Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich an Celine Wawruschka

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Department für Kunst- und Kulturwissenschaften der Donau-Universität Krems wurde ausgezeichnet

11.10.2019

Für ihre Entdeckung und wissenschaftliche Bearbeitung der frühneuzeitlichen Karte der „Königin Europa“ erhielt Celine Wawruschka einen Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich. Bei der niederösterreichischen Wissenschaftsgala in Grafenegg fand die Preisverleihung durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am 9. Oktober 2019 statt.

Im Zuge ihrer Forschungsarbeiten im Rahmen des Projekts „MuseumsMenschen. Niederösterreichs Stadtmuseen – Museumsgründer und Museumsinitiativen im 19. Jahrhundert“, Projektleitung Univ.-Prof. Dr. Anja Grebe, stieß Mag. Dr. Celine Wawruschka, Department für Kunst- und Kulturwissenschaften der Donau-Universität Krems, im Museum Retz auf das älteste Bildnis, das den Kontinent Europa als Königin zeigt. Diese Karte wurde 1534 von Johannes Putsch angefertigt und wurde zum wirkungsmächtigen Vorbild frühneuzeitlicher Erdteilallegorien.

Forschung an der „Königin Europa“

Die Entdeckung und wissenschaftliche Bearbeitung der frühneuzeitlichen Erdteilallegorie der „Königin Europa“ ermöglichte neue Erkenntnisse zur Herstellung und Interpretation dieser Karte: Die Retzer Karte stellt nicht nur das älteste bekannte Exemplar der Urvorlage dieser in der Frühen Neuzeit weit verbreiteten Erdteilallegorien dar. Der Verfasser der Karte, Johannes Putsch, fügte seiner Europa-Darstellung auch ein Gedicht hinzu, das bislang nicht im Zusammenhang mit seiner Karte bekannt war, in dem die personifizierte „Königin Europa“ vergangene und gegenwärtige Kriege beklagt und sich hilfesuchen an die beiden Regenten des Habsburgerreiches, Kaiser Karl V. und dessen Bruder Ferdinand I, wendet.

Die „Königin Europa“ befand sich unter den ersten Objekten des 1833 gegründeten Stadtmuseums Retz und war eine Spende des Archivars und Bibliothekars des benachbarten Dominikanerklosters in Retz. Die Entdeckung der „Königin Europa“ zeugt von der Wichtigkeit des aus den Mitteln des FTI-Programms (Forschungs-, Technologie-, Innovationsstrategie) des Landes Niederösterreich geförderten Projektes „MuseumsMenschen“, das sich die Aufarbeitung der Gründungsgeschichte zehn ausgewählter niederösterreichischer Stadtmuseen zum Ziel gesetzt hat. Das Museum Retz ist einer der zehn Kooperationspartner in diesem Projekt.

Werdegang

Seit März 2018 ist Wawruschka wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Department für Kunst- und Kulturwissenschaften der Donau-Universität Krems. Nach dem Studium der Ur- und Frühgeschichte sowie der Geschichte, der Kultur- und Sozialanthropologie, der Philosophie und der polnischen Sprache in den Nebenfächern an der Universität Wien verbrachte sie zwei Jahrzehnte mit archäologischen Arbeiten und Feldforschung im In- und Ausland, inklusive eines zehnjährigen Aufenthalts in der Türkei mit Unterrichtstätigkeit an der Boğazici Universität und an der Koç Universität in Istanbul. Seit der Rückkehr nach Österreich tätig in Lehre, Universität Wien, und Forschung, TU Wien sowie Österreichische Akademie der Wissenschaften, mit Fokus auf historiographische und wissenschaftsgeschichtliche Themen.

Über die Wissenschaftspreise des Landes Niederösterreich

Seit 1964 vergibt das Land Niederösterreich jährlich seine Wissenschaftspreise für besondere Leistungen an Forscherinnen und Forscher unterschiedlicher Disziplinen. Für die Würdigungs- und Anerkennungspreise können wissenschaftliche Arbeiten aller Art, die von NiederösterreicherInnen geleistet worden sind oder in Niederösterreich entstanden sind, eingereicht werden. Im feierlichen Rahmen der Wissenschaftsgala werden die Auszeichnungen alljährlich verliehen.

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