
Diese Perspektive auf historische Vermittlung prägte auch seine Tätigkeit in der Geschichtsdidaktik und politischen Bildung. Als Chefredakteur der Zeitschrift „Historische Sozialkunde – Geschichte, Fachdidaktik, Politische Bildung“ beschäftigte er sich mit der Verbindung von Fachwissenschaft und Unterrichtspraxis. Sein Interesse galt dabei nicht nur der Weitergabe historischen Wissens, sondern auch der Entwicklung von Kompetenzen, um gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch zu analysieren und historische Prozesse in ihrer Komplexität zu verstehen.
Parallel zur wissenschaftlichen Arbeit engagierte er sich stets aktiv in der öffentlichen Vermittlung historischer und sozialwissenschaftlicher Themen durch populärwissenschaftliche Publikationen, Vorträge, Medienauftritte und Beratung von Medienproduktionen.
In seiner heutigen Forschung verschiebt sich der Fokus von historischen Transformationen hin zur aktiven Gestaltung gegenwärtiger Transformationsprozesse. Am Zentrum für Unternehmerische Nachhaltigkeit beschäftigt er sich mit Fragen der Nachhaltigkeitsaktivitäten österreichischer Unternehmen, alternativen Zukunftsszenarien für den ländlichen Raum sowie der Integration verschiedener Wissensformen zur Bearbeitung komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen.
Sein wissenschaftlicher Weg lässt sich somit als kontinuierliche Beschäftigung mit Transformation beschreiben: Von der Analyse antiker Gesellschaften, von Krieg, Wirtschaft und Umwelt über die Frage, wie Geschichte in Medien und Bildung vermittelt wird, bis hin zur Erforschung heutiger gesellschaftlicher Veränderungsprozesse. Die Verbindung von historischer Tiefenschärfe, Medienkompetenz und Nachhaltigkeitsforschung sind für ihn Grundlage für die Beschäftigung mit den komplexen Herausforderungen der Gegenwart.
Publikationen (Auszug Forschungsdatenbank)
Steffelbauer I.; Laubichler, M.D.; Zenk, L.; Schernhammer, E.; Birmann, B.M.; Bertau, M.; Caniglia, G.; Mühlmann K.; Satalkina, L.; Steiner, G. (2023). Complexity Literacy for a Sustainable Digital Transition: Cases and Arguments from Transdisciplinary Education Programs. In: IGI Global, Digitalization, New Media, and Education for Sustainable Development: https://doi.org/10.4018/978-1-7998-5033-5, IGI Global, IGI Global
Steffelbauer, I.; Zenk, L.; Weitzer, J.; Bertau, M.; Jäger C.; Caniglia, G.; Laubichler M.D.; Schernhammer, E.S.; Steiner, G. (2023). Working on COVID-19 under COVID-19 Conditions: Transatlantic, Interdisciplinary Research on Complex Societal Challenges during the Pandemic Years 2020–2021 and New Forms of Collaboration in Science. In: Christina Hainzl, Doris Dialer, Hannah Kuske, Gesundheitspolitik und Gesellschaft in der COVID-19-Krise. Eine globale Herausforderung: 333-345, LIT VERLAG GmbH & Co. KG, Wien
Weitzer J.; Birmann B.M.; Steffelbauer I.; Bertau M.; Zenk L.; Caniglia G.; Laubichler M.D.; Steiner G.; Schernhammer E. (2022). Willingness to receive an annual COVID-19 booster vaccine in the German-speaking DA-CH region in Europe: A cross-sectional study. The Lancet Regional Health - Europe, 18: 100414, Science Direct
Vorträge (Auszug Forschungsdatenbank)
Living Lab 1 in der Wachau
Seminar in Form einer Exkursion und gemeinsamer Erhebungen, 13.05.2022