Mit Physiotherapie Gelenksbeschwerden nachhaltig lindern

Studie der Donau-Universität Krems untersucht, ob veränderte Bewegungsabläufe Ostheoarthrose-PatientInnen dauerhaft mehr Lebensqualität verschaffen

16.01.2019

Bei Ostheoarthrose, einer degenerativen Gelenkserkrankung, hilft Physiotherapie nur bedingt. Zwar werden die Symptome kurzfristig reduziert und der Knorpelstoffwechsel wird angekurbelt, jedoch verschlechtern sich die Symptome langfristig wieder. Eine Forschungsgruppe der FH St. Pölten untersucht gemeinsam mit der Donau-Universität Krems, ob ein neues Physiotherapieprogramm die Kniegelenksfunktion dauerhaft verbessert.

Ungefähr zwei Drittel der 60- bis 70-Jährigen sind von Gelenksbeschwerden betroffen. Auslöser können Gelenksabnützungen, Verletzungen, falsche Bewegungen oder Gelenkserkrankungen sein. Die PatientInnen leiden unter Schmerzen und sind in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt. Physiotherapie kann die Schmerzen reduzieren, indem passive Maßnahmen den Knorpelstoffwechsel und neuromuskuläres Training die Gelenksfunktion verbessern. Allerdings wirkt Physiotherapie nur kurzfristig, da die Krankheit auch das zentrale Nervensystem und somit die Bewegungsabläufe der PatientInnen verändert.

Ein Forschungsteam unter der Leitung von FH-Prof. Barbara Wondrasch , PT PhD, Fachhochschule St. Pölten und Univ.-Prof. Dr. Stefan Nehrer, Dekan der Fakultät Medizin und Gesundheit und Leiter des Departments Gesundheitswissenschaften, Medizin und Forschung, untersuchen ob ein neues Physiotherapieprogramm bessere und länger anhaltende Erfolge erzielt.

Veränderungen im zentralen Nervensystem
Ostheoarthrose wirkt sich nicht nur auf die Gelenksstrukturen aus, es kommt auch zu einer Veränderung im zentralen Nervensystem. „Die PatientInnen verändern ihr Bewegungsverhalten. Dadurch wird die Belastung der Gelenkkapsel erhöht und die PatientInnen leiden wieder unter Schmerzen. Wir wollen diese zentralen Veränderungen durch Feedbackformen umkehren, indem wir den PatientInnen Feedback über ihre Bewegungsabläufe geben. So können die PatientInnen die Gelenke optimal belasten und die Schmerzen reduzieren“, erklärt der Arthrosespezialist Stefan Nehrer.

Geplant ist eine klinische Studie mit zwei PatientInnengruppen. Die Kontrollgruppe arbeitet mit der Standardphysiotherapie, während die Interventionsgruppe eine Physiotherapie mit speziellen Feedbacktechniken erhält. Das Projekt startet mit 1. Jänner 2019.

 

Projekt: Motor Learning in Knee Osteoarthritis Therapy – A new Rehabilitation Approach

Projektzeitraum: 01.01.2019 bis 31.12.2021
FördergeberNÖ Forschungs- und Bildungsges.m.b.H. (NFB) und das Land Niederösterreich
Projektverantwortlicher: Univ.-Prof. Dr. Stefan Nehrer
Projektleitung: FH-Prof. Barbara Wondrasch , PT PhD Department Gesundheit FH St. Pölten

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